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Tesla, $TSLAQ und ein wichtiger Ratschlag für alle Investoren

Foto: Getty Images

Die Tesla-Aktie spaltet wie kaum ein zweites Papier die Gemüter. Zu erkennen ist das unter anderem an der Anzahl der leerverkauften Aktien: 31,8 Millionen waren es am 31. Oktober 2019 – mehr als 22 % der frei handelbaren Tesla-Anteile. Mit einem Leerverkauf setzen Spekulanten auf einen Kursverfall bei einer Aktie, indem sie sich diese ausleihen, verkaufen und hoffen, sie günstiger zurückkaufen zu können. Ein derart hoher Prozentsatz leerverkaufter Aktien ist echt außergewöhnlich.

Es überrascht nicht, dass sich Tesla-Skeptiker und -Leerverkäufer in der heutigen Zeit der sozialen Medien auch irgendwo austauschen. Das passiert auf Twitter, unter dem Cashtag $TSLAQ. Der Name leitet sich davon ab, dass die Nasdaq insolventen Unternehmen früher ein Q an das Tickersymbol anhängte.

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Von Blocklisten und Echokammern

Wenn du nach negativen Meinungen zu Tesla suchst, bist du bei $TSLAQ genau richtig: Jeder noch so positiven Meldung werden versteckte Hinweise auf eine bald bevorstehende Pleite entnommen, und wenn das nicht geht, wird die Meldung relativiert. Immer mal wieder wird der Bankrottzeitplan ein paar Monate nach hinten verschoben. Doch egal was passiert, es gilt: „$TSLA is a zero“ – die Tesla-Aktie ist null wert.

Nun ist es gewiss nichts Schlechtes, beim Investieren kritisch zu sein – im Gegenteil: Unternehmen stellen sich gerne besser dar, als sie eigentlich sind, weshalb eine gesunde Portion Skepsis immer angebracht ist. Kritisch wird es nur dann, wenn man sich nur auf eine einzige Seite der Argumentation fokussiert. Das musste der Twitter-Nutzer @RyanDoherty47, der $TSLAQ lange angehörte und auf einen Kursverfall bei der Aktie setzte, leidvoll erfahren.

In einer Serie von Tweets begründete er vor Kurzem seinen Ausstieg aus der Bären-Community. Durch seine Handelsaktivitäten in Bezug auf Tesla hatte der Nutzer „einen Großteil meines Vermögens“ verloren. Er gesteht in der Folge eigene Fehler ein: Er sei am Ende nicht mehr seiner ursprünglichen Investitionsthese gefolgt, habe nur noch den Verlusten hinterhergejagt und die Position sei zu groß gewesen.

Das sind wertvolle und wichtige Lektionen, doch sieh diese Fehler als Symptome eines viel größeren Problems: $TSLAQ verwaltet eine Liste mit Twitter-Accounts, die tendenziell der Pro-Tesla-Seite angehören. Mit einem Fingertipp kann man alle Accounts, die auf dieser Liste stehen, blockieren, sodass man deren Tweets nicht mehr sieht. Viele $TSLAQ-Mitglieder nutzen diese Liste, blockieren somit knapp 6.000 Tesla-Bullen (Tendenz steigend) und „genießen die Ruhe“.

Die Ruhe mag tatsächlich ganz schön sein (es ist immer toll, wenn einem keiner widerspricht) – doch im Endeffekt konstruiert man sich so eine riesige Echokammer. Das ist ein Begriff aus der Kommunikationswissenschaft, den du dir sehr bildlich vorstellen kannst: Eine einmal abgegebene Meinung hallt von den Wänden von $TSLAQ wider, wird vielfach geteilt und erzeugt bei den Nutzern Bestätigungsfehler, sogenannte Confirmation Biases. Zudem kann es passieren, dass sich die vorherrschende Meinung in einer solchen Echokammer immer weiter von der Realität entkoppelt. Beides kann man bei $TSLAQ häufiger beobachten – keine gute Voraussetzung für smarte Investmententscheidungen!

Egal, ob du also in Bezug auf eine Aktie besonders positiv oder besonders negativ eingestellt bist: Höre dir immer beide Seiten der Diskussion an – und bevorzuge dabei sogar eher die Seite, die deiner persönlichen Meinung entgegensteht. So bist du vor Echokammern sicher und tätigst schlauere Investitionen. Das macht es wesentlich unwahrscheinlicher, dass du beim Anlegen große Teile deines Kapitals verlierst.

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Offenlegung: Christoph Gössel besitzt Aktien von Tesla. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla und Twitter.

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