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4 Dinge, die CTS Eventim mit der Millionenentschädigung vom Bund tun könnte

Letzte Woche ließ man die Katze aus dem Sack. CTS Eventim (WKN: 547030) und der Partner Kapsch TrafficCom fordern vom Bund eine Entschädigungszahlung von 560 Mio. Euro für die gerichtlich gekippte Infrastrukturabgabe, besser bekannt als Pkw-Maut. Auf CTS Eventim entfällt die Hälfte, also 280 Mio. Euro. Auch wenn das letzte Wort in dieser Angelegenheit noch nicht gesprochen ist, lasst uns heute einmal spinnen und schauen, was der Live-Entertainment-Riese mit seinem Teil der Ausgleichszahlung alles anfangen könnte.

Nr. 1: Das Live-Veranstalter-Netzwerk mehr als verdoppeln

CTS Eventim ist bereits heute der größte Live-Entertainment-Veranstalter in Europa und möchte diesen Burggraben weiter ausbauen. Auch durch den Zukauf anderer Veranstalter. Das Ziel dahinter ist es, Künstlern aus aller Welt Europatourneen aus einer Hand anbieten zu können.

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Da das Veranstaltergeschäft nicht unbedingt das profitabelste ist – die Musik spielt eindeutig im Ticketing-Geschäft – sind diese Zukäufe gemessen an den hinzukommenden Umsätzen ziemlich günstig. Im Jahr 2018 wurden beispielsweise vier Veranstalter aufgekauft, die voll konsolidiert wurden. Die Kaufpreise bewegten sich dabei durchschnittlich beim 0,2-Fachen des konsolidierten Jahresumsatzes.

Mit einer Kriegskasse von 280 Mio. Euro könnte man sich theoretisch einen konsolidierten Live-Entertainment-Umsatz von 1,4 Mrd. Euro dazukaufen. Eine stolze Summe im Vergleich zu den 813 Mio. Euro, die Eventim in diesem Geschäft zuletzt verdiente.

Aufgrund des begrenzten Angebots an verkaufswilligen Live-Veranstaltern sind Zukäufe in dieser Größenordnung aber wohl nur eine theoretische Überlegung.

Nr. 2: Die Finanzverbindlichkeiten komplett zurückbezahlen

Blickt man in die Bilanz zum Ende des dritten Quartals, entdecken wir kurzfristige und langfristige Finanzverbindlichkeiten in Höhe von knapp 95 Mio. Euro. Diese könnte man mit den Millionen vom Bunde also selbst dann noch komplett tilgen, wenn im nun anstehenden Schiedsgerichtsverfahren eine deutlich kleinere Summe für CTS Eventim und KapschTraffic herauspurzelt.

Nr. 3: Rund 5 % der ausstehenden Aktien zurückkaufen

Derzeit beträgt die Zahl der ausgegebenen Eventim-Aktien 96 Mio. Stück. Bei einem aktuellen Kurs von 55,80 Euro macht das eine Marktkapitalisierung von 5.357 Mio. Euro. Mit 280 Mio. Euro könnte man also mehr als 5 % der ausstehenden Aktien zurückkaufen. Das hätte erfreuliche Auswirkungen auf den zukünftigen Gewinn pro Aktie, der entsprechend höher ausfällt, da der Gesamtgewinn auf weniger Aktien verteilt werden muss.

Nr. 4: Eine Dividende von 2,92 Euro pro Eventim-Aktie ausbezahlen

Die vierte Möglichkeit würde wohl die Augen aller Dividendenjäger zum Leuchten bringen. Denn während der Rückkauf eigener Aktien nur eine verdeckte und indirekte Ausschüttung an die Aktionäre darstellt, lassen ausbezahlte Dividenden die privaten Kassen der Aktionäre viel direkter klingeln. Verteilt man die 280 Mio. Euro auf die 96 Mio. dividendenberechtigte Aktien, wären das 2,92 Euro pro Aktie.

Anders ausgedrückt würde die Rendite einer solchen Sonderdividende stolze 5,2 % betragen – ja, das deckt sich natürlich mit dem prozentualen Anteil der Aktien, die man mit dem gleichen Betrag zurückkaufen kann. Man könnte also die in diesem Jahr gezahlte Dividende von 0,62 Euro pro Aktie zumindest einmalig mehr als verfünffachen.

Egal wie hoch der Betrag ausfällt, es wird wohl eine Mischung sein

Als Eventim-Aktionär sollten wir uns davor hüten, das Fell bereits zu verteilen, bevor der Bär tatsächlich erlegt wurde. Der zuständige Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur gab sich nach der Veröffentlichung der 560 Mio. Euro Forderung kämpferisch und wies jeglichen Schadensersatzanspruch vehement zurück.

Auch wenn ich noch immer darauf tippen würde, dass Eventim und Kapsch TrafficCom eine Entschädigung erhalten werden, kann ich mir nicht vorstellen, dass sie die jetzt aufgestellte Maximalforderung durchbekommen. Und wenn dann tatsächlich Geld vom Bund ausbezahlt wird, dann bin ich mir sicher, dass Schulenberg und sein Team drei der vier Optionen ergreifen werden. Denn Aktienrückkäufe kann ich mir beim aktuellen Kursniveau nicht wirklich vorstellen.

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Sven besitzt Aktien von CTS Eventim. The Motley Fool empfiehlt Kapsch TrafficCom.