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Netflix: „Die Konkurrenz legt für alte Serien zu viel hin“

Foto: The Motley Fool.

Der Preis von Video-Streaming-Inhalten ist gestiegen, weil immer neue Wettbewerber auf den Markt drängen. AT&Ts (WKN: A0HL9Z) WarnerMedia gibt Milliarden für die Rechte an alten Serien aus, darunter Friends, South Park und The Big Bang Theory für den kommenden HBO Max Service. Comcast (WKN: 157484) gab 500 Millionen USD für die Rechte an The Office für seinen Streaming-Service Peacock aus. Selbst Netflix (WKN: 552484) ist nicht immun dagegen, viel Geld für alte Shows auszugeben: Man kaufte die weltweiten Streaming-Rechte an Seinfeld – für 500 Millionen USD.

Aber Netflix’ Content-Chef Ted Sarandos glaubt, dass die Preise, die diese Medienunternehmen zahlen, zu hoch seien. „Der Wert dieser Shows – der Zuschauerwert – ist gesunken und die Kosten für sie sind dafür dramatisch gestiegen“, sagte er kürzlich auf einer Investorenkonferenz. „Das schafft also eine massive Kostenmöglichkeit, um sich an Dinge zu klammern, die im Verhältnis zu ihrem Zuschauerbeitrag radikal überteuert waren.“

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Hoher Preis, niedriger Wert

Wer meldet sich schon für 15 USD im Monat bei HBO Max an, um dann Friends zu sehen? Es ist schon lange her, dass Netflix die Chance, alte Staffeln von The Office zu sehen, zur Kundengewinnung genutzt hat.

Die Führungskräfte von AT&T und Comcast rechtfertigen die hohen Preise, die sie für alte Serien hinlegen, weil Serien wie Friends oder The Office eine einzigartige Chance darstellen sollen. Es ist praktisch unmöglich, noch einmal Publikumsmassen wie die von Friends zu bekommen. Kombiniert man eine große Fangemeinde für diese Serie mit Hunderten von Episoden, bedeutet das eine Menge TV-Zeit. Sogar der CEO von Netflix hat gesagt, dass die Zeit, die vor den einzelnen Streaming-Anbietern verbracht wird, die beste Art sei, ihren Erfolg zu messen.

„Wenn wir uns zu sehr damit verzetteln, alte Serien weiterzuzeigen, werden wir nie versuchen, das nächste The Office und Friends hinzubekommen“, sagte Sarandos. „Und genau das wollen wir erreichen.“

Es ist viel wertvoller, etwas Neues zu schaffen, das ein breites Publikum anspricht. In der Tat sieht Netflix viel eher, dass die Neuabos über eigene Serien kommen, auch wenn alte Serien noch immer einen großen Teil der Zeit ausmachen.

Letztendlich sind die Neuabonnenten die Art und Weise, nach der Investoren die Ausgaben für Inhalte beurteilen müssen. Während die mit Streaming verbrachte Zeit ein guter Hinweis darauf sein kann, ob ein Abonnent am Ende auch bei dem Dienst bleibt, ist das nicht der einzige Indikator. Sarandos sagt, dass alte Serien mit vielen Episoden am Ende nicht den gleichen Einfluss auf die Nettozugänge haben wie Investitionen in Eigeninhalte.

Warum ist Seinfeld anders?

Sarandos hat allerdings dann doch kürzlich entschieden, mehr als 500 Millionen USD für die weltweiten Streaming-Rechte an Seinfeld zu zahlen.

„Meiner Ansicht nach wurde die Serie bisher auf On-Demand-Plattformen noch gar nicht richtig ausgeschöpft“, sagte er. „Und wir sind zu der Schlussfolgerung gekommen, dass die Serie diesen Preis wert ist. Und das ist sehr selten.“

Tatsächlich hat Netflix einige einzigartige Vorteile mit Seinfeld, die die meisten alten Shows nicht bieten. Am wichtigsten ist, dass Netflix derzeit neue Inhalte mit Jerry Seinfeld produziert – Comedians in Cars Getting Coffee. Man kann alte Episoden von Seinfeld verwenden, um das Publikum für Seinfelds neue Show zu vergrößern, was dazu beitragen sollte, die Abonnenten zu binden.

Die Konkurrenten von Netflix haben diese Vorteile offenbar nicht.

Zukünftige Ausgaben für Netflix-Inhalte

Wahrscheinlich lässt Netflix mehr und mehr seiner alten Lizenzshows aus dem Programm nehmen. Serien wie The Walking Dead sind den Preis vielleicht nicht mehr wert, wenn es darum geht, den Lizenzvertrag neu zu verhandeln.

Das heißt aber nicht, dass Netflix nicht weiter viel Geld für Inhalte ausgeben wird. Hastings sagte, dass das Unternehmen die Ausgaben über die 15 Milliarden USD in bar hinaus erhöhen würden, die man dieses Jahr ausgebe. Sarandos bestätigte das auf der Investorenkonferenz. Das ist besonders wichtig im Hinblick auf den Betrag, den AT&T, Comcast und andere neue Wettbewerber insgesamt für Inhalte ausgeben.

Netflix wird sich noch mehr auf Originale verlagern. Derweil könnten ältere Originale wie Orange Is the New Black, Stranger Things und The Crown an die Stelle der alten lizenzierten Serien treten. Die hätten dann den Vorteil, dass es keine laufenden Lizenzgebühren mehr gibt. Am Ende ist Netflix aber immer noch auf der Suche nach einer eigenen Hit-Sitcom, mit der man Hunderte von Episoden raushauen kann, die zu Abos führen.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Netflix und empfiehlt Aktien von Comcast. Adam Levy besitzt keine der angegebenen Aktien.

Dieser Artikel erschien am 13.12.2019 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

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