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Wirecard-Aktie: Abwarten oder zugreifen?

Foto: Getty Images

Die Wirecard (WKN:747206) -Aktie war noch nie etwas für schwache Nerven. Seit jeher ähnelt der Kurs einer Achterbahnfahrt. Doch in diesem Jahr hat das ganze Spiel eine neue Dimension angenommen. Es gibt schwere Anschuldigungen von einer renommierten Zeitung, die die Integrität der Bilanz infrage stellen.

Die große Frage ist nun: Abwarten oder einsteigen?

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Aus meiner Sicht gibt es viele gute Gründe, Wirecard-Aktien zu kaufen und die negative Berichterstattung nicht zu hoch zu bewerten.

1. Wachstum, Wachstum, Wachstum

Kaum ein deutsches Unternehmen wächst so schnell wie Wirecard. In den ersten neun Monaten des Jahres konnte der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um sagenhafte 35,7 % gesteigert werden. Aufgrund von Skaleneffekten ging es mit dem Gewinn nach Steuern sogar um 53 % bergauf. Und das ist kein Zufall, sondern eine Größenordnung, die das Unternehmen schon seit vielen Jahren erzielt.

Glaubt man der aktuellen Prognose, dann wird sich diese Entwicklung auch über die nächsten Jahre so fortsetzen. Denn nach der aktuellsten Einschätzung des Managements dürfte das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen im nächsten Jahr noch einmal kräftig steigen. Für das nun fast abgeschlossene Geschäftsjahr wird auf dieser Basis mit einem Ergebnis zwischen 765 und 815 Mio. Euro gerechnet. Für das kommende Jahr rechnet man momentan mit einem Wert zwischen 1,0 und 1,12 Mrd. Euro. Die Zeichen stehen also weiter auf Wachstum!

2. KGV sinkt schnell

Das hat natürlich Auswirkungen auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Auf Basis des Neunmonatsergebnisses von 3,13 Euro je Aktie und dem aktuellen Aktienkurs von 105,6 Euro (17.12.2019) liegt das Verhältnis bei 33,5. Angesichts der oben erwähnten Prognose für das Gesamtjahr ist davon auszugehen, dass das Jahresergebnis in der Nähe von 4 Euro je Aktie liegen dürfte, was das KGV dann schon in die Nähe von 25 bringt.

Im nächsten Jahr soll das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen noch einmal um ca. 40 % steigen. Gehen wir nun davon aus, dass der Gewinn je Aktie ähnlich stark ansteigt und einen Wert von 5,5 Euro erreicht, fällt das KGV damit schon auf ca. 20. Natürlich unter der Voraussetzung, dass der Aktienkurs auf dem aktuellen Niveau bleibt.

3. Minimale Dividende, aber Aktienrückkauf

Obwohl der Gewinn so schnell wächst, ist die Dividende aber sicher kein Grund, Aktien des Unternehmens zu kaufen. Für das abgelaufene Geschäftsjahr wurden gerade einmal 0,2 Euro je Aktie ausgezahlt. Gerade einmal knapp 6 % des Nachsteuergewinns wurden damit an die Aktionäre verteilt. In Summe kommt man damit auf eine Auszahlung von 24,7 Mio. Euro.

Der Rest des Gewinns wird, wie bei derart schnell wachsenden Unternehmen üblich, investiert, um weiter wachsen zu können. Doch es geht auch anders. Der rasante Kurssturz der letzten Monate hat das Management davon überzeugt, dass es sinnvoll ist, eigene Aktien zurückzukaufen. Aus diesem Grund wurde ein Rückkaufprogramm im Umfang von maximal 200 Mio. Euro aufgelegt, das über einen Zeitraum von zwölf Monaten laufen soll.

Im Rahmen dieses Programms könnten zum aktuellen Kurs etwa 1,5 % der ausstehenden Aktien vom Markt genommen werden, was wiederum den Wert der verbleibenden Aktien entsprechend erhöht, da sich der Unternehmensbesitz auf eine kleinere Anzahl an Aktien verteilt.

Da der Anfang in dieser Hinsicht gemacht ist und die Gewinne voraussichtlich weiter stark steigen werden, gehe ich davon aus, dass wir in den nächsten Jahren weitere Rückkaufprogramme dieser Art und insgesamt steigende direkte oder indirekte Gewinnausschüttungen sehen könnten.

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Dennis Zeipert besitzt Wirecard-Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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