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Gazprom-Aktie im Nord-Stream-2-Schlussspurt: Per Eilantrag zur Eilfertigstellung?

Foto: Getty Images

Die Aktie von Gazprom (WKN: 903276) erfährt in diesen Tagen wieder ein kleines bisschen Bewegung. Eigentlich hat sich im Vorfeld bereits abgezeichnet, dass der wesentliche Widerstand ausgemerzt worden ist. Sowohl die EU als auch Dänemark haben bei Fertigstellung und Inbetriebnahme schließlich grünes Licht gegeben, womit die letzten regulatorischen Hürden eigentlich beseitigt waren.

Nichtsdestoweniger regt sich nun wieder etwas, hm, nennen wir es Protest gegen das wichtige Großprojekt. Die USA haben sich in einem großzügigen Akt der Gnade gegen das Projekt und die dadurch vermeintlich resultierende Abhängigkeit der EU und Deutschlands von Russland ausgesprochen und Sanktionen verkündet und auch das Wetter macht Nord Stream 2 einen Strich durch die Fertigstellungspläne.

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Für letzteres Problem scheint der russische Erdgaskonzern nun jedoch einen Plan zu haben. Schauen wir im Folgenden daher einmal, was das bewirken könnte.

Der Eilantrag, der es richten soll

Um den weiteren Verzögerungen Einhalt zu gebieten, dürfte es für Gazprom entsprechend wichtig werden, sich bei einer Besserung der Wetterlage an die Fertigstellung der Pipeline zu begeben. Allerdings sieht die bisherige Genehmigung offenkundig bloß vor, bis Winter bauen zu dürfen. Ein Umstand, den der Erdgaskonzern nun richten möchte.

Per Änderungsantrag hat Gazprom inzwischen beim zuständigen Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie beantragt, auch im Winter und im Frühjahr an dem Großprojekt werkeln zu dürfen. Bereits am Montag soll dieser bei der zuständigen Behörde erörtert werden, wobei wohl auch der russische Konzern angehört werden soll. Eine schnelle Entscheidung für den Montag wird jedoch nicht erwartet.

Weiterer Widerstand könnte hingegen vonseiten der Naturschützer kommen. Demnach fordert der Naturschutzbund Deutschland, dem Projekt keine Ausnahmegenehmigung zu erteilen, da die betroffenen Gewässer ein Rückzugsgebiet für Meeresvögel im Winter sei. Definitiv eine prekäre Ausgangslage, immerhin sind des Öfteren schon Naturschutzbelange für die Verzögerung von Wirtschaftsinteressen verantwortlich gewesen. Eine Veränderung der bisherigen Genehmigung scheint damit durchaus fraglich zu sein.

Kein Beinbruch, aber …

Investoren des russischen Erdgasriesen brauchen aus einem mittel- bis langfristigen Blickwinkel heraus dieses weitere Kapitel nicht sonderlich zu fürchten. Wie gesagt, der wesentliche Widerstand ist bereits überwunden und mit einer Fertigstellung ist vermutlich auch in Anbetracht der wetterbedingten weiteren Verzögerungen bis spätestens Frühjahr des kommenden Jahres zu rechnen. Bei einem zeitlichen Ziel bis Ende des Jahres wäre das mit Sicherheit zu verkraften, zumal aus dieser Angelegenheit dadurch wohl kein BER-Flughafen werden dürfte.

Gazprom dürfte dennoch ein berechtigtes Interesse daran haben, die Pipeline so schnell wie irgend möglich fertigzustellen, um dem weiteren medialen und sanktionsreichen Fokus zu entgehen. Die USA haben in diesen Tagen schließlich ein weiteres Mal mithilfe von Sanktionen ihren Unmut gegen das Projekt erklärt, wohl auch in der Absicht, die Pipeline noch in letzter Sekunde zu torpedieren, um ihr eigenes Fracking-Gas verkaufen zu können. Ein Aspekt, der den Schlussspurt ebenfalls verzögern könnte.

Speziell der Sanktionsansatz, der die jeweils am Bau beteiligten Schiffe sanktionieren soll, könnte schließlich zu weiteren Verzögerungen führen und entsprechend ist das schnelle Faktenschaffen wohl nun im Interesse des Managements, um die Hängepartie abzukürzen. Auch wenn die regulatorischen Hindernisse beseitigt sind, was langfristig die Fertigstellung sehr wahrscheinlich werden lässt, könnten Sanktionen zu weiteren Verzögerungen und weiterem Unmut gegen das Projekt führen. Das gilt es hier tunlichst zu vermeiden.

Es ist eine Vorsichtsmaßnahme …

Eine schnelle Finalisierung könnte daher für Gazprom eine Vorsichtsmaßnahme sein. Sobald die Pipeline fertig ist und das erste Gas fließt, wird wohl auch der Widerstand weniger werden. Natürlich auch, weil Fakten geschaffen worden sind.

Ob das zuständige Bundesamt hier jedoch Hilfestellung geben wird, dürfte überaus fraglich sein. Mal sehen, wie dieses weitere Kapitel im Kontext des EU-Projekts daher weitergehen wird.

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