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5 mutige Prognosen für den Aktienmarkt 2020

Im Jahr 2019 stiegen die Aktien, gemessen am S&P 500, um fast 30 %. Das Ausmaß dieses Anstiegs war überraschend, denn eigentlich hätte es zu gar keiner Rally kommen dürfen – insbesondere nach dem seltenen, nicht rezessionsbedingten 20%igen Einbruch, den der Markt im vierten Quartal 2018 erlebt hatte.

Die letzten beiden Jahre haben gezeigt, dass es unglaublich schwierig ist, die Aktienkurse kurzfristig vorherzusagen, und dass es fast unmöglich ist, das konsequent zu schaffen. Dennoch kann die Geschichte ein nützlicher Leitfaden sein, und einige Nachrichten könnten im kommenden Jahr einige kurzfristige Auswirkungen auf den Aktienmarkt haben.

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Auch auf die Gefahr hin, dass sie alle falsch sind, hier sind meine fünf kühnen Vorhersagen für den Aktienmarkt im Jahr 2020 – und was man da tun kann.

1. Erwarte mindestens einen Börsenrückgang von 10% oder mehr

2018 war das erste Kalenderjahr in einem Jahrzehnt, in dem die US-Börse an Boden verlor, und die Anleger gingen mit vielen Sorgen in das Jahr 2019. Die US-Notenbank bestand darauf, dass die Leitzinsen von ihren historischen Tiefständen angehoben werden mussten, und es gab Anzeichen für eine bevorstehende wirtschaftliche Abschwächung. (Man kann sich die möglichen Auslöser aussuchen, aber der Handelskrieg zwischen den USA und China war der Favorit).

Stattdessen kam dieser bevorstehende Abschwung nicht wie geplant, und der Markt stieg an, wobei er das ganze Jahr über niemals Rückgänge von mehr als 10 % von seinen Höchstständen verzeichnete.

Ich sage voraus, dass sich das im Jahr 2020 ändern wird, aber nicht, weil ich befürchte, dass eine Rezession kommen wird. Einige Investoren argumentieren, dass die derzeitige wirtschaftliche Expansion, die 2009 begann, schon viel zu lange dauert, aber die weniger als 50 US-Rezessions- und Expansionszyklen der Vergangenheit sind kein Grund anzunehmen, dass 10 Jahre zu lang sind. Eine weitaus zuverlässigere Statistik ist jedoch, dass die US-Aktien alle 18 bis 24 Monate mindestens 10 % von ihren Allzeithochs fallen.

Das soll nicht heißen, dass es passieren muss, nur um einen historisch etablierten Präzedenzfall zu erfüllen, aber die Kurseinbrüche nach längeren Bullenmärkten sind einfach der menschlichen Natur geschuldet. Warren Buffetts weiser Ratschlag, „sei ängstlich, wenn andere gierig sind, und gierig, wenn andere ängstlich sind“, scheint an dieser Stelle besonders passend. Man kann nicht sagen, wann das Blatt sich wendet, aber es wird sich irgendwann wenden. Mach dir also keine Sorgen, halte dein Pulver trocken und sei bereit, die zweite Hälfte dieses Sprichworts anzuwenden, wenn die Zeit reif ist.

2. Die Fed wird die Zinssätze wieder senken müssen

Einer der Gründe für den Einbruch Ende 2018 war, dass das Open Market Committee die Untergrenze des kurzfristigen US-Leitzinses im Laufe des Jahres um insgesamt 1 % angehoben hatte. Die sich aus anderen Gründen verlangsamende Konjunktur hatte den Investoren Sorgen gemacht. Die US-Notenbank nahm drei Senkungen um 25 Basispunkte im Jahr 2019 vor und hat kürzlich erklärt, dass sie bis 2020 auf dem aktuellen Niveau von 1,75 % bleiben will.

