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Ist die Bayer-Aktie auf dem Weg der Besserung?

Foto: Peter Roegner

Die Bayer (WKN: BAY001)-Aktie liegt aktuell immer noch über 51 % unter ihrem Hoch aus dem Jahr 2015. Grund ist hauptsächlich die Monsanto-Übernahme, die bisher nur zu hohen Rechtsrisiken führte.

Häufig fallen die Aktien der übernehmenden Firmen aber auch aufgrund der hohen Schulden, die im Zuge von großen Zukäufen auftreten. So fiel beispielsweise die Inbev (WKN: A2ASUV)-Aktie 2008 im Zuge der Anheuser-Busch-Übernahme sehr stark, um danach umso deutlicher zu steigen. Bayer weist heute langfristige Bankverbindlichkeiten in Höhe von 37,8 Mrd. Euro aus. Zwar verringerte sich diese Summe gegenüber dem Vorjahr um 6,4 %, aber sie ist ohne Frage weiterhin sehr hoch. Dem stehen gerade einmal 4,4 Mrd. Euro an kurzfristigen Bankguthaben gegenüber.

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Dennoch ist die Aktie über die vergangenen Monate wieder stärker gestiegen. Ist Bayer also auf dem Weg der Besserung?

Aktienkurse nehmen Entwicklungen vorweg

Häufig reagieren wir Investoren erst, wenn wir bestimmte Zahlen und Entwicklungen schwarz auf weiß bestätigt erhalten. Meist sind die Kurse dann jedoch schon weit gefallen oder gestiegen. Andererseits ist es unmöglich, den besten Einstiegszeitpunkt zu finden. So ist die Bayer-Aktie seit dem Tief im Juni 2019 bereits um 33,5 % gestiegen (17.12.2019). Hier scheint der Markt also eine Verbesserung der Lage vorwegzunehmen.

Aber was sind die Gründe?

Im Glyphosat-Verfahren bahnt sich eine Lösung an

Zwar hat sich die Zahl der Klagenden in den USA über die letzten Monaten auf über 42.700 erhöht, aber dies wird am Ende die Schadenersatzzahlung nicht weiter steigern, die sich auf alle Klagenden verteilen würde. Noch ist es aber nicht so weit und Bayer ist bei allen drei Schuldsprüchen in Berufung gegangen. Zudem wurde die Strafsumme in einem Fall bereits von 80 auf 25,3 Mio. US-Dollar reduziert. Ob Bayer aber überhaupt zahlen muss, hängt von den Berufungsentscheidungen ab.

Wahrscheinlich ist derzeit eine Fallschließung über einen Vergleich, für den sogar schon eventuelle Summen (8 bis 10 Mrd. US-Dollar) gehandelt werden. Bayer würde sich jedoch nur dann darauf einlassen, wenn damit alle Ansprüche abgegolten und keine weiteren Klagen möglich sind. Diese Lösung hat in den letzten Monaten schon zu steigenden Kursen geführt, obwohl tatsächlich noch keine Entscheidung vorliegt.

Verblüffend ist in diesem Zusammenhang die Entscheidung der US-Umweltbehörde, die einen Warnhinweis auf der Verpackung „Glyphosat ist krebserregend“ untersagt hat. Wenn dies nämlich nicht zutrifft, könnte Bayer ebenso eine Gegenklage mit hohen Schadenersatzforderungen einreichen. Vielleicht gibt es im Glyphosat-Fall schon im nächsten Jahr eine Einigung.

Operativ läuft es wieder besser

Lässt man diese womöglich hohe Sonderbelastung außen vor, macht der Konzern in seinen Umstrukturierungs- und Einsparungsbemühungen Fortschritte. So sind im dritten Quartal 2019 sowohl der bereinigte Umsatz um 5,4 % als auch das bereinigte operative Ergebnis um 7,5 % gestiegen.

Alle Segmente konnten zulegen. So verbesserte sich der Umsatz im Agrarsegment aufgrund einer höheren Nachfrage aus Nord- und Südamerika um 4,8 %. Der operative Gewinn stieg hier um 24,9 %. Das Pharmageschäft konnte dank des Gerinnungshemmers Xarelto und des Augenmittels Eylea seinen Umsatz um 5,9 % steigern. Der operative Gewinn sank hier leicht um 1,7 %. Und die dritte Sparte Consumer Health verbesserte ihren bereinigten Umsatz und operativen Gewinn um 3,7 beziehungsweise 3,2 %.

Zudem kommt Bayer mit seinem Verkaufsprogramm schneller voran als erwartet. So konnten bereits die Tiergesundheitssparte für 7,6 Mrd. US-Dollar an Elanco Animal Health (WKN: A2N6BH) und 60 % von Currenta an Macquarie veräußert werden.

Foolisher Abschluss

Für das Gesamtjahr 2019 rechnet der Konzern mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 6,35 Euro. Dies würde beim aktuellen Kurs immer noch einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von nur 11,0 entsprechen. Hinzu kommt die hohe Dividendenrendite von etwa 4 % (17.12.2019).

Bayer kommt beim Abbau seiner Schulden langsam voran, zeigt in seinem operativen Geschäft leichte Verbesserungen, im Glyphosat-Fall zeichnet sich eine Lösung ab und das Unternehmen befindet sich deshalb derzeit auf dem Weg der Besserung.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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