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Borussia Dortmund oder Juventus Turin: Welche Fußballaktie ist Börsenmeister?

Längst ist der Fußball eine milliardenschwere Industrie. Das Geld speist sich aus Transfers, TV-Einnahmen, Sponsoring, aber auch aus Werbetouren, Vermarktung von Turnieren und sogar einzelner Spielsituationen. Trotz des Milliardenbusiness Fußball sind vergleichsweise wenige Vereine börsennotiert. Dennoch gibt es sie: Klubs, die interessant für Foolishe Investoren sein können. Schauen wir uns mit Borussia Dortmund (WKN: 549309) und Juventus FC (WKN: 794314) zwei börsennotierte Vereine an, die Millionen Fans haben, weltweit bekannt sind und in ihren Ländern zu den Topklubs gehören.

Borussia Dortmund: Deutschlands Nummer 2 als Transferkönig

Der BVB ist die klare Nummer 2 in Deutschland, gilt als DER Herausforderer der Bayern. Mit 618,4 Mio. Euro hat man den zweitwertvollsten Kader der Bundesliga. Dieser Wert setzt sich aus bisher erzielten Ablösesummen von Einzelspielern, deren Leistungen sowie deren Potenzial zusammen. Seit der Saison 2011 hat man es immer geschafft, unter den besten vier Klubs der Liga zu landen (Ausnahme 2017). Das spricht für eine Konstanz, die außer den Bayern (noch) niemand in Deutschland vorweist. Der letzte Titel liegt aber drei Jahre zurück, 2017 wurde man Pokalsieger. Immerhin gewann man im Sommer 2019 den Super-Cup, ein sportlich eher unwichtiger Titel, für das Prestige und die Fans aber wertvoll, da man gegen die verhassten Bayern gewann.

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Bei aller Kritik am Transferirrsinn im Fußball: Der BVB gehört zu den Gewinnern dieser Entwicklung. Regelmäßig gelingen spektakuläre Verkäufe von Spielern, die man selbst vergleichsweise günstig verpflichtet hatte. Allein im Sommer 2018 nahm man durch die Verkäufe von Ousmane Dembele (für 125 Mio. Euro nach Barcelona, kam für 15 Mio. Euro) und Pierre-Emerick Aubameyang (für 63,75 Mio. Euro nach London, kam für 13 Mio. Euro) fast 189 Mio. Euro ein! 2020 könnte Jadon Sancho (kam für 7,8 Mio. Euro) nach England wechseln, britische Medien kolportieren 140 Mio. Euro – das wäre die dritthöchste Ablösesumme, die je für einen Fußballer gezahlt wurde!

Champions League sichert wiederkehrende Einnahmen

Borussia Dortmund ist zum vierten Mal in Folge in der Champions League dabei. Dort winken die ganz großen Einnahmen. In der aktuellen Spielzeit hat man sich in der Gruppenphase als Zweiter durchgesetzt, dadurch wurden bereits 58,4 Mio. Euro an Prämien eingespielt. Die Summe ergibt sich aus dem Turnierstartgeld (15,25 Mio. Euro), der Platzierung in der UEFA-Rangliste (der BVB kassiert als Elfter 24,38 Mio. Euro), dem Achtelfinalbonus (9,5 Mio. Euro) sowie den Prämien für die drei Siege in der Vorrunde (jeweils 2,7 Mio. Euro) und einem Unentschieden (900.000 Euro). Hinzu kommen noch TV-Einnahmen, die nach der Saison ausgeschüttet werden. Sollte man ins Viertelfinale einziehen, fließen weitere Millionen.

Durch die Zementierung im Bundesligaspitzenkreis ist eine Teilnahme an der Champions League quasi garantiert. Schon Platz 4 reicht zur Qualifikation. Den belegt man aktuell, obwohl die Hinrunde für BVB-Verhältnisse als „durchwachsen“ gilt. Wenn eine formschwache Hinrunde noch für Europas Königsklasse ausreicht, sollte das Ausschöpfen des Potenzials zur problemlosen Qualifikation führen. Damit würde der BVB weiter von den steigenden TV-Einnahmen aus der Champions League profitieren.

Verein ist schuldenfrei und schreibt schwarze Zahlen

Die BVB-Aktie ist im SDAX gelistet, steht bei einem Kurs von knapp über 8,60 Euro (Datum: 03.01.2020, gilt für alle Kurse) und weist einen Börsenwert von 801,78 Mio. Euro auf. Berücksichtigt man, dass die Aktie am 18. Juni 2015 noch auf einem Tagestief von 3,15 Euro stand, ist die Steigerung zum aktuellen Kurs von über 173 % bemerkenswert.

