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Ist diese Aktie mit 12 % Dividendenrendite jetzt ihr Risiko wert?

Hohe und insbesondere zweistellige Dividendenrenditen gelten in der Regel als zweischneidiges Schwert. Einerseits können solche Renditen natürlich auf eine fundamental preiswerte und vor allem dividendenstarke Chance hindeuten. Sowie auf einen Turnaround-Aspiranten, der für Kursgewinne sorgen könnte.

Andererseits stehen solche Dividendenrenditen auch für eine gewisse Gefahr, operative Probleme und damit einhergehend womöglich auch Kürzungen der Ausschüttungen. Das wiederum wäre natürlich eine klassische Dividendenfalle, bei der weitere Kursverluste folgen könnten.

Eine Dividendenaktie, die sich derzeit in einer solchen Situation befindet, ist die von Imperial Brands (WKN: 903000). Versuchen wir im Folgenden daher einmal zu ergründen, ob dieser Name sein Risiko wert ist.

Der Blick auf die Dividende

Imperial Brands kann zunächst mit einer wirklich hohen und vor allem deutlich zweistelligen Dividendenrendite glänzen. Im aktuellen Börsenjahr 2019 schüttete der Zigarettenhersteller nämlich eine Gesamtdividende in Höhe von 2,0657 Pfund Sterling an die Investoren aus. Bei einem derzeitigen Kursniveau von 17,18 Pfund Sterling (04.12.2019, maßgeblich für alle Kurse) entspricht das einer Dividendenrendite von sage und schreibe 12,02 %. Gleichermaßen eine sehr attraktive und zugleich sehr risikoreiche Angelegenheit, zumindest auf den ersten Blick.

Aus dem Blickwinkel der bisherigen Dividendenhistorie schreit alles womöglich eher: Chance! Bislang war Imperial Brands nämlich ein wirklich vorbildhafter Zahler und hat zumindest in den vergangenen zehn Jahren nicht bloß die Dividende stets konstant gehalten, sondern auch bedeutend erhöht. Letztlich ging es innerhalb dieses Zeitraumes sogar von einer Ausschüttungssumme je Aktie von 0,63 Pfund Sterling auf das aktuelle Niveau hinauf, was mehr als einer Verdreifachung entsprochen hat, wobei die eigene und stringent eingehaltene Dividendenpolitik ausschlaggebend für diese Entwicklung gewesen ist.

Imperial Brands hat bislang nämlich stets in jedem Jahr die eigene Ausschüttung um 10 % angehoben und gerade die vergangenen Jahre sind ein starker Beweis dafür, dass sich das Management an diese Richtlinie gehalten hat. Zumindest bis jetzt, denn derzeit stößt diese Ausschüttungspolitik wohl an ihre Grenzen.

Mit einem 2018er-Gewinn je Aktie in Höhe von 1,44 Pfund Sterling und der derzeitigen Dividende, die rund 43 % über dem Jahresgewinn liegt, ist das aktuelle Ausschüttungsverhältnis nämlich alles andere als nachhaltig. Auch deshalb hat Imperial Brands nun damit begonnen, die eigene Ausschüttung flexibler zu handhaben, wobei Investoren derzeit noch nicht wissen, was das heißen soll. Immerhin, in diesem Jahr blieb die Dividende nicht bloß konstant, sondern wurde weiterhin erhöht.

Ein tieferer Blick in den operativen Alltag  …

Das aktuelle Marktumfeld bleibt hier jedoch wohl weiterhin angeschlagen und immer mehr Industrienationen fahren ihren gesundheitspolitischen Widerstand gegen die Zigarettenindustrie hoch. Aspekte, die jeder bereits kennen dürfte im Kontext der eigentlich sonst so zuverlässigen Tabakdividendenaktien.

Speziell bei Imperial Brands hat sich dieser Widerstand nun sogar im operativen Alltag niedergeschlagen. Im Fiskaljahr, das hier per Ende September endete, verschlechterte sich der Gewinn je Aktie erneut um rund ein Viertel auf lediglich noch 1,06 Pfund Sterling je Aktie. Für die Dividende könnte das ein weiteres Warnzeichen sein.

Die Dividende von Imperial Brands scheint somit alles andere als nachhaltig zu sein, was Investoren hier derzeit definitiv wissen sollten. Nach derzeitigem Stand könnte sogar eine Kürzung von rund der Hälfte im Bereich des Möglichen liegen, um wieder auf ein nachhaltiges Niveau zu kommen, wobei hier dann immer noch eine Dividendenrendite von über 6 % die Folge wäre.

Der Foolishe Schlussstrich

Die Frage, ob Imperial Brands sein Risiko wert ist, ist gar nicht mal so einfach zu beantworten. Ob Investoren hier noch einmal eine Dividendenrendite von über 12 % bekommen werden, scheint angesichts des Jahresergebnisses von 1,06 Pfund Sterling und einer zuletzt gezahlten Ausschüttung von über 2 Pfund Sterling mehr als fraglich.

Eine Dividendenkürzung scheint daher aus operativer Sicht eigentlich unausweichlich. Foolishe Dividendenjäger sollten hier unbedingt das Risiko bedenken und signifikante Kürzungen in Erwägung ziehen. Und infolgedessen überlegen, ob das Gesamtpaket ohne zweistellige Dividendenrendite noch immer attraktiv erscheint.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.