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Wann dreht die Covestro-Aktie und wie ist sie eigentlich bewertet?

Covestro Schaumstoff
Bild: Covestro

Covestro (WKN: 606214)-Aktien vollzogen seit ihrem Börsengang (im Jahr 2015) eine wahre Achterbahnfahrt. Zunächst stieg der Kurs, getrieben durch eine gute Konjunktur, stark steigenden Gewinnen und noch mehr Euphorie, bis Anfang 2018 um mehr als 288 %, um danach (bis heute) wieder um über 57 % zu fallen (08.01.2020).

Trotz aller Turbulenzen ist diese Kursentwicklung relativ normal, denn als das Unternehmen noch zu Bayer (WKN: BAY001) gehörte, gab es in konjunkturschwachen Phasen ebenfalls Ergebniseinbrüche bis hin zu Verlusten im dreistelligen Millionenbereich. Nur waren sie zu dieser Zeit weniger offensichtlich, weil das Segment nur einen Teilbereich des Gesamtkonzerns darstellte.

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Wie steht es also heute um die Covestro-Aktie und vor allem, wann könnte sie wieder steigen?

Aktuell ist der Himmel noch wolkenverhangen

Wirft man einen Blick auf die letzten Ergebnisse, findet der Anleger eine Begründung für den Kurseinbruch. So sanken im dritten Quartal 2019 der Umsatz um 14,6 % und der Gewinn sogar um 70,4 %. Für die ersten drei Quartal 2019 sieht es mit -15,8 % beim Umsatz und -70,5 % beim Gewinn ähnlich trübe aus.

Das Verblüffende dabei ist das weitere Wachstum der abgesetzten Menge um 5,3 %. Das Problem liegt hier also nicht in der Nachfrage, sondern im Einbruch bei den Verkaufspreisen, die um 18,5 % fielen, wodurch die hohe Konjunkturabhängigkeit des Geschäfts deutlich wird. Der stärkere Wettbewerb drückt auf die Preise, bei gleichzeitig steigenden Rohstoffkosten.

Vor allem die asiatischen Hersteller bauen weiterhin ihre Produktion auf, wodurch das Weltmarktangebot weiter steigt. Gleichzeitig können die asiatischen Hersteller häufig zu geringeren Kosten produzieren und haben große Ambitionen.

Darüber hinaus spürte Covestro die Flaute im Autosektor, weshalb die Nachfrage im Segment Lacke, Klebstoffe, Spezialprodukte zuletzt um 4 % sank. Diese konnte jedoch über eine höhere Nachfrage aus dem Möbel-, Elektro- und Elektronikbereich mehr als ausgeglichen werden. Für das Gesamtjahr 2019 rechnet das Unternehmen nun mit einem EBITDA von 1.570 bis 1.650 Mio. Euro. 2018 lag es noch bei 3,2 Mrd. Euro.

Covestro spart und strukturiert um

Um die Kosten weiter zu senken, hat Covestro ein Sparprogramm aufgelegt, das spätestens bis 2021 die jährlichen Aufwendungen um etwa 350 Mio. Euro senken wird. Dies würde sich wiederum positiv auf den Gewinn auswirken und dies umso mehr, je besser die Konjunktur läuft.

Zudem hat der Konzern zuletzt den Verkauf seines Polycarbonatplattengeschäfts an Serafin für eine unbekannte Summe abgeschlossen. Dieser Bereich wird zukünftig unter dem Namen Exolon Group firmieren. Covestro bleibt jedoch als Zulieferer erhalten. Der Konzern hat sich mit bereits zuvor erfolgten Verkäufen damit vollständig von seinem Polycarbonatplattengeschäft getrennt.

Geht es noch tiefer?

Trotz dieser aktuell schwächeren Phase sollte man den Konzern und seine Aktie langfristig nicht abschreiben. Zuletzt konnte beispielsweise die Autoindustrie wieder von besseren Zahlen berichten, was sich auch bei Covestro positiv auswirken sollte.

Wichtig ist in dieser Phase die finanzielle Aufstellung, die bei Covestro weiterhin gegeben ist. So beträgt die Eigenkapitalquote weiterhin 45,3 % und das Verhältnis der langfristigen Bankverbindlichkeiten zu den kurzfristigen Zahlungsmitteln 4,0. Zudem erzielt Covestro immer noch Gewinne. Je nach Konjunkturentwicklung könnte sich die Lage kurzfristig aber auch noch einmal verschlechtern.

Die Aktie ist nach dem starken Kursverfall aber heute schon günstig bewertet. Sie steht bei einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von nur noch 0,56 und einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 1,4 (08.01.2020). Zudem liegt die aktuelle Netto- schon unter der Durchschnittsmarge, wo sie langfristig sicherlich nicht bleiben wird.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

 

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