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Die „neue RWE“ ist im Kommen!

Foto: The Motley Fool.

Noch befindet sich RWE (WKN: 703712) mitten im Umbruch. Der innogy-Deal ist zwar größtenteils abgeschlossen, jedoch müssen in den kommenden Monaten sicherlich einige Eingliederungen und Prozessoptimierungen vorgenommen werden. Das alles kostet eben Zeit und Geld, weshalb Aktionäre sich noch etwas in Geduld üben müssen, bevor RWE richtig durchstarten könnte.

Langsam, aber sicher setzt der Konzern jedoch den Plan der „neuen RWE“ um, bei dem der Umschwung hin zu erneuerbarer Energie gelingen soll. Laut CFO (Chief Financial Officer) Markus Krebber soll RWE bis zum Jahr 2040 klimaneutral sein und bereits nächstes Jahr soll der Ausstieg aus der Kohleverstromung in England stattfinden.

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Auch die neuen Quartalszahlen geben Grund zur Annahme, dass es langsam wieder bergauf geht mit dem Energiekonzern aus Essen. Werfen wir einen Foolishen Blick auf die neuen Kennzahlen, aber behalten dabei im Hinterkopf, dass das Zahlenwerk der RWE durchaus noch mit dem einen oder anderen Sondereffekt versehen ist, was dem Konzernumbau und dem innogy-Deal geschuldet ist.

Das sind die Zahlen

Eine Kennzahl, die in sehr ansehnlicher Art und Weise steigen konnte, ist das bereinigte EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen). Im 9-Monats-Vergleich ist das bereinigte EBITDA von 1.139 Mio. Euro im Vorjahr auf 1.442 Mio. Euro im laufenden Geschäftsjahr gestiegen – das entspricht einem beeindruckenden Anstieg um etwa 27 %!

Der Grund dafür waren außergewöhnliche Erfolge im Handelsgeschäft (Energiehandel). Hier konnte man ein Wachstum des bereinigten EBITDA von 183 auf 545 Mio. Euro verbuchen. Dazu hat auch das Gasgeschäft einen hohen Ergebnisbeitrag geliefert. Außerdem ist eine Sonderbelastung aus dem Vorjahr entfallen.

Das bereinigte EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern), auch operatives Ergebnis genannt, konnte von 465 auf 624 Mio. Euro aufwerten (plus 34,19 %) – und liegt damit bereits im 9-Monats-Verlauf über dem letztjährigen Wert (619 Mio. Euro).

Besonders sticht das Nettoergebnis hervor, das mit 9.091 Mio. Euro ausgewiesen wird und somit im krassen Gegensatz zum letztjährigen 9-Monats-Wert in Höhe von -65 Mio. Euro steht. Ein ziemlicher krasser Anstieg, wie ich finde. Doch muss man genauer hinsehen, wie dieser denn zustande gekommen ist.

Wirft man einen Blick auf die genauere Erläuterung des Nettoergebnisses, stellt man fest, dass das Ergebnis fortgeführter Aktivitäten mit -59 Mio. Euro sogar etwas schlechter ausgefallen ist als im Vorjahr (-37 Mio. Euro). Erst wenn das Ergebnis nicht fortgeführter Aktivitäten berücksichtigt wird, erhöht sich dieses schlagartig auf über 9.000 Mio. Euro. Wie kann das sein?

Grob gesagt fließt hier ein sehr großer buchhalterischer Sondereffekt mit ein, der auf das Tauschgeschäft mit E.ON zurückzuführen ist. Hier wurden im Endeffekt keine riesigen Geldsummen durch Großaufträge oder Ähnliches in die Kassen gespült, sondern es handelt sich eher um einen bilanziellen Gewinn.

Für die Zukunft sollten interessierte Investoren daher weiterhin auf Kennzahlen wie das EBITDA, das EBIT und dem Free Cashflow achten. Letzterer gibt nämlich an, wie viel Geld tatsächlich in die Kassen gespült wird (oder nicht). Der 9-Monats-Wert aus dem laufenden Geschäftsjahr ist stark zurückgegangen und wird mit -1.976 Mio. Euro ausgewiesen (Vorjahr: 2.912 Mio. Euro).

Als Grund für die Verschlechterung wird von der RWE der stark verminderte Cashflow aus laufenden Geschäftstätigkeiten fortgeführter Aktivitäten angegeben. Hier kam es wohl zu einer vorübergehenden Sonderbelastung durch die Realisierung von Termingeschäften, der sich in Zukunft wieder umkehren sollte.

Fazit

Puh, da haben wir etwas im Geschäftsbericht der RWE herumgewälzt! Abschließend können wir jedoch gemeinsam festhalten, dass das Zahlenwerk nach wie vor von Sondereffekten und vorübergehenden Kosten geplagt wird. Für langfristige Investoren sollte das hingegen kein Problem darstellen, denn diese profitieren davon, wenn RWE sich langfristig zu einem globalen Player im Bereich der erneuerbaren Energien mausern kann.

Ganz nebenbei ist das Geschäft mit Energien durchaus konjunkturunabhängig und man fährt aktuell eine interessante Dividendenrendite ein. Foolishe Investoren sollten daher die Augen offen und die Ohren gespitzt halten, sobald es Neuigkeiten rund um die Entwicklungen von RWE gibt, denn der Energiekonzern aus Essen könnte für die Zukunft durchaus interessant werden.

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Caio Reimertshofer besitzt Aktien von RWE. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien. 

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