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Thyssenkrupp und die Aufzugssparte: Zeichnet sich hier die schnelle Lösung ab?

Die Aktie von Thyssenkrupp (WKN: 750000) ist noch immer im Umbau- und auch Krisenmodus. Der angeschlagene Industriekonzern sucht gegenwärtig nämlich noch immer eine Lösung, wie die eigene Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit wiederhergestellt werden soll. Wobei ein wichtiger Bereich zwangsläufig immer wieder in den Fokus rückt.

Die Aufzugssparte, gewissermaßen das strategische Filetstück des Konzerns, soll demnach eine tragende Säule im Kontext dieses Umbaus werden. Durch die finanziellen Erlöse, die durch einen Verkauf erzielt werden, möchte das Management dem Konzern den Kick in die richtige Richtung geben, wobei so viele Fragen noch immer offen sind.

Derzeit wird jedoch bereits über eine schnelle Lösung spekuliert, die möglicherweise rasche Resultate und eine zügige Finanzspritze bringen könnten – und einem Wettbewerber Oberwasser geben würden.

Kone am Drücker?

Wie derzeit so nämlich berichtet wird, plant das finnische Unternehmen Kone noch immer, die Anteile von thyssenkrupp zu ergattern. Die Finnen galten hierbei als einer der ersten Interessenten an den Firmenanteilen und dieses Interesse ist gewiss nicht weniger geworden. Ganz im Gegenteil.

Nun könnte eine Vorabzahlung Kone im Ringen um die Aufzugsparte möglicherweise in eine bessere Position bringen. Demnach würde Kone drei Milliarden Euro vorab an den ehemaligen DAX-Industriekonzern überweisen, sogar noch bevor die langwierigen kartellrechtlichen EU-Prüfungen zu einem Ergebnis kämen. Eine bemerkenswerte Entwicklung, die thyssenkrupp natürlich schnelle Liquidität bringen würde.

Sollte der Deal scheitern, dürfte thyssenkrupp die drei Milliarden Euro sogar womöglich behalten. Demnach könnte es sich bei diesem Geld um eine sogenannte „Break-up Fee“ handeln, also eine Gebühr, die für das Scheitern entschädigt. Kone würde mit diesem Angebot somit in gewisser Weise All-in gehen, was das intensive Werben an dieser Stelle wohl noch einmal deutlich steigern könnte.

Allerdings sollten wir hierbei ebenfalls bedenken, dass Kone nicht der einzige Interessent ist. Und auch wenn die anderen nicht mit einem solchen Vorab-Angebot locken, könnten solche Optionen hier möglicherweise gar nicht erforderlich sein. Lass uns auch das im Folgenden ein bisschen näher erläutern.

Keine EU-Prüfung bei der Konkurrenz?

Sollte die Aufzugssparte nämlich an andere Interessenten wie unter anderem Blackstone gehen, wäre eine Prüfung an dieser Stelle gar nicht erforderlich. Die EU-Wettbewerbsprüfer hätten demnach keinen sonderlich großen Einfluss auf einen Verkauf und entsprechend könnte auch hier das Geld schnell fließen. Liquidität bekäme thyssenkrupp demnach in beiden Fällen schnell.

Nichtsdestoweniger könnte es doch einen Vorteil geben, weshalb der ehemalige DAX-Konzern hier möglicherweise eher zu Kone tendieren sollte, zumindest wenn das Angebot stimmt. Hier könnte schließlich nicht bloß die Fantasie auf schnelle Liquidität vorhanden sein, sondern auch auf ein Beibehalten der Aufzugsparte plus die Finanzspritze, beispielsweise sofern der Deal an den Hürden der Kartellprüfer scheitert.

Somit könnte thyssenkrupp an dieser Stelle womöglich mehr gewinnen als bloß den Verkaufspreis. Auch wenn das in Anbetracht des Risikos, das Kone bei diesem Angebot eingeht, wohl doch eher unwahrscheinlich scheint.

Eine bemerkenswerte Wendung

Dass thyssenkrupp die eigene Aufzugssparte loswird, scheint daher nicht mehr fraglich zu sein. Die Bieter überschlagen sich metaphorisch mit eigenen Angeboten und Kone hat hier nun mit einem verlockenden Vorschlag die Schlagzahl im Werben um die Aufzugsparte erhöht. Spannend bleibt dennoch, wer bereit ist, wie viel zu zahlen, und wer im Endeffekt unter welchen Bedingungen den Zuschlag erhalten wird.

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