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Daimler-Aktie unter Druck: Kurzes Durchschnaufen vor der Rallye?!

Die Aktie von Daimler (WKN: 710000) ist in diesen Tagen definitiv spannend. In den letzten Wochen und ein, zwei Monaten erholte sich das Papier ordentlich. Wohl auch, weil die aktuellen Quartalszahlen gezeigt haben, dass sich der DAX-Autobauer operativ wieder in einer stabileren Verfassung präsentiert.

Am Donnerstag dieser Woche wurde diese positive Entwicklung allerdings jäh beendet. Der Grund: Die Investoren reagierten verhalten auf die Ergebnisse des Kapitalmarkttages, bei dem die Stuttgarter einen Einblick in die aktuelle Verfassung und künftigen Ziele gegeben haben.

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Doch waren die Äußerungen wirklich so enttäuschend? Und falls ja, was bedeutet das für die Aktie und die langfristigen Aussichten? Ist diese Pause möglicherweise das letzte Durchschnaufen vor der Fortführung der Rallye? Ein paar spannende Fragen, denen wir uns im Folgenden widmen wollen.

Sparen steht auf dem Programm

Wie die Verantwortlichen von Daimler im Rahmen des aktuellen Kapitaltages nun verkündet haben, stehe weiterhin Sparen auf dem Programm. Der neue CEO Olla Källenius habe dem Auto-Konzern demnach einen ordentlichen Sparkurs verordnet, der weite Teile des Konzerns tangieren soll.

Bis Ende 2022 sollen die Personalkosten in der Automobilsparte Mercedes-Benz um über eine Milliarde Euro sinken. Neben den Mitarbeitern in der Fertigung und Verwaltung sollen auch schlankere Führungsstrukturen etabliert werden. Der neue Daimler-Chef scheint somit Tabula rasa machen zu wollen, wobei auch Vorstände möglicherweise das Zittern bekommen. Oder zumindest die jeweiligen Stellen.

Auch die Prozesse und Strukturen sollen optimiert werden. Die Investitionen in Forschung und Sachanlagen sollen beispielsweise auf dem aktuellen Niveau gedeckelt werden, mittelfristig sollen die Kosten sogar reduziert werden.

Mit weiteren Details wurde hingegen eher gespart. Die Anzahl der zu streichenden Stellen wurde nicht genannt, allerdings rechnen Marktbeobachter mit bis zu 1.100 Stellen. Zudem wird damit kalkuliert, dass alleine in der Lkw-Sparte Einsparungen in einer Größenordnung von 250 bis 300 Mio. Euro erzielt werden sollen. Möglicherweise handelt es sich hier um einen größeren Ansatzpunkt.

Um es daher einmal zusammenzufassen: Bei Daimler steht sparen, sparen und noch einmal sparen auf dem Programm. Viele Investoren haben hier vermutlich auf mehr als solche recht simplen Maßnahme und Erkenntnisse gehofft.

Die eigentliche Frage: Braucht die Aktie mehr?

Eine wesentliche Sache, die Investoren daher in Zukunft beobachten sollten, ist natürlich, ob Daimler die notwendigen Mittel investiert, um weiterhin vorne mit dabei zu sein. Sowohl die Elektromobilität als auch Mobilitätsdienstleistungen erfordern schließlich Investitionen, wobei abzusehen bleibt, ob eine Deckelung hier langfristig der richtige Schritt ist.

Mittelfristig scheint es für die Aktie noch eine andere Frage zu geben: Nämlich die, ob Daimler gegenwärtig überhaupt frische Impulse benötigt. Selbst nach dem steilen Kursanstieg der vergangenen Wochen wird die Daimler-Aktie bei einem derzeitigen Kursniveau in Höhe von 51,71 Euro (14.11.2019, maßgeblich für alle Kurse) wird das Papier bei einem 2018er-Gewinn je Aktie in Höhe von 6,78 Euro lediglich mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis in Höhe von 7,6 bepreist. Zugegeben, das aktuelle Geschäftsjahr dürfte hier erneut etwas schmaler verlaufen angesichts eines rekordverdächtigen Verlusts im zweiten Quartal. Allerdings ist auch diese durchwachsene Entwicklung bereits eingepreist.

Daimler könnte daher aufgrund seiner günstigen Bewertung bloß wenige Impulse benötigen und insbesondere von externen Faktoren abhängig sein. Sowohl der Handelskonflikt als auch der Zwist zwischen der EU und den USA belastet schließlich momentan. Sofern sich hier in den kommenden Monaten oder Quartalen etwas verbessert, könnte das für eine Fortführung des Turnarounds reichen, wobei Einsparungen und eine Verbesserung der Ergebnisse womöglich als kleinerer Katalysator dienen.

Weiterhin eine spannende Ausgangslage

Die Aktie von Daimler befindet sich somit in meinen Augen nach wie vor in einer spannenden Gesamtsituation. Die Bewertung ist günstig, die Problemfelder bekannt und eingepreist. Möglicherweise überwiegen daher eher die Chancen als die weiteren Risiken.

Dass der Kapitalmarkttag aus Sicht der Investoren keine sonderlich neuen Erkenntnisse und frischen Impulse geliefert hat, mag einigen zwar missfallen. Sich auf solche kurzfristigen Ereignisse zu beschränken, dürfte hier der falsche Ansatz sein.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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