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Wirecard – geeignet als langfristiges Investment?

Debit- und Kreditkarten
Foto: Getty Images

Wirecard (WKN: 747206) ist seit einigen Jahren der absolute High Flyer an der Deutschen Börse. Aktionäre des bereits seit dem Jahr 2000 an der Börse gelisteten IT-Konzerns konnten sich in den vergangenen zehn Jahren über eine Rendite von mehr als 1.200 % freuen und spätestens seit dem Aufstieg in den DAX vor rund einem Jahr ist Wirecard wohl jedem deutschen Aktionär ein Begriff. Aber eignet sich die Aktie auch in den kommenden Jahren als langfristiges Investment?

Wie hat sich Wirecard fundamental entwickelt?

Wirecard hat sich auf die Abwicklung von elektronischen Zahlungen spezialisiert und profitiert damit genau wie die beiden amerikanischen Kreditkartenriesen Visa (WKN: A0NC7B) und Mastercard (WKN: A0F602) vom Megatrend hin zu mehr elektronischen Zahlungen. Das führt dazu, dass Wirecard die Umsätze in den letzten elf Jahren von 197 auf 2.016 Mio. Euro und den Gewinn je Aktie von 0,42 auf 2,81 Euro steigern konnte. Auch in Zukunft plant Wirecard weiter kräftig zu wachsen. So soll zum Beispiel das EBITDA im laufenden Jahr um rund 40 % zulegen.

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Der Haken bei Wirecard

Fundamental scheint sich Wirecard sehr gut zu entwickeln. Umsatz und Gewinn steigen stark und der Konzern operiert auf einem Markt, der in den kommenden Jahren aller Voraussicht nach stark wachsen wird. Trotzdem gibt es bei Wirecard eine Sache, die man als Anleger immer im Auge behalten sollte, denn mit recht starker Regelmäßigkeit sieht sich der Konzern mit Manipulationsvorwürfen konfrontiert.

Die ersten Vorwürfe gegen Wirecard kamen bereits 2008 von der Schutzgemeinschaft Deutscher Kapitalanleger. Die Wirecard-Aktie brach nach den Vorwürfen wegen falscher Bilanzierung um fast 70 % ein. Der nächste Skandal folgte im Jahr 2010, als die Wirecard-Aktie aufgrund einer Falschmeldung um über 30 % einbüßte. Nach sechs ruhigen Jahren warf das Analyseunternehmen Zatarra Research & Investigation Wirecard 2016 illegale Praktiken vor. Im folgenden Jahr war es dann das „Manager Magazin“, das über illegale Bilanzierungspraktiken berichtete.

Auch in diesem Jahr erlebt Wirecard wieder eine regelrechte Achterbahnfahrt. Nach Berichten der „Financial Times“ über erfundene Kunden und Umsätze von Wirecard in Singapur fiel die Aktie zu Jahresbeginn um fast 50 %. In den vergangenen Wochen erhob die „Financial Times“ erneut Vorwürfe gegen Wirecard wegen zu hoher Umsätze und Gewinne bei Tochterfirmen.

Deshalb kaufe ich keine Wirecard-Aktien

Anscheinend ist Wirecard in seinen Bilanzierungs- und Geschäftspraktiken sehr intransparent und macht sich dadurch angreifbar. Ansonsten würden nicht mehrere voneinander unabhängige Medien über Jahre hinweg Vorwürfe gegen Wirecard erheben. In der Vergangenheit erwiesen sich die gegen Wirecard erhobenen Vorwürfe als größtenteils falsch. Auch die aktuellen Vorwürfe der „Financial Times“ weist Wirecard zurück und hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG mit einer Sonderprüfung beauftragt.

Obwohl Wirecard bisher immer unschuldig war, sind die ständigen Vorwürfe für mich ein Grund, die Aktie nicht zu kaufen. Als Privatanleger hat man nicht die Möglichkeit, selbst zu bewerten, ob Wirecard wirklich unschuldig ist. Daher ist es auch nicht möglich, einzuschätzen, inwieweit man dem Unternehmen vertrauen kann.

Das Vertrauen in ein Unternehmen ist meiner Meinung nach aber eine der essenziellsten Grundvoraussetzungen für ein langfristig erfolgreiches Investment. Ohne Vertrauen in das entsprechende Unternehmen wird man mit hoher Wahrscheinlichkeit bei der nächsten kleinen Krise und einem damit verbundenen Kursrückgang die Aktien des Unternehmens verkaufen und dadurch niemals langfristigen Erfolg mit der Aktie haben. Da ich nicht einschätzen kann, ob ich Wirecard vertrauen kann, investiere ich persönlich nicht in Wirecard-Aktien.

Aus meiner Sicht ist das aber auch nicht schlimm, da es meiner Meinung nach genug sehr gute Alternativen am Aktienmarkt gibt. Diese sehen sich nicht mit ständigen Vorwürfen konfrontiert und lassen einen Privatanleger daher besser schlafen. Im Bereich der elektronischen Zahlungsabwicklung fallen mir beispielsweise Mastercard, Visa und auch Paypal (WKN: A14R7U) ein. Diese Unternehmen wachsen fundamental stark, haben in der Vergangenheit keine großen Skandale produziert und genau wie Wirecard agieren sie auf dem Markt der elektronischen Zahlungsabwicklung, der rosige Zukunftsaussichten hat.

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Robin Gey besitzt Aktien von Mastercard und Visa. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von MasterCard, PayPal und Visa.

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