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Wie viel Warren Buffett mit GEICO verdient hat

Müsste man Warren Buffetts größte Einzelinvestition aller Zeiten auswählen, gäbe es mehrere Kandidaten: Coca Cola (WKN:850663)? Die Washington Post? Wells Fargo (WKN:857949)? Apple (WKN:865985)?

All diese klugen Investitionen haben sich für Buffett und Berkshire Hathaway (WKN:854075) (WKN:A0YJQ2) über die Jahre hinweg enorm ausgezahlt. Von all seinen Top-Picks ist Buffetts klare Nr. 1 jedoch GEICO. „Mein Lieblingsinvestment ist GEICO. Das habe ich mit 20 gelernt.“, sagte Buffett einmal zu Forbes.

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GEICO, was für die Government Employees Insurance Company steht, ist heute eine hundertprozentige Tochter von Berkshire Hathaway. Aber das war nicht immer so, immerhin geht Buffetts Geschichte mit der GEICO bis in die 1950er Jahre zurück, als Buffett noch ein Wirtschaftsstudent an der Columbia University unter seinem Professor und zukünftigen Arbeitgeber Benjamin Graham war.

Im Jahr 1951 ging Buffett an einem Samstag in die GEICO-Büros, wo ihn der Hausmeister hereinließ. Die einzige andere Person, die an diesem Tag arbeitete, war Lorimer „Davy“ Davidson, der später CEO werden sollte. Davidson stimmte einem Treffen mit Buffett zu und erklärte netterweise sowohl die Versicherungsbranche als auch die besonderen Wettbewerbsvorteile von GEICO. Die GEICO hat nämlich eine Besonderheit. Sie verzichtet auf traditionelle Vertriebsagenturen und verkauft Policen direkt an die Verbraucher. Darüber hinaus zielte GEICO nur auf qualitativ hochwertige Kunden wie Regierungsbürokraten und Professoren ab. Durch die Auswahl seines Marktsegments und die Tatsache, dass es keine Provisionen zahlen musste, war GEICO in der Lage anderen Versicherern eine Autoversicherung mit einem enormen Rabatt anzubieten und trotzdem eine höhere Gewinnspanne zu erzielen.

Fasziniert legte Buffett anschließend die Hälfte seines Nettovermögens in GEICO-Aktien an. Buffett sollte damit eine schnelle 50%ige Rendite in etwas mehr als einem Jahr erzielen, bevor er seine Beteiligung verkaufte, um die Gewinne in eine billigere Aktie zu stecken. Das sollte sich als ein Fehler erweisen, da der Wert von GEICO in den nächsten 20 Jahren fast noch einmal um das 100-fache stieg. Das „lehrte mich eine Lektion über die Unvorhersehbarkeit des Verkaufs eines Anteils an einem erkennbar wunderbaren Unternehmen“, sagte Buffett im Brief an die Aktionäre von 1995.

Jedoch 25 Jahre später bekam Buffett eine weitere Chance GEICO zu kaufen, dieses Mal erwarb er die Aktien für seine Holdinggesellschaft, Berkshire Hathaway. Dieser Kauf würde den Nährboden für seine größten Renditen bereitstellen.

GEICO ging fast pleite.

In einer atemberaubenden Wendung der Ereignisse für ein so wettbewerbsfähiges Unternehmen, ging GEICO 1976 fast in Konkurs. Zu diesem Zeitpunkt war Davidson in den Ruhestand gegangen, und die neuen Führungskräfte, die das Unternehmen leiteten, begannen die aus der Inflation resultierenden Schadensverluste von GEICO erheblich zu unterschätzen. Sie versuchten dann das Problem zu beheben, indem sie aus dem Problem herauswuchsen, das Prämien-zu-Überschuss-Verhältnis (also die Höhe der Prämien im Verhältnis zum Eigenkapital) aufweichten und aus der Nische der sicheren Autofahrer herauswuchsen. Das hat die Sache nur noch schlimmer gemacht.

Die Verluste wuchsen bald, und 1976 stand die GEICO am Rande des Konkurses. Zu diesem Zeitpunkt war Buffett im Vorstand, nachdem er für Großinvestor Jerry Newman übernommen hatte.

Buffett half dann, Jack Byrne, einen hoch angesehenen Versicherungsmanager, als CEO zu gewinnen, um das Chaos zu beheben. Mit dem Glauben an Byrnes Fähigkeiten und an GEICOs Wettbewerbsvorteile stürzte sich Buffett auf GEICO und kaufte für 4,1 Mio. US-Dollar Stammaktien und für weitere 19,4 Mio. US-Dollar wandelbare Vorzugsaktien.

