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Wirecard oder Deutsche Bank?! Darum ist der DAX-Zahlungsdienstleister die bessere Wahl!

Foto: Getty Images

Es mag für einige Investoren des eigentlich erfolgsverwöhnten Zahlungsdienstleisters bitter sein, aber die Aktien von Wirecard (WKN: 747206) und der Deutschen Bank (WKN: 514000) befinden sich momentan in einem ähnlichen Boot. Zumindest kurstechnisch sind beide Aktien in den vergangenen Monaten, bei dem Geldhaus sogar seit Jahren, ordentlich unter Druck geraten und entsprechend könnte sich hinter beiden Aktien derzeit eine Turnaround-Aktie verbergen.

Eine Gemeinsamkeit, die bei einem erweiterten Betrachtungswinkel jedoch auch ein schnelles Ende finden kann. Die jeweiligen Geschäftsmodelle sind nämlich trotz thematischer Überschneidungen grundverschieden und auch die Aussichten dürften weniger Parallelen aufweisen.

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Auch deshalb bin ich derzeit der Meinung, dass lediglich die Aktie von Wirecard derzeit eine spannende Wahl sein könnte. Aber langsam, lass uns diese Einschätzung im Folgenden mal ein wenig detaillierter inspizieren.

Die Aktie der Deutschen Bank im Visier

Fangen wir an dieser Stelle zunächst am besten mit der Aktie der Deutschen Bank an. Auch dieses Papier hat inzwischen einige bemerkenswerte und insbesondere bewertungstechnische Aspekte zu bieten. Nach dem gewaltigen Abverkauf der vergangenen Jahre, der inzwischen mit einem Kursverlust von weit über 90 % einhergeht, ist die Bewertung nämlich hier gewiss recht günstig.

Bei dem aktuellen Kursniveau von gerade einmal 6,72 Euro (25.11.2019, maßgeblich für alle Kurse) wird dieses Geldhaus deutlich unter dem Eigenkapital gehandelt. So beläuft sich der Buchwert je Aktie auf 32,52 Euro je Anteilsschein, was definitiv nach einem Schnäppchen aussieht.

Allerdings könnte es sich hier anbieten, vorsichtig zu sein. Die Deutsche Bank arbeitet zwar mit Nachdruck an einem Turnaround und hat den gewaltigsten Konzernumbau ihrer Geschichte eingeläutet. Jedoch versucht das kriselnde Geldhaus bereits seit vielen Jahren aus den Negativschlagzeilen und der eigenen Misere herauszukommen, was auch diesen Maßnahmenkatalog wieder mit einigen Fragezeichen versieht.

Tatsächlich können Investoren hier wohl kritisch hinterfragen, wie viel operative Substanz denn noch hinter dem Geschäftsmodell steckt. Das Bankwesen mag zwar oberflächlich gesehen mit Filialen, Personal und Kunden noch funktionieren, allerdings beweist die DAX-Bank bereits seit vielen Jahren, dass in den aktuellen Zeiten der niedrigen Zinsen nicht viel zu holen ist.

Ein Umstand, der sich durch die neue EZB-Präsidentin Lagarde nicht großartig verändern dürfte. Womöglich ist die aktuelle Ausgangslage daher trotz aller Bemühungen und der günstigen Bewertung einfach zu schwierig, als dass das Geldhaus den Turnaround stemmen könnte.

Wirecard: Das Geschäftsmodell funktioniert

Ein ganz anderes Gesamtpaket besitzt grundsätzlich Wirecard. Der DAX-Zahlungsdienstleister hat zwar momentan ebenfalls mit einigen Baustellen zu kämpfen und insbesondere kritische Berichte haben hier reichlich Unruhe gebracht. Womöglich könnte das Management in Anbetracht eines nicht ganz einwandfreien Krisenmanagements sogar ein Vertrauensproblem bekommen. Jedoch ist hier eine Sache bedeutend anders: Wirecard verfügt nämlich über ein funktionierendes und regelrecht florierendes Geschäftsmodell.

Der Zahlungsdienstleister verfügt seit vielen Jahren über deutlich zweistellige Wachstumsraten und kann beinahe täglich mit neuen Partnerschaften auf sich aufmerksam machen. Der Geschäftsbereich der digitalen und internationalen Zahlungsabwicklungen ist somit ein Wachstumsmarkt, in dem das Unternehmen sich weiter ausbreiten kann. Die Weichen scheinen hier grundsätzlich anders gestellt, was zu einer vollkommen anderen Bewertung der Ausgangslage führt.

Tatsächlich macht Wirecard den Banken derzeit sogar Konkurrenz. In diesen Tagen hat der noch immer zu den jüngeren DAX-Aufsteigern zählende Konzern schließlich verkündet, auf Kontenguthaben einen Zinssatz von 0,75 % bezahlen zu wollen. Vermutlich keine Option für klassische Geldhäuser wie die Deutsche Bank, die derzeit eher mit Negativzinsen auf sich aufmerksam machen. Zumindest Großkunden sollen hier künftig zur Kasse gebeten werden, was wohl auch die Innovationskraft von Wirecard hier unterstreichen dürfte.

Die Ausgangslagen sind grundverschieden

Auch wenn Wirecard und die Deutsche Bank gegenwärtig mit einigen Problemen zu kämpfen haben, die man bei beiden DAX-Aktien nicht schönreden sollte, existiert dennoch ein gewaltiger Unterschied bei diesen Vertretern aus unserem heimischen Leitindex.

Wirecard besitzt nämlich eine klarere Perspektive in einem zukunftsträchtigeren Markt. Alleine das reicht für mich bereits aus, dass ich mich eher mit dem Zahlungsdienstleister als mit der vermeintlich günstigen Aktie des noch immer kriselnden Geldhauses beschäftigen werde.

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Vincent besitzt Aktien von Wirecard. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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