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Tesla oder Google-Schwester Waymo: Wer gewinnt das Rennen ums autonome Fahren?

Autonomes Fahren wird eine riesige Chance für uns Investoren sein: Der Großbank UBS zufolge könnte der Weltmarkt für vollautonome Robotaxis bis 2030 ein jährliches Marktvolumen von über 2 Billionen Dollar erreichen.

Kein Wunder, dass viele Unternehmen versuchen, etwas von diesem Kuchen abzubekommen. Unsere Aufgabe ist es nun, die besten Aktien in diesem Bereich zu identifizieren. Zwei aussichtsreiche Kandidaten sind Waymo, eine Tochtergesellschaft von Alphabet (WKN: A14Y6F und A14Y6H), und der Elektroauto-Pionier Tesla (WKN: A1CX3T).

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Schauen wir uns mal an, was die beiden Unternehmen gemein haben, wo sie sich unterscheiden, und wer jetzt die besseren Chancen haben könnte!

Die Gemeinsamkeiten

Waymo und Tesla setzen voll auf künstliche Intelligenz (KI) – sowohl bei der Erkennung der Objekte und Personen auf der Straße als auch bei der Interpretation der gewonnenen Daten und bei der Ableitung der richtigen Fahrmanöver. Die schlauen Köpfe bei Waymo und Tesla haben den Autos also nicht einprogrammiert, woran genau man ein anderes Auto erkennt. Sie haben einem künstlichen neuronalen Netz viele verschiedene Bilder und Videos von Autos gezeigt, bis das Netz gelernt hat, ein Auto selbstständig zu erkennen.

Die Qualität eines neuronalen Netzes ist stark davon abhängig, mit wie vielen und welchen Daten man es füttert. Je besser und vielseitiger die Daten sind, mit denen die KI trainiert wird, desto besser kann sie ihre Umgebung erkennen und desto besser sind die getroffenen Fahrentscheidungen. Und damit wären wir auch schon beim ersten Unterschied.

Unterschied 1: Simulation oder reale Welt?

Denn die beiden Unternehmen beziehen ihre Daten aus ganz unterschiedlichen Quellen. Im Gegensatz zu Waymo hat Tesla den Vorteil, eigene Autos zu verkaufen. Diese sind alle mit der nötigen Hardware ausgestattet, um ihre Umgebung ständig zu überwachen, sodass Tesla seine KI ständig mit neuen Daten aus aller Welt füttern kann. Schätzungen zufolge haben Teslas insgesamt über 16,8 Milliarden Meilen zurückgelegt, 2 Milliarden davon im Autopilot-Modus. Das ist ein relativ breiter Datenschatz, der viele „Corner Cases“, also Ausnahmefälle, enthalten sollte.

Waymo dagegen muss sich auf seine vergleichsweise spärliche eigene Flotte verlassen, um Kilometer in der echten Welt zu sammeln. Entsprechend steht das Unternehmen hier erst bei über 10 Millionen Meilen. Den Großteil der Daten bezieht Waymo aus einer realistischen Fahrsimulation. Hier erreichte Waymo im Juli 2019 die Marke von 10 Milliarden Meilen. Die Simulation wird zwar laufend um neue Corner Cases erweitert, doch die Diversität der Daten dürfte bei Tesla ein gutes Stück höher sein.

Unterschied 2: Die Hardware

Die Chips von NVIDIA, die Tesla lange in seinen Autonomie-Computern nutzte, waren dem Unternehmen nicht individuell genug. Kurzerhand entwickelte das Unternehmen einen eigenen Chip, der genau auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten und daher besonders effizient ist. Zur Erfassung seiner Umwelt setzt Tesla auf Kameras, Radar und Sonar.

Waymo dagegen nutzt zusätzlich zu Kameras und Radar die LiDAR-Technik, die Laserstrahlen einsetzt, um die Umgebung zu erfassen. Aktuell sind LiDAR-Systeme recht teuer und klobig, weshalb Tesla bewusst auf die Technologie verzichtet. In der Tat war bei einer Investorenpräsentation im April zu sehen, dass ein Tesla auch allein mit den Kameras ein gutes 3D-Bild seiner Umgebung generieren kann. Die Zeit wird zeigen, ob LiDAR günstig und kompakt genug für den Masseneinsatz werden kann. Bei den Computern arbeitet Waymo mit Intel zusammen.

Unterschied 3: Regionale Grenzen und bisheriger Fortschritt

Teslas Autopilot lässt sich im Grunde überall aktivieren, wo das Auto eine Fahrspur erkennt. Auf Autobahnen wechselt das Auto sogar eigenständig die Spur und fährt selbstständig von Auffahrt zu Abfahrt – in der Regel ohne Zwischenfälle. Dennoch handelt es sich weiterhin um autonomes Fahren der Stufe zwei: Der Fahrer muss das Auto jederzeit überwachen und notfalls eingreifen können.

Waymo hat einen anderen Ansatz gewählt: Das Auto gleicht sein 3D-Abbild der Umgebung laufend mit hochauflösenden Karten ab, damit es genau weiß, wo es fahren darf (und soll) und wo nicht. Das funktioniert: Schon heute fahren in Phoenix (Arizona) Waymo-Robotaxis ohne Sicherheitsfahrer durch die Stadt. Um diesen Service jedoch auch auf andere Städte auszudehnen, müssen erst einmal die Karten erstellt werden – oder Waymo wendet sich von diesem Ansatz ab, sobald das Unternehmen zuversichtlich ist, dass die Autos nicht mehr auf den Karten spicken müssen.

Zwei grundverschiedene Ansätze …

… die beide vielversprechend klingen! Tesla denkt definitiv von Anfang an ganz groß: ohne regionale Begrenzungen, ohne teure, experimentelle Technik und mit extrem viel realer Fahrerfahrung. Schritt für Schritt erweitert Tesla seinen Autopiloten per Software-Update, bis er irgendwann einmal so gut wie alles beherrschen soll, was einem auf der Straße passieren kann. Die Tesla-internen Entwicklungsversionen können wahrscheinlich noch wesentlich mehr als das, was wir öffentlich sehen.

Waymo dagegen setzt notgedrungen stark auf simuliertes Training und schränkt die Nutzbarkeit regional ein, ist dort aber wiederum schon extrem sicher. Während es bei Tesla noch eine Zeit dauern wird, bis die ersten Robotaxis unterwegs sind, fahren von Waymo nachgerüstete Autos schon heute fröhlich Leute von A nach B, wobei die autonomen Flitzer recht sicher wirken.

Teslas Ansatz scheint mir der langfristig sinnvollere zu sein, da er sich schneller global ausrollen lässt. Zudem verfügt Tesla über eine unschlagbare Datenbasis. Doch wer weiß schon, was Waymo noch alles aus dem Hut zaubern kann.

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Christoph Gössel besitzt Aktien von Alphabet (C-Aktien), Nvidia und Tesla. Suzanne Frey arbeitet als Führungskraft bei Alphabet und sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet, Intel, Nvidia und Tesla. The Motley Fool empfiehlt short January 2020 $50 calls auf Intel.

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