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Ist die gigantische Marktkapitalisierung ein Hindernis für das Wachstum von Alibaba?

Die Aktie von Alibaba (WKN: A117ME) ist inzwischen definitiv in der ersten internationalen Börsenliga angekommen. Mit einer derzeitigen Marktkapitalisierung in Höhe von 530 Mrd. US-Dollar gehört der Internetkonzern schließlich zu den größeren und bedeutenderen Weltkonzernen. Das lässt sich nicht mehr bestreiten.

So mancher dürfte sich angesichts eines solchen Börsengewichts allerdings im Zwiespalt befinden. Gerade Large-Cap-Unternehmen zählen schließlich zu den zäheren und trägeren Kandidaten, deren Aktien nicht mehr so recht aus dem Quark kommen. Oder zumindest einen Teil ihrer Dynamik verloren haben.

Aber gilt das auch für Alibaba? Eine spannende Frage, der wir uns im Folgenden aus einem Foolishen Blickwinkel etwas nähern wollen.

Die Größe bremst, weil …

Grundsätzlich gilt: Je größer ein Unternehmen ist, desto schwieriger wird das Wachstum. Wenn Alibaba bei seinem derzeitigen Börsengewicht um 10 % wachsen möchte und dieser Aufschlag gerechtfertigt erscheinen soll, muss der chinesische Internetkonzern einen gewaltigen Beitrag leisten. Oder, um es etwas präziser zu formulieren: einen Beitrag, den Investoren mit einem weiteren Börsenwert von 53 Mrd. US-Dollar quittieren, was wohl ebenfalls die Umsatz- und Ergebnisentwicklung eines solchen Zuschlags näher präzisieren dürfte.

Das führt unweigerlich auch zu anderen Betrachtungswinkeln. Alibaba ist dominant im E-Commerce-Bereich und generiert in diesem Segment noch immer mit Abstand die größten Umsätze. Sofern der Internetkonzern aus dem Reich der Mitte sich also überlegen sollte, in andere Bereiche zu expandieren, werden diese womöglich zunächst nicht in der Bewertung aufgehen.

Konkretes, wenngleich abstraktes Beispiel gefällig? Sehr gerne! Mal angenommen, Alibaba überlegt sich in diesen Tagen, Bananen zu verkaufen. Selbst wenn Alibaba hierbei der führende Bananenhändler Chinas werden sollte und dadurch mehrere Millionen US-Dollar umsetzen kann, hat das auf das operative Zahlenwerk eigentlich keinen Einfluss. Auf ein kleineres Unternehmen, das hingegen eher in der Richtungsfindung ist, könnten Bananenerfolge schneller das Zahlenwerk ankurbeln. Die Größe bremst daher nicht bloß absolut, sondern auch was die Erschließung neuer Geschäftsbereiche anbelangt, die sich stets mit den bisherigen Erfolgen messen müssen. Das sollten Investoren hier definitiv bedenken.

Die Größe bremst nicht, weil …

Andererseits existieren durch das Börsengewicht auch gewisse Katalysatoren, die das Wachstum von Alibaba weiter ankurbeln können. Insbesondere, da Alibaba schließlich nicht umsonst mit einer solchen Marktkapitalisierung bewertet wird, sondern diese auch den Optimismus der Investoren misst. Sowie insbesondere die Marktstellung, die der chinesische Internetakteur im Reich der Mitte einnimmt.

Alibaba ist schließlich der führende E-Commerce-Akteur und kann für sich reklamieren, im Cloud-Segment führend zu sein. Diese beinahe beherrschende Marktstellung mit gewaltigen Geschäftsanteilen (im E-Commerce soll der Marktanteil beispielsweise bei über 50 % liegen) führt unweigerlich dazu, dass der Internetkonzern in seinen Kernmärkten überproportional profitiert.

Ein Großteil der Kunden-Händler-Interaktionen im E-Commerce findet schließlich unweigerlich über Alibaba-Plattformen statt, und das bloß, weil der Internetriese inzwischen so gigantisch ist. Das zieht hier definitiv ein rasantes Wachstum in seinen Wachstumsmärkten an, worauf die Marktkapitalisierung ebenfalls hinweist.

Dass an einer solchen Sichtweise etwas dran ist, lässt sich zudem anhand der aktuellen Zahlen für das Herbstquartal erkennen. Hier hat es der E-Commerce-Akteur schließlich erneut geschafft, die eigenen Umsätze um deutlich zweistellige 40 % im Jahresvergleich auf inzwischen 16,65 Mrd. Euro zu steigern. Zahlen, die einerseits diese These unterstreichen, andererseits verdeutlichen, dass die aktuelle Marktkapitalisierung hier gewiss keine Bremse ist.

Es ist ein Zwiespalt, definitiv

Die aktuelle Marktkapitalisierung können Investoren durchaus zwiegespalten betrachten. Einerseits kann es natürlich eine gewisse Bremse sein, der chinesische Internetriese muss inzwischen schließlich deutlich mehr bewerkstelligen, um weiteres Kurswachstum auf die Beine zu stellen.

Andererseits kommt das Börsengewicht nicht von ungefähr und der chinesische Internetkonzern beweist Tag für Tag, dass das Wachstum hier noch immer rasant anhält. Das ist die Kehrseite der Medaille.

Da wir sowieso nichts am Börsengewicht ändern können, sind Investoren womöglich gut beraten, es einfach zu akzeptieren. Und sich entweder für diese internetaffine Wachstumsgeschichte zu entscheiden, oder aufgrund der größentechnischen Nachteile eben nicht.

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Vincent besitzt Aktien von Alibaba. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.