Selbst angesichts der jüngsten Anzeichen, dass die Konjunktur wieder anzieht (die Unternehmen stellen immer noch neue Arbeitskräfte ein, und der Fertigungssektor hat sich kürzlich wieder erholt), scheinen die Investoren immer noch eine gute Chance zu sehen, dass das anämische US-Wachstum letztendlich etwas Unterstützung benötigt. Schließlich werden höhere Fed-Zinsen traditionell dazu verwendet, eine Überhitzung der Wirtschaft zu mildern – etwas, das im Moment nicht stattfindet. Nach den Daten der Federal Reserve Bank of St. Louis lag die Inflation bis September bei 1,5 % (unter dem 2 %-Ziel der Fed) und die Konsenserwartung ist, dass das US-BIP-Wachstum im Jahr 2020 bei 2 % oder weniger liegen wird.

Daher erwarte ich mindestens eine Zinssenkung im Jahr 2020, da die Fed versucht, die derzeitige wirtschaftliche Expansion aufrechtzuerhalten. Die Analysten sind sich einig, dass dies ebenfalls möglich ist. Der Fed Funds Rate Tracker der CME Group (WKN:A0MW32) sieht derzeit eine Wahrscheinlichkeit von 35 % für Zinssätze von 1,25 % bis 1,5 % (eine Zinssenkung) und eine Wahrscheinlichkeit von 10 % für 1 % bis 1,25 % (zwei Zinssenkungen) im kommenden Dezember. Wenn der Markt nicht das bekommt, was er will – oder was er glaubt, dass er es braucht – könnte das eine Korrektur der Aktienmärkte um 10% oder mehr zur Folge haben.

3. Der Handelsstreit wird weitergehen, aber es wird einen neuen Deal geben

Die „Phase One Trade Deal“ zwischen den USA und China hat viele Investoren zu einem großen Seufzer der Erleichterung veranlasst, aber es ist eher ein Waffenstillstand und eine Rücknahme einiger Zölle. Die Verhandlungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt werden auch im Jahr 2020 weitergehen und damit auch die Unsicherheit, an die wir uns inzwischen schon gewöhnt haben.

Zumindest geht der Brexit endlich über die Bühne. Nach Jahren des politischen Dramas wird Großbritannien die Europäische Union am 31. Januar verlassen, gefolgt von einer 11-monatigen Übergangszeit, die am 31. Dezember 2020 endet. Während dieser Zeit wird Großbritannien mit der Aushandlung neuer Handelsverträge beginnen – einschließlich eines Vertrags, der seine Beziehung zur EU neu definiert. Ein erweiterter Vertrag mit den USA wird ebenfalls angestrebt, wobei die Hoffnung besteht, dass der Handel zwischen der größten und fünftgrößten Volkswirtschaft der Welt von derzeit jährlich rund 260 Mrd. US-Dollar gesteigert werden kann.

Diese bilateralen Verhandlungen sollen u.a. Telekommunikationsausrüstung, pharmazeutische Produkte sowie Wein und Spirituosen umfassen. Wie sich das auf die Wirtschaft der beiden Länder auswirken könnte, ist allerdings noch unklar.

4. Der Aktienmarkt wird sich über die Wahlen im Jahr 2020 ärgern, aber nicht lange

Ein weiterer Auslöser für einige Marktturbulenzen wird wahrscheinlich die US-Präsidentschaftswahlen sein. Die Furcht vor dem Unbekannten führt zu Turbulenzen bei den Aktien, und das Hin und Her zwischen den Kandidaten und den Auswirkungen der zu erwartenden Politik auf die Wirtschaft könnte letztendlich der Grund dafür sein, dass die Aktien einen deutlichen Rückgang verzeichnen. Diese Volatilität manifestierte sich 2016 und erneut im Vorfeld der Zwischenwahlen 2018.

DATEN DURCH Y-CHARTS.

Aber keine Sorge. Sobald der Aktienmarkt herausfindet, wer jetzt am Drücker und was zu erwarten ist, passt sich die Wirtschaft an und geht zur Tagesordnung über. Denk daran, dass in der Regel zwei von drei Kalenderjahren positiv für Aktien enden, so dass die Chancen für weitere Gewinne im Jahr 2020, wie in den meisten Jahren, günstig stehen. Obwohl die politischen Debatten wie immer polarisieren, hat die Geschichte bewiesen, dass die Vermischung von Politik und langfristigen Anlageentscheidungen keine gute Strategie ist.

