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Oh Schreck! Kriegt Zalando Ärger wegen der Kontrollsoftware Zonar?!

Nanu, was ist denn jetzt los? Neuesten Medienberichten zufolge monieren Datenschützer den Gebrauch der Personalsoftware Zonar durch Zalando (WKN: ZAL111). Im Moment findet offenbar eine Untersuchung durch Behörden statt, ob die Nutzung von Zonar mit dem Datenschutz vereinbar ist. Diese Untersuchung soll voraussichtlich nicht vor Beginn des kommenden Jahres abgeschlossen sein, was gewissermaßen etwas Unsicherheit rund um die Zalando-Aktie bringt.

Datenschützer raten Zalando sogar davon ab, die Software weiterhin zu nutzen, zumindest solange die Untersuchungen nicht abgeschlossen sind. Gerade beim Thema Datenschutz spitzen viele deutsche Bürger die Ohren, spätestens nach dem Datenskandal rund um Facebook.

Doch der Reihe nach: Was ist Zonar überhaupt und weshalb wird der Einsatz dieser angeblichen Kontrollsoftware jetzt zum Thema gemacht? Sehen wir uns das doch nachfolgend im Detail an.

Das ist Zonar

Die Personalsoftware Zonar ist ein gewisses Tool für eine Form des sogenannten 360-Grad-Feedbacks. Dabei werden Stärken und Schwächen von derzeit rund 5.000 Mitarbeitern von Vorgesetzten umfassend beurteilt. Über die Software können zur Beurteilung des betroffenen Mitarbeiters auch Stimmen von Kollegen eingeholt werden, um beispielsweise besser über Beförderungen zu entscheiden.

Laut zwei Stimmen der Berliner Humboldt-Universität drücke Zalando damit die Löhne und erzeuge ein Klima der Angst, in dem Beschäftigte des Milliardenkonzerns um ihren Job fürchten müssen. Außerdem wird Zalando vorgeworfen, durch den Einsatz von Zonar seine Mitarbeiter zu überwachen und somit Leistungsdruck und Stress zu erzeugen.

Zalando weist diese Vorwürfe zurück und bekräftigt auch, dass Zonar eingesetzt wird, um die Entwicklung jedes Mitarbeiters durch eine gelebte Feedback-Kultur zu fördern. Zudem sei Zonar im Einklang mit den gesetzlichen Anforderungen gemäß der neuen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und dem Bundesdatenschutzgesetz.

Viel Wirbel um nichts?

Offenkundig ist Datenschutz ein wirklich sensibles und wichtiges Thema. Persönliche Daten sollten nur einem selbst gehören und zur Verfügung stehen, das ist klar. Doch ob der Einsatz von Zonar wirklich so bedenklich ist, wie er von Datenschützern hingestellt wird, ist fraglich. Zumindest wenn man sein Urteil nach den aktuell verfügbaren Informationen fällt – bisher wurde noch nicht allzu viel bezüglich dieser datenschutzrechtlichen Untersuchung veröffentlicht.

Feedback zu geben und zu erhalten ist ein elementarer Grundpfeiler in jeder Mitarbeiter-Vorgesetzten-Beziehung und gehört in jede Firma, die etwas aus sich machen möchte. Sofern das Tool wirklich nur zum Zwecke der Verbesserung von Mitarbeiterfähigkeiten und der Arbeitsprozesse dient, scheint es meiner Meinung nach vollkommen legitim. Dass Zalando als aufstrebendes E-Commerce-Unternehmen auch ein gewisses berechtigtes Interesse an Leistungskontrolle hat, kann ich ebenso nachvollziehen.

Ich denke nämlich nicht, dass das beeindruckende Wachstum des Unternehmens und die guten Kennzahlen, die nahezu jedes Quartal geliefert werden, von ungefähr kommen. Hier steckt viel Arbeit dahinter, und dazu gehört naturgemäß auch die Durchführung von Qualitätskontrollen und die Optimierung von Arbeitsprozessen.

So manch ein Mitarbeiter mag das als Kontrolle oder Leistungsdruck wahrnehmen. Doch ist es nicht so, dass jeder Mensch ein anderes subjektives Empfinden gegenüber solchen Dingen hat? Ein anderer Mitarbeiter findet den Einsatz von Zonar möglicherweise brillant, da er sich dadurch stetig verbessern kann und somit einer langersehnten Beförderung näherkommt.

Es bleibt also abzuwarten, ob diese Thematik weiter aufgebauscht wird und zu welchem Schluss die datenschutzrechtlichen Untersuchungen kommen. Aktuell kann ich keinen Grund feststellen, weshalb Zalando ein weniger großartiges Unternehmen zu sein scheint.

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Caio Reimertshofer besitzt Aktien von Zalando. The Motley Fool empfiehlt Zalando.