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CompuGroup Medical: Erneut starke Zahlen eines großartigen, aber teuren Unternehmens

CompuGroup Medical (WKN: 543730) ist „the perfect fit“ für die digitale Transformation des Gesundheitswesen. Das ist zumindest das Versprechen des Koblenzer eHealth-Unternehmens. Dass dieses Versprechen aufzugehen scheint, zeigt sich einmal mehr in einer ziemlich guten Geschäftsentwicklung im dritten Quartal und einem optimistischen Ausblick in die Zukunft.

Die nackten Zahlen des dritten Quartals

Im dritten Quartal 2019 lieferte die CompuGroup-Gruppe ein organisches Umsatzwachstum von 3 % und inklusive Akquisitionen ein Umsatzwachstum von 7 %. Das klingt nun nicht sonderlich doll. Das Vergleichsquartal im Vorjahr profitierte allerdings von hohen einmaligen Umsätzen durch den Rollout der Telematik-Infrastruktur bei Arztpraxen in Deutschland. Ohne diesen Einmaleffekt würde das Unternehmen ein organisches Umsatzwachstum von starken 11 % feiern.

Bereinigt man den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) des dritten Quartals um einen einmaligen positiven Sondereffekt aufgrund der Neubewertung einer Sonderzahlung an einen Ex-Vorstand und eine einmalige Belastung durch eine kurzfristig abgeblasene Übernahme, stiege das EBITDA um 27 %. Darin enthalten sind aber auch positive Sondereffekte aufgrund der erstmaligen Anwendung einer neuen Bilanzierungsregelung. Aber auch ohne diesen Effekt stiege das EBITDA im Vergleich zum Umsatz deutlich schneller.

Auch die andern Finanzkennzahlen, die das Unternehmensmanagement regelmäßig in den Vordergrund stellt, fielen durch die Bank positiv aus. Von den Umsätzen in Höhe von 178 Mio. Euro an Umsätzen waren im dritten Quartal 66 % wiederkehrende Umsätze. Ein Anstieg um 2 Prozentpunkte und eine gute Ausgangsbasis für künftige Erfolge.

Das bringt die Zukunft für CompuGroup Medical

Auch die nächsten Jahre werden durch den Rollout der Telematik-Infrastruktur in den unterschiedlichsten Gesundheitseinrichtungen geprägt sein. Zwar ist der Rollout in der größten Kundengruppe – den deutschlandweit rund 150.000 Arzt- und Zahnarztpraxen – nun beinahe abgeschlossen, im Jahr 2020 sind dann aber die 19.000 Apotheken an der Reihe. Auch die etwa 1.900 Krankenhäuser in Deutschland müssen bis spätestens zum Jahresbeginn 2022 die neue Kommunikationsinfrastruktur im Einsatz haben. Daneben gibt es viele weitere Akteure im Gesundheitswesen: 24.000 Hebammen, 38.000 Physiotherapien und 30.000 Pflegeeinrichtungen.

Neben den einmaligen Installationen bietet die neue Infrastruktur auch unzählige Chancen für wiederkehrende Umsätze durch zusätzliche Dienste. Genau das war bereits im dritten Quartal des aktuellen Jahres einer der Haupttreiber beim organischen Umsatzwachstum bei den von CompuGroup betreuten Arztpraxen. Die bisher rund 55.000 von CompuGroup ausgerüsteten Arzt- und Zahnarztpraxen bieten dabei eine riesige Basis für das weitere Wachstum dieser wiederkehrenden Umsätze.

Unterm Strich zeichnet die CompuGroup-Aktie einige Dinge aus, die das Unternehmen grundsätzlich zu einem aussichtsreichen Investment werden lassen:

  • Der hohe Anteil wiederkehrender Umsätze von 66 % bietet eine große Portion Planungssicherheit.
  • Mit Frank Gotthart steht der Unternehmensgründer und größte Einzelaktionär (33,65 %) noch immer als Vorstandsvorsitzender an der Konzernspitze.
  • Hohe Kapitalrenditen von rund 10 % und mehr sowie starke operative Gewinnmargen von über 20 % versprechen einen tiefen Burggraben.
  • Die Geschichte beweist, dass das Unternehmen in einem aussichtsreichen, weil wachsenden Markt kontinuierlich Marktanteile gewinnen kann.
  • Eine überdurchschnittlich positive Bewertung aktueller und ehemaliger Mitarbeiter, der zu einem kununu-Score von 3,9 führt.

Noch findet man aber keine CompuGroup-Aktien in meinem persönlichen Aktiendepot. Warum? Nun, die einzige sinnvolle Erklärung ist die große Euphorie, die das Unternehmen derzeit auf den Finanzmärkten entfacht.

Qualität hat auch bei der CompuGroup-Aktie ihren Preis

Bei einem Kurs von 58 Euro liegt die heutige Marktkapitalisierung bei knapp 2,8 Mrd. Euro. Addiert man dazu die Nettoverschuldung von 314 Mio. Euro, erhält man einen Unternehmenswert von rund 3,1 Mrd. Euro. Mit Blick auf die Unternehmensprognose für das Gesamtjahr – ein Umsatz von bis zu 750 Mio. Euro und ein EBITDA von bis zu 190 Mio. Euro sollen es werden –, beträgt das Umsatzvielfache stolze 4,1 und das EBITDA-Multiple nicht weniger ambitionierte 16,3.

Das alles macht die CompuGroup-Aktien nicht zum Megaschnäppchen. Allerdings bezweifle ich auch, dass die CompuGroup-Aktien jemals zum wirklichen Schnäppchenpreis zu ergattern sind. Qualität hat eben ihren Preis. Daher werde ich wohl früher oder später in den sauren Apfel beißen und für ein starkes Unternehmen einen teuren Preis akzeptieren müssen. Zumindest dann, wenn ich irgendwann tatsächlich einen kleinen Teil dieses großartigen Unternehmens besitzen möchte.

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Sven besitzt keine der genannten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.