5. Apple und Microsoft werden näher an die 2 Billionen US-Dollar Marktkapitalisierung heranrücken

Die Geschichte hat auch gezeigt, dass Aktien, die gut laufen, dazu neigen, weiter gut zu laufen. Es ist eine schwierige Aufgabe, Branchenführer zu entthronen, und die Erfolgsserie der Unternehmen dauert oft viel länger, als die meisten erwarten. Da Software- und Hardware-basierte Technologien immer noch von größter Wichtigkeit sind, sage ich voraus, dass die jahrzehntelange Erfolgsserie bei Technologieaktien weitergehen wird, wobei die Billionen-Dollar-Marktkapitalisierungen von Apple (WKN:865985) und Microsoft (WKN:870747) die Nase vorn haben werden.

Tatsache ist, dass mobile, mit dem Internet verbundene Geräte und Cloud Computing immer noch schnell wachsende Segmente des Technologiesektors sind, und diese Giganten gehören zu den einflussreichsten in diesen Bereichen. Apple und Microsoft haben den Trend auf ihrer Seite und ihre großen Ökosysteme bedeuten, dass sie weiterhin Wege finden können, sie zu monetarisieren. Das macht Apple über sein Service-Segment, das von Hunderten von Millionen von Apple-Nutzern auf der ganzen Welt genutzt wird, und Microsoft mit seiner Cloud-Sparte, die ein zweistelliges Umsatzwachstum aufweist. Aktienrückkäufe im Wert von mehreren Milliarden US-Dollar pro Quartal von beiden Unternehmen werden ihren Aktienkursen ebenfalls nicht schaden.

Da die beiden Tech-Titanen noch etwas Weg vor sich haben, um den jüngsten Börsengang von Saudi Aramco aufzuholen, der in der Weihnachtswoche mit einer Marktkapitalisierung von knapp 1,9 Billionen US-Dollar gehandelt wurde, denke ich, dass sowohl Apple als auch Microsoft hier noch Boden gutmachen werden. Moderate 10 % Gewinne für die beiden Aktien im Jahr 2020 würden sie mit über 1,4 bzw. 1,3 Billionen US-Dollar bewerten. Ich denke auch, dass es nicht abwegig ist, zu erwarten, dass Amazon (WKN:906866) im kommenden Jahr wieder dem Billionen-Dollar-Club beitreten wird und dass Googles Muttergesellschaft Alphabet (WKN:A14Y6H)(WKN:A14Y6F) zum ersten Mal den Sprung schaffen wird – selbst wenn das Unternehmen aktuell im Fadenkreuz der Regulierungsbehörden ist. Immerhin liegt die Marktkapitalisierung von Amazon derzeit bei 940 Mrd. US-Dollar bzw. 927 Mrd. US-Dollar bei Alphabet.

Nimm das aber nicht zu ernst

Ich habe das Gefühl, dass 2020 ein volatiles, aber letztendlich profitables Jahr werden könnte. Allerdings ist der Aktienmarkt außerordentlich gut darin, selbst die besten Zukunftsprognosen zu vereiteln. Während wir alle versuchen, für die Zukunft zu planen, ist Flexibilität von größter Bedeutung.

Daher ist der Kernpunkt: Während man langfristig investiert, sollte man erwarten, dass es kurzfristige Probleme gibt, die man zu seinem Vorteil nutzen kann. Das kommt vor allem vom Handelskrieg, der Politik und den Zinsen. Wenn es gut läuft, verkaufe schwache Positionen, und wenn das Anlageumfeld eine Weile nach unten geht, kaufe bei deinen Gewinnern nach. Was auch immer das Jahr 2020 bringen mag, das bleibt mein Plan.

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John Mackey, CEO von Whole Foods Market, einer Amazon-Tochtergesellschaft, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Suzanne Frey, eine Führungskraft bei Alphabet, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Teresa Kersten, eine Angestellte von LinkedIn, einer Microsoft-Tochtergesellschaft, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

Dieser Artikel wurde von Nicholas Rossolillo auf Englisch verfasst und am 29.12.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Alphabet (A-Aktien), Alphabet (C-Aktien), Amazon, Apple, CME Group und Microsoft und empfiehlt folgende Optionen: Long Januar 2021 $85 Calls auf Microsoft.

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