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3 gefürchtete ETF-Risiken, die in Wahrheit ziemlich harmlos sind

Welcher Investor wünscht sich nicht möglichst hohe Gewinne bei möglichst geringem Risiko? Leider gibt es in der Welt nicht viel umsonst. An der Börse schon gar nicht.

Auch die schwer in Mode gekommenen ETFs (Exchange Traded Funds: börsengehandelte Fonds) sind nicht frei von Risiken. Doch manche Risiken, die den ETFs angedichtet werden, sind aus meiner Sicht eher zahnlose Tiger und stellen sich bei genauerem Hinsehen als ziemlich harmlos heraus.

Risiko Nr. 1: Totalverlust

Index-ETFs sind beliebt. Mein favorisierter Index-ETF hat ein Volumen von über 20 Mrd. Euro.

Kein Wunder! Schließlich hat man mit einem Index-ETF, der zum Beispiel den deutschen DAX oder den US-amerikanischen S&P 500 abbildet, auf einen Schlag eine ganze Palette hochwertiger Aktien im Depot. Und das zu verschwindend geringen Gebühren.

Trotzdem kauft man letztendlich Aktien – und die haben ein theoretisches Verlustrisiko von 100 %. Aber ist das wirklich ein realistisches Risiko, das der gemeine ETF-Investor fürchten sollte?

Ich denke, in einer Welt, in der Amazon (WKN: 906866), Daimler (WKN: 710000) und Bayer (WKN: BAY001) allesamt auf null gehen, haben wir ganz sicher andere Probleme, als uns über unsere Rendite zu ärgern.

Risiko Nr. 2: Nieten

So ein Index enthält meist eine ganze Reihe fabelhafter Aktien. Mit dem S&P 500 kommen Giganten wie Microsoft (WKN: 870747), Facebook (WKN: A1JWVX) und Alphabet (WKN: A14Y6F). Mit dem DAX wäre automatisch Wirecard (WKN: 747206), Adidas (WKN: A1EWWW) und SAP (WKN: 716460) mit im Depot.

Aber man kauft auch immer ein paar Nieten mit ein. Die Deutsche Bank (WKN: 514000)-Aktie, deren Kurs sich in den letzten drei Jahren glatt halbierte, hätte man lieber nicht mit im Paket (Stand: 12.11.2019).

Wiederum ist das für den gemeinen ETF-Investor aus meiner Sicht kein Risiko, sondern einfach eine Kröte, die man schlucken muss, wenn man gemütlich auf Autopilot investieren will. Man kann eben nicht alles haben!

Sicher könnte man sich die allerbesten Unternehmen auch von Hand heraussuchen. Aber ist die Zielgruppe börsengehandelter Fonds überhaupt willens und in der Lage dazu?

Wer weiß, wie viele kleine Warren Buffetts sich in ihrer Naivität gerade die Nieten herauspicken würden. Im Vergleich dazu empfinde ich Index-ETFs als wesentlich weniger riskant.

Risiko Nr. 3: Panikverkäufe bei Kurskorrektur

Wenn alles rundläuft, sind die Nieten ein Ärgernis, aber kein Problem. Aber was ist, wenn die Stimmung kippt?

In der Theorie könnten solche Ereignisse dank ETFs eine Verkaufslawine lostreten, weil die Nieten, die nur noch dank ETF-Milliarden gekauft wurden, jetzt erst recht keine Käufer mehr finden. Ganz unrealistisch ist dieses Szenario meiner Ansicht nach nicht. Selbst Wallstreet-Legende Michael Burry ist besorgt. Nach seinen Berechnungen haben über 50 % der Aktien im S&P 500 ein tägliches Handelsvolumen von unter 150 Mio. US-Dollar, obwohl sie Teil von Finanzkonstrukten sind, die Milliarden US-Dollar auf sich konzentrieren. Oha!

Ja, diese Mischung hätte durchaus das Potenzial zum Panikcrash. Aber sollte der gemeine ETF-Investor deshalb jetzt nicht mehr ruhig schlafen dürfen?

Ganz im Gegenteil! Denn nach dem großen Knall, der vielleicht kommt oder vielleicht auch nicht, werden ETF-Investoren sehr wahrscheinlich einen ordentlichen, neu sortierten Index vorfinden, der qualitativ hochwertiger und zukunftsfähiger ist als zuvor.

Absteiger fliegen raus, Aufsteiger rücken nach. Wenn das das Ergebnis des befürchteten Crashszenarios ist, sehe ich hier eher Chancen als Risiken.

Vorsicht ist gut, nachdenken ist besser

Sicher kann man bei den drei genannten Risiken auch zu ganz anderen Schlüssen kommen als ich. Wichtig ist aus meiner Sicht, dass ETF-Investoren über die Risiken, die sie sich mit einem ETF ins Haus holen, im Detail nachdenken und auf dieser Basis entscheiden, ob sie damit leben können.

Oft klingt ein Risiko schlimmer, als es in Wahrheit ist. Oder es ist in Wahrheit schlimmer, als es zunächst den Anschein hat. Mit ein wenig Denkarbeit ist das Puzzle oft schnell gelöst.

Meiner Meinung nach zählen ETF-Investoren, die sich viele Gedanken machen, zu den Glücklichen. Denn Glück kommt meiner Erfahrung nach immer zu dem, der am besten vorbereitet ist.

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Stefan Naerger besitzt keine der erwähnten Aktien. Suzanne Frey arbeitet als Führungskraft bei Alphabet und sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. Randi Zuckerberg, eine frühere Leiterin der Marktentwicklung und Sprecherin von Facebook sowie Schwester von CEO Mark Zuckerberg, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. Teresa Kersten arbeitet für LinkedIn und sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. LinkedIn gehört zu Microsoft. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet, Amazon, Facebook und Microsoft. The Motley Fool besitzt die folgenden Optionen: Long Januar 2021 $85 Calls auf Microsoft.