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Wasserstoff: Die Großindustrie nimmt Fährte auf und 1 bahnbrechende Erfindung!

Foto: Linde AG

Zwar profitieren kleine Wasserstofffirmen, wie Nel (WKN: A0B733), PowerCell Sweden (WKN: A14TK6) oder ITM Power (WKN: A0B57L) langfristig wahrscheinlich stärker vom Boom der Branche, aber zum Durchbruch verhelfen können ihr nur Großkonzerne, die über viel mehr Kapital und größere Produktionsanlagen verfügen. Die gute Nachricht in diesem Zusammenhang lautet jedoch: Sie hat das Gas jetzt für sich entdeckt und möchten an der Entwicklung teilhaben.

So werden beispielsweise Linde (WKN: A2DSYC) und Air Liquide (WKN: 850133) eine entscheidende Rolle bei der Wasserstoffproduktion spielen. Erfahre, wie beide Konzerne gerade ihre Kapazitäten ausbauen und welche neue Entwicklung die Wasserstoff (H2)-Produktion zukünftig noch einmal deutlich effektiver machen wird.

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Linde baut in Leuna eine neue H2-Produktionsanlage

Das Unternehmen machte zuletzt Schlagzeilen, indem es sich an ITM Power beteiligte und mit ihm ein Joint Venture gründen möchte. Zudem hat der Konzern damit begonnen, in Leuna (Sachsen-Anhalt) eine große H2-Produktions- und  Verflüssigungsanlage zu bauen, deren Fertigstellung bis 2021 erwartet wird.

Sie wird die modernste ihrer Art sein und 10 Tonnen H2 pro Tag produzieren können.  Um die Energiedichte zu erhöhen, wird das Gas auf -253 Grad gekühlt, sodass die Transportmengen pro Lkw deutlich ansteigen.

Aber nicht nur Linde beobachtet derzeit einen starken H2-Nachfrageanstieg. Und wenn ein Großkonzern vorlegt, ziehen meist alle anderen nach.

Air Liquide eröffnet in Japan eine weitere H2-Tankstelle  

Es ist kein Geheimnis mehr, dass Japan und Südkorea staatlich gefördert verstärkt auf H2 setzen. Davon kann auch Air Liquide profitieren. Zuletzt eröffnete der Konzern zusammen mit dem Partner Japan H2 Mobility bereits seine dritte H2-Produktions- und -Tankstelle in Tokorozawa Matsugo (Japan).

Aufgrund zusätzlicher Druckspeicher können hier nicht nur Autos, sondern auch Busse innerhalb weniger Minuten befüllt werden. Bis Ende 2025 möchte Japan 320 H2-Tankstellen errichten und 200.000 H2-Autos auf die Straße bringen. Diese werden die H2-Nachfrage weiter steigern, wovon wiederum Air Liquide profitieren wird.

Diese Entwicklung wird die H2-Produktion noch effizienter machen

Auch bei der Wasserstofftechnologie gibt es noch viele Verbesserungsmöglichkeiten. Dass sie jedoch auf dem Weg sind und Hochleistungscomputer sowie künstliche Intelligenz hier weitere große Entwicklungssprünge ermöglichen, zeigt die folgende Erfindung.

H2 wird über die sogenannte Elektrolyse produziert. Die Wissenschaftler fanden nun heraus, dass mit Molybdän-Tellurid überzogene Elektroden in Kombination mit starken elektrischen Impulsen die Produktionsmenge bei gleichem Stromverbrauch deutlich erhöhen. Der Prozess soll über den Einsatz von künstlicher Intelligenz zukünftig noch weiter optimiert werden.

Die Wissenschaftler aus Großbritannien, Deutschland und Ungarn konnten so belegen, das pro Millivolt Stromeinsatz sich die H2-Produktionsmenge verdoppelte. Dies bedeutet eine enorme Effizienzsteigerung, die wiederum dazu beiträgt, H2 günstiger zu machen. Zudem können die erneuerbaren Energien so noch effektiver genutzt werden.

Und wenn man sich nun vorstellt, dass bald mehr erneuerbare Energie produziert als benötigt wird, würde H2 als Nebenprodukt abfallen. Zudem kann so überschüssige Energie gespeichert werden. Das Problem der unstetigen Energieerzeugung wäre damit gelöst. Die Wissenschaftler halten diesen Weg sogar für noch effizienter als die Energiespeicherung über Batterien.

Foolishes Fazit

Die Erfindung zeigt deutlich, dass die technische Entwicklung noch lange nicht am Ende ist und somit für H2 auch noch starke Kostensenkungspotenziale bestehen, was letztendlich für die Wirtschaftlichkeit entscheidend sein wird. Da aber nun auch die Großindustrie auf den H2-Zug aufspringt, könnte sich die Entwicklungsgeschwindigkeit noch einmal beschleunigen.

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Christof Welzel besitzt Air Liquide-Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien. 

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