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Warum die Nordex-Aktie steigt und steigt, aber ACCIONA das attraktivere Investment sein könnte

Die Aktien von Nordex (WKN: A0D655) und ACCIONA (WKN: 865629) rücken in diesen Wochen in den Fokus der Anleger. Der Windkraft-Anlagenbauer aus der zweiten Reihe hatte zuletzt einen guten Lauf, während ACCIONA seine Beteiligung erhöhte, um daran noch stärker zu partizipieren. Nun könnte ein guter Zeitpunkt gekommen zu sein, um auf die Spanier zu setzen, anstatt bei Nordex zuzukaufen.

Warum die Nordex-Aktie steigt

Richtiger wäre vielleicht zu sagen, dass sie schwankt – und das ist ja eigentlich das, was Aktien typischerweise tun. Anfang des Jahres ging es recht spektakulär nach oben, dann folgte ein heftiger Rücksetzer auf unter 10 Euro und nun wieder, getragen von einem allgemein freundlichen Börsenumfeld, sehen wir eine schöne Erholung auf über 13 Euro – alles im Rahmen also.

Stützend wirkte sicherlich auch die Kapitalspritze in Höhe von 99 Mio. Euro, die jegliche Zweifel an der Zukunftsfähigkeit von Nordex ausräumen sollte und die Abarbeitung der milliardenschweren Aufträge erlaubt. Was das in der Folge in die Wege geleitete Übernahmeangebot angeht, sollte dies hingegen keinerlei Einfluss haben. ACCIONA reichte Anfang November die Unterlagen bei der Finanzaufsicht ein und erwartet in wenigen Tagen den Start der Angebotsphase.

Doch mehr als den Pflichtpreis von 10,34 Euro wird es nicht geben, wie das Management im kürzlich veröffentlichten Neunmonatsbericht schreibt. Weitere Stücke an der Börse einzusammeln geht auch nicht, solange der Kurs über dem Angebotspreis liegt. Auch die Konstruktion von sonstiger Übernahmefantasie wäre weit hergeholt. Durch die nun auf gut 36 % erhöhte Beteiligung geht wohl kein Weg an ACCIONA vorbei und die Spanier haben klare strategische Ziele mit Nordex.

Was ACCIONA nun attraktiv macht

Obwohl es bei Nordex recht gut zu laufen scheint, bleiben Zweifel bezüglich der Profitabilität und der Fähigkeit, sich auch mittel- bis langfristig gegen die mächtige Konkurrenz zu behaupten. Im Moment sieht es jedoch so aus, als ob die 99 Mio. Euro sehr gut angelegtes Geld seien. Der Wert der gesamten Beteiligung erhöhte sich in diesem Jahr um über 70 %. Und ACCIONA kann eine Menge Einfluss darauf nehmen, ob der Aufwärtstrend weiterhin anhält.

Schließlich gehört der Infrastrukturkonzern zu den großen Entwicklern von Wind- und Solarparks. Bis zum dritten Quartal 2021 sollen weitere mindestens 1,1 Gigawatt installierte Kapazität hinzukommen, verteilt auf Länder wie Chile, Australien und Mexiko. Die gesamte Projektpipeline umfasst 9 Gigawatt und häufig liefert dann Nordex passende Turbinen. Interessant ist dabei auch die Technologiekompetenz von ACCIONA, mit der sie zunehmend auf intelligenter integrierte Projekte setzt, Stichworte Microgrids und Hybridkraftwerke.

Dass ACCIONA zudem beim Betrieb der Farmen und der Vermarktung von grüner Energie ein führender Spieler ist, zeigt, dass es hier um weit mehr als nur eine Beteiligung geht. Vielmehr profitieren große Teile des voll auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Konzerns von einer positiven Geschäftsentwicklung im Umfeld der erneuerbaren Energien. Gleichzeitig sorgen die weiteren Aktivitäten rund um Konzessionen, Infrastrukturbau und Wasser für Stabilität.

Warum nicht mal spanisch?

ACCIONA wirkt strategisch gut ausgerichtet, investiert konsequent in den Ausbau seiner Geschäftsaktivitäten und arbeitet gleichzeitig an der Stärkung der Bilanz. Gemeinsam mit Nordex ist man auf einem guten Weg, um weiterhin eine wichtige Rolle im aussichtsreichen Windkraftmarkt zu spielen. Trotzdem kommt die Aktie im Gegensatz zu den Nordex-Anteilen in den letzten Monaten nicht vom Fleck.

Das solide, profitable Infrastrukturkonglomerat bietet bereits jetzt eine Dividendenrendite von rund 4 % und das in Aussicht gestellte Wachstum lässt zukünftig auf deutlich mehr hoffen. Es mag spannend sein, bei Nordex engagiert zu sein, und die Chancen sind zweifellos groß. Auf dem aktuell wieder etwas erhöhten Niveau rücken aber natürlich auch die Risiken wieder stärker ins Blickfeld.

Mit dem breiter aufgestellten ACCIONA-Konzern und seinem großen Anteil an wiederkehrenden Barmittelzuflüssen von etwa zwei Dritteln würde ich mich eher auf der sicheren Seite fühlen und man kann trotzdem am Erfolg von Nordex partizipieren. Damit schlage ich zwei Fliegen mit einer Klappe, und eine auskömmliche Dividende gibt es noch obendrauf.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.