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ETFs, Aktien, Gold: 3 typische Investmentfehler, mit denen du in jeder Anlageklasse Geld verbrennst

Pünktlich zum Black Friday, dem Termin für Schnäppchenjäger aller Art, war es mal wieder so weit: Der DAX verbilligte sich innerhalb eines Tages um über 2 %. Über einen solchen Preisnachlass können waschechte Schnäppchenjäger natürlich nur lachen. Im Einzelhandel schraubt man die Preise für die verwöhnte Kundschaft zum Black Friday für gewöhnlich um satte 20 % nach unten.

Von derartigen Verhältnissen ist der DAX noch weit entfernt. „Zum Glück“, sagen die einen. „Schade“, sage ich. Nicht, dass ich mir den Crash herbeiwünsche. Aber sinkende Kurse bedeuten nicht automatisch, dass du mit deinem Depot Geld verbrennst. Nein, in solchen Momenten winken oft attraktive Kaufchancen.

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Wenn du wissen willst, wie du wirklich schnell und massenhaft Geld verbrennen kannst, dann schau dir doch einfach mal die drei folgenden typischen Investmentfehler an.

1. Gier frisst Rendite

„Sei gierig, wenn die anderen ängstlich sind. Sei ängstlich, wenn die anderen gierig sind“ – dieser Klassiker von Börsenlegende Warren Buffett ist einprägsam, logisch und kann historisch kinderleicht in pure Rendite verrechnet werden.

Nur eines hat Warren Buffett nicht erwähnt: Es ist unfassbar schwer, diese Regel anzuwenden. In Wahrheit dürften sich viele Investoren regelmäßig von steigenden Kursen zu neuen Käufen verleiten lassen. Genau die sind dann auch die Ersten, die bei dem ersten säuerlichen Trump-Tweet in Panik verfallen und ihre ETFs, ihre Aktien oder ihr Gold eilig wieder auf den Markt werfen.

Derzeit ist die Gier am Zug. Das zeigt der sogenannten „Angst und Gier“-Index. Dieser kleine, nützliche Indikator skizziert die aktuelle Stimmung am Aktienmarkt zwischen 0 (extreme Angst) und 100 (extreme Gier). Der aktuelle Wert von 63 ist zwar nicht extrem, aber definitiv auch nicht neutral (Stand: 03.12.2019).

Ein wenig Gier mag ab und zu erfrischend sein. Allerdings existiert der aktuelle Zustand nicht erst seit gestern, sondern seit mehr als einem Monat. Allein in diesem einen Monat hat der US-amerikanische Index S&P 500 um beinahe 3 % zugelegt – trotz Rekordbewertungen (Stand für alle Werte: 03.12.2019). Ob die Gier diesmal siegen wird? Ich rieche bereits den Geruch verbrannten Geldes!

2. Kurz und schmerzhaft

Hast du dir die Kurse deiner ETFs, deiner Aktien oder von Gold schon mal auf niedrigen Zeitebenen angesehen? Auf vier Stunden? Auf einer Stunde? Gar auf fünf Minuten?

Ja, in diesen Zeitebenen wechseln die Märkte quasi auf die Quantenebene: Unlogische Kurssprünge, brutale Abverkäufe, hektisches Kurszittern, wohin man schaut. Perfekt geeignet, um Unsummen an Geld zu verbrennen. Sofern dir der Sinn danach steht.

Wenn du lieber Geld verdienen willst, kannst du natürlich jederzeit auf eine höhere Zeitebene fliehen. Einen Tag, einen Monat, ein Jahr, zehn Jahre! Plötzlich wird Geldverbrennen richtig schwierig. Wie soll man das auch anstellen bei einem DAX, der in den letzten fünf Jahren über 50 % zugelegt hat?

Selbst unsere Vorfahren haben ihre kurzfristigen Strategien irgendwann hinter sich gelassen. Der Elch war vermutlich zu oft gerade dann nicht aufzutreiben, wenn der Hunger groß war. Die zahme Kuh im Stall und der langfristig einigermaßen kalkulierbare Ackerbau waren im Gegensatz dazu offenbar die bessere Alternative. Ja, das macht erst mal nur Arbeit und bringt nichts. Aber langfristig ist der Ertrag umso größer.

3. Die Titanic ist unsinkbar

Als Passagier, der 1912 an Bord der Titanic ging, wusste man zwei Dinge: Das Ziel ist New York und die Titanic ist unsinkbar. Daher bestieg man die Rettungsboote nach der Kollision mit dem Eisberg auch mit aller Gemütlichkeit. Es würde mich nicht wundern, wenn dazu auch noch Schnittchen gereicht wurden.

Vielen Passagieren dürfte erst gedämmert haben, was wirklich los ist, als das Schiff die Nase zu den Sternen richtete. Wie konnte das passieren? Die Titanic ist doch unsinkbar!

Wer so mit seinen Investmenthypothesen hantiert, kann ebenfalls wunderbar Geld verbrennen. Gold wird durch die Decke gehen, weil es das einzig wahre Geld ist? Die Tesla (WKN: A1CX3T)-Aktie wird 2020 doppelt so gut laufen wie die Daimler (WKN: 710000)-Aktie? Fondsverwalter werden die Rendite von Index-ETFs niemals überbieten können?

Ja, das kann alles sein! Aber die Welt verändert sich. Jeden Tag, jede Woche, jeden Monat – und eines Tages wacht man plötzlich auf und rutscht von Bord der Titanic in die eisige See vor Neufundland.

Vielleicht sind die Aussichten für Gold an den Terminmärkten heute nicht mehr so rosig wie vor einem Jahr. Vielleicht ist der ETF der Wahl nicht mehr die günstigste Option. Vielleicht produziert das Unternehmen hinter der Lieblingsaktie doch nur Schrott, den niemand will.

Wer rechtzeitig in die Rettungsboote kommt, hat Glück. Wer unsinkbare Schiffe gar nicht erst betritt, hat Verstand.

Mein Ziel für 2020: Weniger Fehler machen

Natürlich bin auch ich nicht sicher vor den typischen Investmentfehlern. Wer frei von Investmentfehlern ist, der werfe den ersten Goldbarren!

Dennoch hoffe ich, dass ich 2020 weniger Fehler mache als in diesem Jahr. Vor allem weniger der typischen Fehler, die sich trotz hohem Bekanntheitsgrad immer wieder erfolgreich in den Alltag schleichen können.

Was planst du für 2020? Ich hoffe, Geldverbrennen zählt nicht dazu!

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Stefan Naerger besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla.

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