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Geplante Transaktionssteuer: Lästige Folgen sind auch für langfristige Dividendeninvestoren absehbar

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Das Jahr 2020 steht unmittelbar bevor und für Anleger wird es nach diesem turbulenten Jahr bestimmt auch zukünftig nicht langweilig. Finanzminister Olaf Scholz hat ein paar steuerliche Regeländerungen in der Pipeline, die die Investitionsbedingungen deutlich verändern könnten, darunter auch das langjährige Projekt einer Transaktionssteuer. Jetzt mag der eine oder andere Langfristanleger denken, dass ihm dies ziemlich egal sein kann. Dem ist aber möglicherweise nicht so.

Die Pläne des Finanzministers

An allen möglichen Steuerrädchen wird derzeit geschraubt. Hier die ermäßigte Mehrwertsteuer für zusätzliche Produktgruppen, dort der Wegfall des Solidaritätszuschlags in bestimmten Fällen oder die Anpassung von Freibeträgen. Speziell im Börsenumfeld werden jedoch zwei Dinge aktuell besonders diskutiert: erstens die drohende Einschränkung von Verrechnungsmöglichkeiten bei Verlusten aus Zertifikaten und Termingeschäften, zweitens die Einführung einer Transaktionssteuer.

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Das Erste könnte für zusätzliche Komplexität für diejenigen sorgen, die gelegentlich gehebelt auf eine Anlageidee setzen oder in Zeiten von hohen Kursen ihr Depot absichern. Insgesamt sehe ich dieses Vorhaben jedoch nicht so kritisch, zumal es Leute, die täglich mit Knock-out-Papieren auf steigende und sinkende Kurse setzen, vielleicht zum Nachdenken anregen könnte, was sicherlich aus diesem Blickwinkel heraus begrüßenswert wäre (auf den anderen Blickwinkel komme ich weiter unten noch).

Das Zweite betrifft hingegen direkt oder indirekt alle Anleger, die an der Börse aktiv sind. Das Ministerium von Olaf Scholz setzt sich aktiv dafür ein, das Steuerungsinstrument, das in Frankreich bereits eingeführt wurde, auf große Teile der EU auszuweiten. Schon 2021 soll auch Deutschland dabei sein. Im Gespräch sind rund 0,25 %, die beim Kauf von Aktien an den Staat fließen sollen, wobei angeblich nur größere Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von über 1 Mrd. Euro einbezogen werden sollen.

Die Folgen einer Transaktionssteuer

0,25 % hört sich auf den ersten Blick nach wenig an, wenn man bedenkt, dass wir je nach Broker und Börsenplatz oft über 10 Euro an Entgelten bei Kauf und Verkauf zahlen müssen, was sich bei kleineren Transaktionen auf wesentlich hörere Prozentsätze summiert. Doch schon bei einer Investitionssumme von 10.000 Euro wären es immerhin 25 Euro an zusätzlicher Belastung. Dazu sagen linksorientierte Politiker, dass es Leuten, die fünfstellige Summen investieren können, problemlos zumutbar sei.

Wer allerdings einen spürbaren Beitrag zu seiner Altersvorsorge ansparen will, der braucht eher eine sechs- bis siebenstellige Summe mit deutlich höheren Steuerzahlungen, die auf dem Weg dorthin zu leisten wären. Das ganze potenziert sich noch bei Investoren, die ein aktives Portfoliomanagement betreiben.

Nun könnte man natürlich sagen, dass der Foolishe Investmentansatz darin besteht, möglichst langfristig dabeizubleiben und eben nur sehr selten umzuschichten. Diese Anlegergruppe sollte also wachsen, weil sie im Vergleich weniger belastet wird, was zunächst gar nicht so schlecht wirkt. Andererseits ist auch eine Reihe von Verzerrungseffekten zu erwarten, die uns Langfristanlegern nicht schmecken können.

Da ist zum Beispiel der Fokus auf die großen Konzerne, der dazu führt, dass die Attraktivität von Small Caps steigt. Gerade dort finden wir jedoch immer wieder spannende Schnäppchen, die unter dem Radar fliegen. Das könnte zukünftig schwieriger werden. Eine andere Sache betrifft den Fokus auf Aktien. Das wird viele Anleger dazu verleiten, auf Zertifikate und andere Derivate auszuweichen. Nicht nur für diejenigen, die fünfstellige Beträge je Transaktion einsetzen, dürfte dies populärer werden.

Man kann auch davon ausgehen, dass es für institutionelle Anleger und Vermögende weitere Lücken geben wird, um die Steuer zu umgehen. Anstatt Aktien über die Börse zu erwerben, werden dann vielleicht Konstrukte aus Tauschgeschäften mit Barausgleich („Swaps“) vereinbart – oder man verlegt eben seine Aktivität auf steuerfreie Börsenplätze.

Da eine Transaktionssteuer daneben auch eine abschreckende Wirkung auf Junganleger hat, sehe ich als Gesamteffekt sinkende Handelsvolumen an den Börsen. Das wiederum bedeutet, dass die Finanzierung der Broker- und Börseninfrastruktur, die bisher zu einem guten Teil von den aktiven Tradern getragen wird, auf mehr Schultern verteilt werden muss. Am Ende könnte die Rückkehr von Depotführungsentgelten auf uns zukommen – und wenn davon weitere Anleger abgeschreckt werden, droht sogar eine kleine Spirale.

Was Anleger jetzt tun sollten

Kurzfristig passiert wohl noch nicht viel und ob letztlich alles so kommt, ist noch nicht sicher. Aber wie auch immer könnte es sinnvoll sein, die kommenden Monate dazu zu nutzen, konsequent sein Depot auszubauen, solange man noch keine zusätzlichen Abgaben entrichten muss. Je größer dein Depot ist, desto mehr Sinn ergibt auch ein Small-Cap-Portfolio, weil dem größeren Risiko der Einzelaktien dann die risikomindernde Wirkung der Diversifizierung entgegenwirken kann.

Daneben gilt es, nach Alternativen zum direkten Aktienkauf Ausschau zu halten, die sich auch für Privatanleger eignen. Zwar sollte man sich nicht wegen dieser Steuer in Hebelpapiere treiben lassen – das wäre dann doch übertrieben –, aber die Zertifikateemittenten sind kreativ und würden vermutlich zeitnah mit Anlageinstrumenten werben, mit denen man transaktionssteuerfrei an der Aktienperformance partizipieren kann, ohne wahnsinnige Risiken einzugehen.

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