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128 Mrd. Gründe, warum sich die Investoren große Sorgen um die Börse machen sollten

Obwohl es ein ständiges Auf und ab war, haben langfristige Investoren in den letzten zehn Jahren große Gewinne erzielt. Seitdem der legendäre Dow Jones Industrial Average, der technologielastige Nasdaq Composite und der S&P 500 im März 2009 ihre Tiefststände erreicht haben, erzielten sie eine Rendite von 319 %, 563 % bzw. 355 %. In Anbetracht der Tatsache, dass die historischen durchschnittlichen jährlichen Renditen von S&P 500 und Dow näher an 7 bzw. 5,7 % liegen, war das ein unglaublich guter Lauf für den Aktienmarkt.

Leider wissen wir auch, dass Börsenkorrekturen normal und Rezessionen ein natürlicher Bestandteil des Wirtschaftszyklus sind. Mit anderen Worten: Alle guten Dinge müssen irgendwann ein Ende finden. Die große Frage ist: Wann?

Es geht nicht darum, „ob“, sondern „wann“ die nächste Rezession kommt

In den letzten Monaten sind einige rote Warnzeichen für eine Rezession aufgetaucht, die darauf hindeuten, dass ein Wirtschaftsabschwung bevorstehen könnte.

Beispielsweise haben wir eine Reihe von kurzfristigen Umkehrungen der Zinskurve beobachtet. Die Zinskurve ist eine visuelle Darstellung der Renditen verschiedener Treasury-Anleihen, die nach Fälligkeitsdatum gegliedert ist. Generell wünschen wir uns eine schöne Aufwärtskurve, bei der kürzere Laufzeiten niedrigere Renditen haben als längerfristige Anleihen. Das ist sinnvoll, wenn man bedenkt, dass die Käufer von Langzeitanleihen sich darauf einlassen, einen verzinsten Vermögenswert für beispielsweise 10 oder 30 Jahre zu halten. Im Falle einer Umkehrung der Renditekurve haben kurzfristige Anleihen eine höhere Rendite als langfristige Anleihen. Seit dem Zweiten Weltkrieg ging jeder Rezession eine Inversion der Zinskurve voraus, wenn auch nicht jede Inversion der Zinskurve tatsächlich anschließend von einer Rezession gefolgt war.

Ein weiteres klares Anzeichen findet sich im Bereich der Fertigung. Auch wenn das verarbeitende Gewerbe nicht wie in den 1980er-Jahren der dominante Wachstumstreiber für die US-Wirtschaft ist, ist es immer noch ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Gesundheit. In den letzten drei Monaten lag der ISM Purchasing Managers Index bei unter 50 %, was auf einen verarbeitenden Sektor hinweist, der hier im September den niedrigsten Wert seit mehr als zehn Jahren zeigte.

Besorgniserregend ist auch der Anstieg der Verschuldung. Die  Geldpolitik der Federal Reserve hat es den Unternehmen ermöglicht, sich sehr billig Geld zu leihen, was den Verschuldungsgrad erhöht und börsennotierte Unternehmen ermutigt hat, Schulden (z. B. gesicherte Schuldverschreibungen und Wandelanleihen) zu machen. Wenn die nächste Rezession eintritt, ist es unklar, ob Unternehmen in der Lage sein werden, ihren Verpflichtungen nachzukommen.

Aber vielleicht kommt die größte Warnung von allen von Warren Buffett, dessen Taten lauter sprechen als Worte.

128 Mrd. Gründe, sich gerade jetzt Sorgen zu machen

Buffett, einer der reichsten Menschen auf der Welt und langjähriger Verfechter einer glasklaren und einfachen Buy-and-hold-Anlagestrategie, hat in den letzten Jahren nicht viel an der Investmentfront getan – und das ist beunruhigend.

Buffetts Konglomerat, Berkshire Hathaway (WKN:A0YJQ2)(WKN:854075), generiert Einnahmen auf zwei Arten. Zum einen haben Buffett und sein Team ein aktuelles Portfolio von 47 Wertpapieren im Wert von rund 234 Mrd. US-Dollar. Wie jeder langfristige Investor ist Buffett bestrebt, mit den Investitionen seines Unternehmens große Gewinne und saftige Dividenden zu erzielen.

