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Unglaublich! So viele junge Erwachsene glauben noch immer an den Bitcoin-Mann

Bild: Ralf Anders

Glaubst du noch an den Weihnachtsmann? Okay, das klingt wie eine alberne Frage. Aber wenn ich sehe, wie viele junge Menschen an den Bitcoin-Mann glauben, dann ist die Frage vielleicht doch berechtigt. Es wird Zeit, auf sinnvollere Alternativen für Erwachsene zu setzen.

Bitcoin steht ganz oben auf der Beliebtheitsskala vieler junger Anleger

Ich finde, dass junge Leute sich nicht unbedingt am Aktienmarkt engagieren und sich um ihre Altersvorsorge kümmern müssen. Sie haben in den meisten Fällen genug andere Sorgen, beispielsweise das Abbezahlen von Konsum-, Auto- und Hauskrediten. Aber wenn sie dann doch bereits den Vermögensaufbau in die eigenen Hände nehmen, dann sollten sie es richtig angehen.

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Leider ist dies oft genug nicht der Fall. Vielmehr werden die meist noch bescheidenen Mittel gnadenlos verzockt, angefeuert von den aggressiven Werbeversprechen entsprechender Handelsplattformen. Mit CFDs, FX-Trading und Kryptos könne man mit dem richtigen System schnell große Profite einstreichen. Man müsse sich nur mal richtig einlesen und sich mit den Grundbegriffen der Charttechnik vertraut machen.

Und tatsächlich: Bei jedem Zweiten funktioniert es zu Beginn — und die andere Hälfte hat wahrscheinlich entweder nicht die Intelligenz oder nicht den Fleiß aufgebracht, um es als Trader zu etwas zu bringen. Die anfänglichen Erfolge sind jedoch eine mentale Falle. Die daraus folgende Selbstüberschätzung führt fast zwangsläufig zu großen Verlusten.

Trotz alledem steht Bitcoin bei vielen jungen Menschen weiterhin hoch im Kurs. Eine Auswertung des US-Brokers Charles Schwab hat ergeben, dass unter 40-jährige Investoren allein in der Aktie von Grayscale Bitcoin Trust (WKN: A2PB2L) 1,84 % ihrer Depots angelegt haben. Dabei handelt es sich um eine Holding, deren einzige Funktion darin besteht, eine fixe Anzahl an Bitcoin-Einheiten sicher zu verwahren und gelegentlich darüber zu berichten.

Es kommt noch schlimmer

Für den Service berechnet Grayscale satte 2 % pro Jahr, also deutlich mehr, als wir bei Index-ETFs gewohnt sind. Das wäre durchaus okay, wenn dafür die Renditeerwartung entsprechend hoch wäre. Aber da der Bitcoin-Kurs frei in der Luft schwebt und eine Kryptowährung nichts produziert, sind nachhaltige Gewinne eher unwahrscheinlich.

Nun mögen 1,84 % vielleicht wie eine kleine Beimischung wirken, so wie der ein oder andere etwas Gold oder Silber hält. Aber bei diesem einen Wertpapier ist ja noch lange nicht Schluss. Es gibt mehrere ähnlich strukturierte Alternativen. Hinzu kommen Tracker- und gehebelte Knock-out-Zertifikate, CFDs und Mining-Aktien — und das alles auch noch auf weitere Kryptos wie etwa Ethereum.

Insgesamt lässt sich daher folgern, dass in einem beträchtlichen Teil der Depots signifikante Kryptoinvestments stecken. Ähnlich wie kleine Kinder daran glauben, dass der Weihnachtsmann in Skandinavien oder am Nordpol wohnt, glauben viele junge Anleger offenbar noch immer an das — zugegebenermaßen gut erzählte — Märchen vom Bitcoin-Mann und der ewig aufwertenden Kryptowährung.

Warum Verluste wahrscheinlich sind

Bei einer Aktie wie beispielsweise derjenigen von der lange Zeit von Antoine Griezmann empfohlenen Zockerplattform Plus500 (WKN: A1W3GY) weiß ich immerhin, dass dort echtes (!) Geld verdient wird, an dem ich partizipieren kann.

Bei Bitcoin besteht hingegen die einzige Hoffnung darin, dass sich später jemand finden wird, der zumindest den Einstandspreis bezahlen will. Das kann nur so lange gut gehen, wie die Einheizer der Branche schneller neue Junganleger rekrutieren können, wie andere sich aus dem Segment zurückziehen, weil sie sich die Finger verbrannt haben. Dass gleichzeitig die Anzahl der „erzeugten“ Bitcoins kontinuierlich wächst, macht diese Aufgabe nicht leichter.

Ein weiterer Faktor besteht darin, dass ab Mitte Mai die Belohnung für die Miner halbiert wird. Das mag kurzfristig zu Turbulenzen in beide Richtungen führen, aber letztlich sollte es dafür sorgen, dass Rechenkapazität abgezogen wird, was in der Folge nach meiner Einschätzung eher zu nachlassendem Interesse führt.

Bezüglich der Rechenkapazität erwarte ich auch zunehmenden politischen und gesellschaftlichen Druck, auch wenn Kryptos auf der kürzlich enttäuschend abgeschlossenen Klimakonferenz leider noch kein Thema waren. Jedenfalls dürfte der gewaltige CO2-Ausstoss der international verteilten Rechenzentren die Friday-for-Future-Generation nicht kaltlassen. Dass ihre großen Geschwister und Eltern vielfach und leichtfertig mit Bitcoins spielen, ist nicht nur aus dieser Perspektive heraus völlig inakzeptabel.

Klüger wäre es, auf spannende Trends wie 5G oder auch auf Windkraftaktien zu setzen. Die besten Unternehmen dieser Branche gehören 2019 zu den großen Gewinnern, die Aussichten sind weiterhin großartig und die Erträge wirklich nachhaltig — daran glaube zumindest ich.

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Ralf Anders besitzt keine Kryptowährungen und keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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