Seit 2010 schreibt Borussia Dortmund auf Konzernebene schwarze Zahlen, machte im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2019/2020 mit 27.000 Euro einen knappen Gewinn und ist schuldenfrei. Für die Aktie spricht der hohe emotionale Wert der Marke. Der BVB hat das größte Stadion in Deutschland, dazu den höchsten Zuschauerschnitt in Europa.

Juventus Turin: Italiens Nummer 1 ist konkurrenzlos

Juventus Turin ist zweifellos einer der größten Klubs der Welt. Seit 2012 ist man ununterbrochen italienischer Meister, die Serie A gilt schon als Pflichtaufgabe, inzwischen strebt man nach Europas Krone und dem Champions-League-Sieg. Zwischen 2012 und 2016 trat die Aktie auf der Stelle, pendelte zwischen 0,20 und 0,30 Euro. Erst mit dem Einzug ins Finale der Champions League 2017 kam die Aktie in der Spitze auf 1,07 Euro. Heute ist sie 1,27 Euro wert, wird auf dieser Basis an der Börse mit 1,28 Mrd. Euro bewertet – deutlich mehr als Borussia Dortmund.

Bei der Juventus-Aktie muss man beachten, dass nur 24,9 % im freien Umlauf sind. 63,8 % sind der Fiat-Familie Agnelli über deren Holding Exor (WKN: A2DHZ4) zuzurechnen, rund 11 % der britischen Investmentgesellschaft Lindsell Train. Die Agnellis sind bereits seit 1923 mit Juventus verbunden. Das muss für Anleger kein Nachteil sein: Ein so langjähriger Ankeraktionär schafft Stabilität. Schließlich hatte der Verein auch schwere Zeiten hinter sich wie nach dem Zwangsabstieg 2006.

Ronaldo soll Champions-League-Sieg ermöglichen

Um ordentlich Rendite zu machen, müssen Investoren also weiter auf sportlichen Erfolg hoffen, allen voran international. Dafür wurde im Sommer 2018 Weltstar Cristiano Ronaldo für 117 Mio. Euro verpflichtet. Er sorgt für volle Stadien, macht den Klub für Werbepartner attraktiver und hebt den Marktwert des ohnehin starken Kaders noch mal an. Aktuell ist der Juventus-Kader 820 Mio. Euro wert, damit rund 200 Mio. Euro teurer als der vom BVB.

Hohe Verschuldung und negatives KGV

In der abgelaufenen Saison erwirtschaftete Juventus Turin einen Umsatz von 394,9 Mio. Euro, ist damit der umsatzstärkste Verein Italiens und liegt weltweit auf Rang 11. Doch Juventus ist hoch verschuldet. Im ersten Halbjahr 2019 machten die Turiner einen Verlust von 47 Mio. Euro, die Schuldenlast beträgt 464 Mio. Euro. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2020 liegt im negativen Bereich, man rechnet also weiterhin mit Verlusten, was den Wert des Vereins senken würde.

Die internationale Konkurrenz, allen voran aus England, rüstet sportlich mächtig auf. Es wird trotz Ronaldo schwer werden, die Champions League zu gewinnen. Gemessen daran und auch an der hohen Verschuldung ist die Aktie relativ hoch bewertet. Darauf sollten Privatanleger unbedingt achten, wenn sie das Juventus-Papier näher analysieren.

Fazit: BVB-Papier könnte langfristig mehr Chancen bieten

Die BVB-Fans mögen es mir verzeihen: Juventus ist insgesamt der größere Klub. Allerdings stehen die Italiener wirtschaftlich schlechter dar, die hohe Schuldenlast macht dem Klub zu schaffen. Für mich ist unterm Strich die BVB-Aktie attraktiver. Zwar hegt man keine internationalen Ambitionen wie Juventus, doch die Klubführung hält den Kader sportlich konkurrenzfähig und verkauft dennoch Einzelspieler für spektakulär hohe Summen. Das starke letzte Jahrzehnt hat den Klub zur klaren Nummer 2 in Deutschland gemacht und sichert wiederkehrende Einnahmen durch die Champions League. Letztlich müssen Anleger wie Fans entscheiden, für welche Aktie (und welchen Klub) ihr Herz höherschlägt.

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Metin Gülmen besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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