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Continental-Aktie nach Zahlen: Milliardenverlust schockt – wie geht es weiter?

Es ist weiterhin Berichtssaison, allerdings haben viele Unternehmen aus der ersten Börsenreihe inzwischen ihre Zahlenwerke für die ersten neun, sowie die vergangenen drei Monate präsentiert. Ein Nachzügler, der am Dienstag dieser Woche seine Zahlen nachgeliefert hat, ist Continental (WKN: 543900).

Um eines an dieser Stelle vorwegzunehmen: Das präsentierte Zahlenwerk war hier durchwachsen. Insbesondere ein Milliardenverlust und ein Rückgang im operativen Geschäft bremste hier viele bereits getrübte Erwartungshaltungen. Aber langsam. Werfen wir lieber einen etwas detaillierteren Blick auf dieses Zahlenwerk.

Zahlen, Daten, Fakten

Prägend für das aktuelle Zahlenwerk von Continental ist derzeit der hohe Verlust, der für die vergangenen drei Monate ausgewiesen werden musste. Bedingt durch hohe Abschreibungen auf Unternehmenswerte und Umbaumaßnahmen wies der Zulieferer der Automobilindustrie hier einen Negativwert in Höhe von 1,99 Mrd. Euro aus. Womöglich Spiegelbild dieses durchwachsenen Zeitraumes.

Doch auch bereinigt um Sondereffekte ließ das operative Geschäft zu wünschen übrig. So sank das operative Ergebnis beispielsweise um rund ein Fünftel auf 615 Mio. Euro, was in Anbetracht der hohen Einmaleffekte der bessere Gradmesser für den operativen Erfolg sein könnte.

Umsatztechnisch sieht es zwar zunächst solide aus, denn immerhin stiegen die Erlöse im Jahresvergleich um 3 % auf 11,1 Mrd. Euro. Organisch betrug auch hier allerdings das Minus 0,3 %, was letztlich bedeutet, dass das Unternehmen in den vergangenen drei Monaten gemessen an den Umsätzen und der eigenen Kraft eher stagnierte.

Wie geht es weiter?

Die spannende Frage dürfte an dieser Stelle sein, wie es für den Zulieferer der Automobilindustrie weitergeht. Konzernchef Elmar Degenhart spricht angesichts eines rückläufigen Marktumfeldes zwar von soliden Ergebnissen, die Continental hier präsentieren konnte. Investoren dürften diese Ansicht speziell bei dem aktuellen Marktumfeld jedoch eher kritisch hinterfragen. Und skeptisch in die Zukunft blicken.

Immerhin wurden die inzwischen angepassten Prognosen für das Gesamtjahr bestätigt. Demnach rechnet das Management hier mit Umsätzen in einer Spanne zwischen 44 und 45 Mrd. Euro. Die operative Marge soll hingegen bei 7 bis 7,5 % liegen, was hier wenigstens ein wenig Stabilität in Aussicht stellen könnte.

Nichtsdestoweniger bleibt das Marktumfeld für einen Zulieferer, der ebenfalls von der Zyklizität der Automobilindustrie beeinflusst wird, weiterhin rau, was auch in den kommenden Wochen, Monaten und Quartalen auf das operative Zahlenwerk drücken kann.

Continental wird bei einem derzeitigen Kursniveau von 130,52 Euro, sowie einem 2018er-Gewinn je Aktie in Höhe von 14,49 Euro zwar lediglich mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von ziemlich genau 9 bewertet. Investoren sollten hier dennoch kritisch hinterfragen, ob die Talsohle auch in Anbetracht dieses preiswerten Bewertungsmaßes sowie der weiteren Aussichten nun durchschritten ist.

Ein weiterer Tiefpunkt, aber …

Continental dürfte mit dem aktuellen Zahlenwerk ordentlich aufgeräumt haben. Abschreibungen auf Unternehmenswerte sind gewiss ein Einmaleffekt, der wohl auch im Kontext der Umbaupläne gedeutet werden kann. Möglicherweise ist hier der Tiefpunkt dieser zyklischen Aktie erreicht. Wer weiß.

Investoren, die jedoch auf einen schnellen Turnaround hoffen, sollten dennoch vorsichtig sein, speziell was die weiteren Aussichten anbelangt. Gerade für Autobauer und ihre Zulieferer sind die aktuellen Wochen und Monate schließlich wenig vorhersehbar, entsprechend muss ein Turnaround, selbst wenn nun der Tiefpunkt markiert sein sollte, keine zwingende, schnelle Folge für diese zugegebenermaßen günstige Aktie sein.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.