Berkshire Hathaway hat im Laufe der Jahre jedoch auch gerne Unternehmen aus einer Vielzahl von Branchen und Sektoren erworben. Insgesamt haben Buffett und sein Team etwa fünf Dutzend Unternehmen gekauft, die zum Gesamtertrag und den Einnahmen von Berkshire beitragen.

Für seinen Teil hat Buffett seit Langem das Gefühl, dass er sich mit einem Barbestand bei Berkshire Hathaway von rund 30 Mrd. US-Dollar am wohlsten fühlen würde. Das setzt voraus, dass das Unternehmen seine liquiden Mittel für Übernahmen einsetzt, die sein Ergebnis steigern. Aber etwas Seltsames ist passiert. Seit der Übernahme von Precision Castparts vor etwa dreieinhalb Jahren haben Buffett und sein Team keine relevanten größeren Übernahmen mehr getätigt. Im Gegenzug ist der Geldberg von Berkshire Hathaway bis zum Ende des dritten Quartals auf einen Rekordwert von 128,2 Mrd. US-Dollar angewachsen.

Buffett würde nie etwas offen Negatives über die Börse sagen, aber das muss er auch gar nicht – seine Handlungen sprechen laut und deutlich für sich. Durch den weiteren Aufbau der Kriegskasse von Berkshire verdeutlicht Buffett, dass es in keiner Branche ein Unternehmen gibt, das eine attraktive Bewertung bietet. Denk daran, dass Buffett nicht notwendigerweise nach einem absoluten Rabattpreis suchen muss. Er will nur ein „wunderbares Unternehmen zu einem fairen Preis“ – und das kann er bereits seit einiger Zeit nicht finden, da er in den letzten Jahren keine Übernahmen getätigt hat.

Selbst wenn Buffetts Aktionen Probleme signalisieren, wäre das Verkaufen deiner Aktien ein schlechter Zug

Also bedeutet das, dass man die Beine in die Hand nehmen und das Weite suchen sollten?

Lass uns einfach sagen, um des Arguments willen, dass Buffett richtig liegt. Wir erinnern uns, er hat nicht gesagt, dass die Börse überbewertet ist, aber seine Handlungen beweisen das Gegenteil und nehmen wir an, dass die Aktien irgendwann in der Zukunft im Minus landen. Die Sache ist die: Wir haben keine Ahnung, wann diese Korrektur stattfinden wird, was diese Korrektur verursachen wird, wie lange es dauert, bis der Markt den Tiefpunkt gefunden hat, oder wie weit die Marktindizes fallen werden.

Was wir wissen, ist Folgendes:

  • Börsenkorrekturen von mindestens 10 % erfolgen im Durchschnitt alle 1,9 Jahre.
  • Fast 60 % aller Korrekturen finden ihren Tiefpunkt in weniger als vier Monaten.
  • Von den 37 offiziellen Korrekturen seit 1950 wurde jede einzelne durch eine Rallye danach wieder wettgemacht.
  • Die Börse hat fast dreimal so viele Tage in einer Rallye verbracht wie in einer Korrektur.

Obwohl es völlig in Ordnung ist, sich Sorgen um Buffetts Mangel an Käufen zu machen, ist es auch wichtig zu erkennen, dass auf lange Sicht alle kurzfristigen Bewertungsbedenken trivial erscheinen werden.

So war der Aktienmarkt während des Dotcom-Booms Anfang der 2000er-Jahre wohl sehr teuer, sodass das KGV des S&P 500 auf über 33 stieg. Dennoch hat sich der S&P 500 seit diesem Bewertungshoch vor der Rezession vor fast zwei Jahrzehnten verdoppelt.

Kurz gesagt, du wirst jede Chance verpassen, die du auslässt, und je mehr Chancen du bekommst, desto wahrscheinlicher ist es, dass du lebensverändernde Rendite erzielst. Buffetts 128 Mrd. US-Dollar in bar sind beunruhigend, aber sie sollten deine Kaufgewohnheiten nicht beeinflussen.

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Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 12.11.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt Aktien von Berkshire Hathaway (B-Aktien) und empfiehlt die folgenden Optionen: Long Januar 2021 $200 Calls auf Berkshire Hathaway (B-Aktien), Short Januar 2021 $200 Put auf Berkshire Hathaway (B-Aktien) und Short Januar 2020 $220 Calls auf Berkshire Hathaway (B-Aktien).