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DAX vor Crash oder Rallye? Eine verzwickte Frage!

Foto: Getty Images

Der DAX ist in diesen Tagen und Wochen mal wieder im Vorwärtsgang. Mit dem Ende des Sommers hat sich unser heimischer Leitindex inzwischen ordentlich erholt, die Marke von 13.000 Punkten ist bereits wieder zurückerobert worden. Definitiv eine brisante Entwicklung.

Auch die Rekordhochs der Vergangenheit scheinen wieder in greifbare Nähe zu rücken. Noch ein paar Prozent, und eine neue Bestmarke könnte erzielt werden. Neben Euphorie dürfte das allerdings auch wieder eine Prise Skepsis beinhalten.

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Oder formulieren wir es an dieser Stelle anders: Was können Investoren bei dem aktuellen Bewertungsmaß noch erwarten? Folgt ein Crash oder folgen weitere Hochs? Ein paar spannende Fragen, wobei es für beide Sichtweisen einige Gründe gibt.

Es werden neue Hochs folgen, weil …

Einerseits könnte es neue Rekordhochs geben, was durchaus eine plausible Sichtweise ist. Vor allem kurzfristig könnten die Investoren nach neuen Bestmarken greifen. Eine recht unFoolishe Sichtweise, allerdings bilden gewisse Marken und Kursniveaus immer eine Faszination, die häufig als Zielmarken fungieren können.

Außerdem sollten Investoren nicht vergessen, dass eine Aufwärtsdynamik nicht an Altersschwäche stirbt. Zwar sind Korrekturen und Crashs nach einigen Jahren immer mal wahrscheinlich, ein fixes Muster oder Intervall muss es hierbei jedoch nicht geben. Zumal es auch in den vergangenen Monaten so manches Mal Volatilität gegeben hat, was hier womöglich etwas Druck aus der bisherigen Performance genommen hat.

Zudem sollten Investoren nicht vergessen, dass der DAX noch immer vergleichsweise preiswert bewertet ist. Alle 30 Vertreter unseres heimischen Leitindex kommen lediglich auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15,3, was noch immer eher moderat ist. Ende der 90er-Jahre, auf dem Höhepunkt der Dotcom-Blase, war das Bewertungsmaß ca. doppelt so hoch, von einer fundamentalen Überbewertung scheinen wir daher noch immer weit entfernt.

Letztlich sind viele einzelne Vertreter in unserem heimischen Leitindex außerdem eher günstig bewertet und könnten einiges an Aufholpotenzial besitzen. Vertreter aus der Automobilbranche kommen beispielsweise lediglich auf Kurs-Gewinn-Verhältnisse im mittleren einstelligen Bereich, auch das Chemiesegment ist historisch günstig. Solche zyklischen Aktien können daher die DAX-Rallye noch weiter anfeuern.

Das könnte für eine Korrektur sprechen

Trotz all dieser spannenden und vergleichsweise günstigen Aussichten, die nicht unbedingt für eine Korrektur sprechen müssen, existieren jedoch auch einige Aspekte, die einen Crash oder sinkende Notierungen wahrscheinlich werden lassen. Wie gesagt, es gibt für beide Sichtweisen durchaus Argumente.

Einerseits sind es die schwelenden Unsicherheiten, die auf DAX und Co. lasten. Ob der Handelskonflikt oder auch die Wirren und das Zerren rund um den Brexit, der schon heute länger dauert als ursprünglich geplant: All diese politischen Themen können Druck in die weltweiten Börsen bringen, teilweise haben sie es in der Vergangenheit bereits.

Investoren können an dieser Stelle zwar darauf hinweisen, dass es Unsicherheiten zu jeder Zeit gibt, und gewiss ist da auch ein Fünkchen Wahrheit drin, allerdings gibt es momentan noch ein anderes Thema, das Druck in die Märkte bringt. Der wirtschaftliche Boom der vergangenen Jahre scheint im Moment nämlich seinen Zenit zu überschreiten, und sollte eine Rezession kommen, spricht das ebenfalls für sinkende Kurse. Auch weil die Umsätze und Gewinne in zyklischen Bereichen hier weiter einbrechen können. Alleine die Aussicht auf einen nachlassenden Wirtschaftszyklus könnte daher die Börsen einbrechen lassen.

DAX in der Klemme? Vielleicht!

Wie wir daher im Endeffekt sehen können, befindet sich unser heimischer Leitindex in einer verzwickten Situation. Einerseits ist das Bewertungsmaß noch immer interessant und historisch nicht überteuert, andererseits existieren Unsicherheiten, die Druck in die Märkte bringen können.

Nichtsdestoweniger sollten sich Foolishe Investoren eigentlich sowieso nicht sonderlich mit der Frage beschäftigen, wo die Reise in den kommenden Wochen oder Monaten hingeht. Wichtig ist da schon eher, was die Märkte in den nächsten 5, 10 oder 20 Jahren leisten können. Und innerhalb eines solchen Zeitraums spricht viel dafür, dass die Börsen neue Rekordhochs sehen werden. Vermutlich sogar deutlich mehr als eins.

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