Eine wundersame Wende

Nach seiner Berufung ergriff Byrne Notfallmaßnahmen, entließ über die Hälfte der Mitarbeiter, zog sich aus unrentablen Märkten zurück und erhöhte die Preise. Diese Maßnahmen funktionierten und stellten die Gewinne von GEICO schon im nächsten Jahr wieder her. Buffetts Investition sollte sich sehr schnell auszahlen. Bis Ende 1977 war Buffett’s Stammaktie um 150 % gestiegen und sogar der Wert der Vorzugsaktien hatte sich fast verdoppelt. In den nächsten vier Jahren stockte Buffett seine GEICO-Aktien noch weiter auf, und bis 1980 hatte er insgesamt 45,7 Mio. US-Dollar investiert, was etwa 33,3 % des Unternehmens entspricht.

Nachdem GEICO wieder zu seinem früheren Ruhm und seinem Niedrigkostenvorteil zurückgekehrt war, setzte GEICO sowohl sein Wachstum als auch den Rückkauf von Aktien während der gesamten 80er Jahre fort, was Berkshires Eigentumsanteil auf 50 % erhöhte, ohne dass Buffett selbst weitere Aktien kaufen musste. Ende 1995 kaufte Berkshire die restlichen 49%, die es nicht bereits besaß, für 2,3 Mrd. US-Dollar.

Das bedeutete, dass Berkshires anfängliche Beteiligung von 45,7 Mio. US-Dollar Ende 1995, kurz vor dem Abschluss des Geschäfts, auf einen erstaunlichen Wert von 2,393 Mrd. US-Dollar angewachsen war. Das entspricht einem Gewinn von 5.136 % in nur 15 Jahren. Das ist eine jährliche Rendite von über 30 %, beginnend mit 1980. Von 1976 an wäre die Rendite sogar noch höher.

Das Wachstum ging noch weiter

Nur weil Berkshire GEICO Anfang 1996 aufgekauft hat, bedeutet das nicht, dass Buffett nicht mehr von dem Unternehmen profitiert. Angenommen, GEICO würde mit den gleichen Bewertungsverhältnissen wie Buffetts 4,7 Mrd. US-Dollar Buyout-Preis bewertet werden, dann würde dies etwa dem 15,2-fachen Gewinn vor Steuern von 308,2 Mio. US-Dollar und einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 1,54 entsprechen. Basierend auf GEICOs Zahlen für 2018 von 33,63 Mrd. US-Dollar an Einnahmen und 2,449 Mrd. US-Dollar an Vorsteuergewinn, wäre GEICO heute zwischen 37,2 Mrd. und 51,7 Mrd. US-Dollar wert.

Wenn man den Durchschnitt nimmt und eine Bewertung von 44 Mrd. US-Dollar für GEICO heute annimmt, würde dies bedeuten, dass der Wert von Buffets Beteiligung in den letzten 22 Jahren auf fast das 10fache gestiegen ist, seit Berkshire 1996 die Kontrolle über das gesamte Unternehmen übernommen hat. Wenn man bedenkt, dass Buffett nur 2,35 Mrd. US-Dollar für das gesamte Unternehmen bezahlt hat, würde dies bedeuten, dass Buffett einen satten Gewinn von 41,6 Mrd. US-Dollar bei GEICO gemacht hat — und zwar vor Berücksichtigung der zwischen 1976 und 1995 erhaltenen Dividenden. Wenn man nur die erste Investition von 45,7 Mrd. US-Dollar mitzählt, die Buffett bis 1980 getätigt hat, hat er einen Gewinn von fast 22 Mrd. US-Dollar gemacht, bei einer atemberaubenden Gesamtrendite von 48.000 %. Und wenn man zu der ersten Investition von 23,5 Mio. US-Dollar im Jahr 1976 zurückgeht, ist die Rendite dieser Anfangsinvestition sogar noch größer.

Aber selbst das alles unterschätzt die finanziellen Vorteile von GEICO für Berkshire, da GEICO Berkshire jedes Jahr auch mit Milliarden von Versicherungsgeldern versorgt. Für Berkshire fungiert der Barbestand des umfangreichen Versicherungsgeschäfts als eine Art kostenfreies Margendarlehen, das Buffett und sein Team weiterinvestieren können. Wenn man die über 20%-igen Renditen berücksichtigt, die Buffett bei Berkshire generiert hat, ist GEICOs jährlicher „Barbestand“ von erheblichem zusätzlichem Wert, sogar über seine Versicherungsgewinne hinaus.

Die beste Investition aller Zeiten

Wenn man sich sowohl die erstaunlichen finanziellen Erträge als auch den zusätzlich generierten Barbestand ansieht, ist das kein Widerspruch: GEICO wird immer Buffetts beste Investition sein, und es wird immer seine profitabelste Investition aller Zeiten sein.

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Dieser Artikel wurde von Billy Duberstein auf Englisch verfasst und am 29.12.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt Aktien von Apple und Berkshire Hathaway (B-Aktien) und empfiehlt folgende Optionen: Long Januar 2021 $200 Calls auf Berkshire Hathaway (B-Aktien), Short Januar 2021 $200 Puts auf Berkshire Hathaway (B-Aktien) und Short Januar 2020 $220 Calls auf Berkshire Hathaway (B-Aktien).

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