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Evotec: Wann finden die Bullen wieder zurück zur alten Stärke?

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Seit dem Crash der Aktie von Evotec (WKN: 566480) im Spätsommer 2019 sind nun annähernd drei Monate vergangen. Der Aktienkurs hat sich in diesem Zeitraum nur leicht erholt und kam in den letzten Wochen nach den Zahlen zum dritten Quartal 2019 wieder unter Beschuss, sodass das Tief vom 21. August 2019, das bei 18,19 Euro lag, wieder angesteuert, aber bis dato erfolgreich verteidigt wurde. Doch viele Anleger fragen sich, wie die fundamentale Entwicklung von Evotec aussieht und welche Auswirkung technische Indikatoren auf Evotec haben könnten?

Fundamentale Aussichten der Biotechperle

Fundamental hat sich das Geschäftsmodell von Evotec in den letzten Wochen und Monaten nicht eingetrübt. So sorgt der Hamburger Wirkstoffspezialist immer wieder für Aufsehen mit neuen Kooperationen am Kapitalmarkt. Darunter fällt zum Beispiel die Meldung über eine zukünftige Zusammenarbeit mit dem japanischen Pharmagiganten Takeda (WKN: 853849). Hierbei erhält Evotec eine Zahlung für den Zugang zur iPSC-Plattform sowie einen Anspruch von bis zu 170 Mio. Euro pro Programm beim Erreichen von zuvor definierten Meilensteinen.

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Doch auch die vielschichtige Zusammenarbeit mit Sanofi (WKN: 920657) ist eine Erwähnung wert und wird meiner Meinung nach derzeit vom Kapitalmarkt unterschätzt. Diese Kooperation beschäftigt sich unter anderem mit der Erforschung von Antibiotikaresistenzen sowie der Entdeckung neuer Antibiotika, um in Zukunft über ein Mittel gegen resistente Bakterien zu verfügen. Diese Kooperation liest sich auf den ersten Blick wie jede andere Zusammenarbeit, die von Evotec veröffentlicht wurde, jedoch ist diese meiner Meinung nach besonders zukunftsträchtig.

Denn die Weltgesundheitsorganisation WHO stuft derzeit die Gefahr von zukünftigen Antibiotikaresistenzen als fünftgrößtes Risiko der Menschheit ein. Die missbräuchliche Verwendung der letzten Jahrzehnte könnte unter anderem dazu führen, dass Patienten in einigen Jahrzehnten an einer einfachen Infektion sterben müssen, die wir heute innerhalb weniger Tage heilen können.

Da aktuell die Preise für Antibiotika im Vergleich zu Krebsmedikamenten äußerst niedrig sind, gibt es in diesem Bereich nur geringe Bestrebungen in der Forschung. Dass sich Evotec dennoch auf diesen Bereich fokussiert, ist für Aktionäre jedoch keineswegs eine schlechte Nachricht, denn zukünftige Resistenzen werden (leider) zwangsweise dazu führen, dass die Preise für neue Antibiotika steigen werden. Meiner Meinung nach agiert hier Evotec einmal mehr proaktiv und wird als Vorreiter voraussichtlich die Lorbeeren einfahren.

Inhärentes Risiko des Geschäftsmodells

Das Risiko durch das Geschäftsmodell von Evotec besteht meiner Meinung nach zum Teil in der Abhängigkeit von Kooperationspartnern. Diese könnten in wirtschaftlich schwachen Zeiten die Ausgaben für Forschung und Entwicklung zurückfahren, wonach Evotec Umsatzeinbußen erleiden würde. Da jedoch Evotecs Kooperationspartner breit diversifiziert sind, würde der Wegfall der einen oder anderen Kooperation Evotec zwar schwächen, jedoch nicht existenziell bedrohen, wie dies bei anderen Pharmaunternehmen der Fall ist.

Denn viele Pharmaunternehmen basieren auf einem oder zwei Blockbuster-Medikamenten (Medikamente, die pro Jahr mehr als 1 Mrd. US-Dollar Umsatz bringen), sodass ein auslaufendes Patent für solche Medikamente diese Unternehmen weit mehr gefährdet, als dies zum Beispiel bei Evotec der Fall ist. Denn Evotecs Geschäftsmodell basiert nicht nur auf einem großen Partner, sondern auf einer Vielzahl von Pharmaunternehmen und Universitäten. Somit ist meiner Meinung nach das Risiko für Evotecs Geschäftsmodell geringer als für so manch anderes Pharma- oder Biotechnologieunternehmen.

Verkaufen laut technischer Analyse?

In den letzten Wochen und Monaten habe ich unzählige technische Analysen zur Aktie von Evotec gelesen. Allgemeiner Tenor dieser Analysen ist, dass der Kurs mehrere Aufwärtstrendlinien gerissen hat und somit Verkaufssignale generiert wurden, sodass Anleger die Aktie von Evotec meiden oder gar verkaufen sollten. Meiner Meinung nach sollten sich Anleger durch diese „Prophezeiungen“ nicht verrückt machen lassen. Es existieren unzählige Beispiele, in denen genau das Gegenteil dessen passiert ist, was von Charttechnikern prognostiziert wurde. Auch die Aktie von Evotec verhielt sich in der Vergangenheit oftmals unberechenbar für Chartanalysten, sodass ich meine Anteile zum aktuellen Preis nicht verkaufen werde.

Das ist vermutlich auch ein Grund, weshalb die Mehrzahl der technischen Analysten noch immer Analysen machen und nicht schon längst finanziell ausgesorgt haben. Meiner Meinung nach sollten Anleger daher ihre Anlageentscheidung nicht ausschließlich von technischen Analysen abhängig machen, sondern das entsprechende Unternehmen fundamental untersuchen. Denn Foolishe Anleger wissen, dass sich Qualität langfristig immer durchsetzen wird, und das trifft meiner Meinung nach auch auf Evotec zu.

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Michael besitzt Aktien von Evotec. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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