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Wird die Wirecard-Aktie 2020 über 199 Euro steigen?

Foto: Getty Images

Die Aktie von Wirecard (WKN: 747206) notiert gegenwärtig auf einem Kursniveau von 115,15 Euro (06.12.2019, maßgeblich für alle Kurse). Ob dieses Kurslevel als zu teuer oder vergleichsweise günstig angesehen werden kann, daran scheiden sich weiterhin die Geister. Eines steht jedenfalls fest: Historisch hoch ist dieses Kursniveau nicht.

Bereits im Herbst hat es die Aktie immerhin wieder geschafft, auf ein Kursniveau von ca. 150 Euro vorzurücken, zum Sommer beziehungsweise Herbst des vergangenen Jahres kletterte das Papier sogar zwischenzeitlich auf 199 Euro, was noch immer das Allzeithoch markiert.

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Viele Investoren könnten sich daher fragen, ob die Aktie des inzwischen im DAX gelisteten Konzerns im kommenden Börsenjahr 2020 diese Bestmarke wird knacken können. Eine interessante Frage, der wir uns im Folgenden einmal fundamental und auch aus dem Blickwinkel aktueller Neuigkeiten nähern wollen.

Die Chance ist definitiv da

Grundsätzlich stimmt bei der Aktie von Wirecard noch immer vieles. Das Wachstum ist weiterhin deutlich zweistellig und auch die vielen Kooperationen lassen gegenwärtig auf ein konstantes, zuverlässiges und deutlich zweistelliges Wachstum schließen. Prinzipiell könnte daher einiges für ein neues Rekordhoch sprechen.

Zumal der DAX-Zahlungsdienstleister auch operativ vieles erreicht hat. Zur Erinnerung, als die Wirecard-Aktie gerade ihr Allzeithoch markierte, waren hier noch die Zahlen für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2018 maßgeblich. Bis zu diesem Zeitpunkt kam der Zahlungsdienstleister noch auf Sechsmonatsumsätze in Höhe von knapp 900 Mio. Euro. Zum ersten Halbjahr dieses Jahres betrug dieser Wert bereits 1,2 Mrd. Euro und alleine im dritten Quartal des aktuellen Geschäftsjahres stieg der Umsatz auf rund 732 Mio. Euro. Sprich, Wirecard ist derzeit fast so weit, dass man die damaligen Halbjahresumsätze innerhalb von einem Quartal umsetzen kann.

Die Wachstumsgeschichte ist daher weiterhin intakt und vieles spricht dafür, dass man auch im kommenden Geschäftsjahr 2020 weiterhin stark wachsen wird. Dabei soll aus Sicht der Ergebnisse sogar die magische Marke von einer Milliarde Euro fallen. Zumindest aus Sicht des Vorsteuerergebnisses, wodurch Wirecard bei einer derzeitigen Marktkapitalisierung in Höhe von rund 14,5 Mrd. Euro lediglich mit dem ca. 14,5-Fachen dieses Wertes bewertet würde.

Sollte Wirecard zudem auf ein Kursniveau von 199 Euro steigen, würde der Börsenwert auf rund 25 Mrd. Euro ansteigen. In Anbetracht der operativen Erfolge, die der Zahlungsdienstleister seit dem letzten Rekordhoch vorweisen kann, sowie der weiteren Wachstumsdynamik wäre das mit Sicherheit nicht vermessen, zumal sich das Bewertungsmaß dann lediglich auf das 25-Fache des Vorsteuerergebnisses belaufen würde. Ein Bewertungsmaß, das noch immer vergleichsweise preiswert ist für den wachstumsstarken Zahlungsdienstleister.

Die grundlegende Hürde: Sonderprüfung

Ausschlaggebend für eine solche Dynamik dürfte allerdings werden, dass Wirecard eine wichtige Hürde überspringt. Die der in Auftrag gegebenen Sonderprüfung durch die Prüfgesellschaft KPMG, die bei den erneut aufkommenden Vorwürfen der „Financial Times“ in Auftrag gegeben worden ist.

Die Aktie von Wirecard wird schließlich noch immer von jeder Menge Unsicherheiten begleitet und viele Investoren trauen den Bilanzpraktiken in Anbetracht der kritischen Berichte nicht, entsprechend werden diese Prüfergebnisse wohl einen Meilenstein markieren, der eine gewisse Auf- oder Abwärtsdynamik auslösen wird.

Sollte Wirecard hier durch die Prüfung fallen, wäre der Vertrauensverlust mit Sicherheit groß und die Auswirkungen könnten auch das operative Geschäft tangieren. Wer möchte schließlich als Unternehmenskunde mit einem Zahlungsdienstleister zusammenarbeiten, bei dem die Geschäftspraktiken nicht ganz sauber sind? Eben, die wenigsten, und vermutlich würden sich einige Kunden in der Folge von Wirecard distanzieren.

Das Management scheint diesbezüglich allerdings weitgehend entspannt zu sein und betont stets die Substanzlosigkeit der Vorwürfe, wobei die Kritik derzeit immer lauter wird. Neben der Financial Times sind in letzter Zeit schließlich auch das „Handelsblatt“ und die „Süddeutsche Zeitung“ auf den Zug der Kritiker aufgesprungen, was hier weiteren Druck auslöst.

Eine interessante Dynamik steht bevor

Wirecard besitzt daher definitiv eine spannende Ausgangslage, um womöglich neue Bestmarken zu markieren. Insbesondere wenn der Gesamtmarkt freundlich bleibt, könnten hier neue Rekorde gebrochen werden. Die Wachstumsgeschichte ist schließlich intakt und seit den letzten Rekordhochs hat sich operativ wirklich vieles getan.

Nichtsdestoweniger wird Wirecard die Vorwürfe einwandfrei ausräumen müssen, um hier kurstechnisch liefern zu können. Die Sonderprüfung bleibt daher in gewisser Weise auch eine Existenzprüfung für den Zahlungsdienstleister.

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Vincent besitzt Aktien von Wirecard. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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