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Das MBB-Management verdoppelt seine Wette auf die deutsche Energiewende

Im Sommer verkündete MBB (WKN:A0ETBQ) die Übernahme der Friedrich Vorwerk GmbH & Co. KG und damit den Einstieg in das Geschäft mit dem Verlegen von Stromkabel und Gasrohren. Im Herbst soll nun die Komplettübernahme der Bohlen & Doyen Gruppe erfolgen. Damit verdoppelt das MBB-Management sein Engagement in einem attraktiven Markt – zumindest, wenn man an die deutsche Energiewende glaubt.

Die Energiewende erfordert massive Investitionen in die Energieinfrastruktur

Die Gedanken hinter den beiden Zukäufen sind schnell erklärt. Die anstehende Verabschiedung von der Kernenergie und von fossilen Energieträgern in Deutschland macht einen Umbau des Energiesystems unausweichlich. Ein Ersatz dieser schon bald fehlenden Kraftwerkskapazitäten erfolgt entweder über andere, weniger umweltschädliche fossile Alternativen, also Gaskraftwerke, oder aber über Wind- und Sonnenkraft. Wie so oft im Leben dürfte es in der Realität ein Mix aus beidem sein.

Ein großer Teil der Windkraft aus dem Norden muss künftig in den Süden, da die Atomkraftwerke und Kohlekraftwerke dort künftig fehlen werden, die dortige Industrie aber nicht auf eine gesicherte Energieversorgung verzichten möchte. Dafür braucht es neue Stromtrassen. Aufgrund der immer öfter gewünschten Verlegung dieser Trassen unter der Erde wird das richtig teuer: wahnsinnige 70 Milliarden Euro bis zum Jahr 2035!

Aber auch die Gasinfrastruktur steht vor einer großen Herausforderung. Nicht nur aufgrund der Anbindung der angesprochenen neuen Gaskraftwerke. Der zunehmende Anteil erneuerbarer Energien kann für die Gasinfrastruktur künftig eine weitere Daseinsberechtigung liefern.

Durch die schwankende Erzeugungsleistung – je nach Windstärke und Sonneneinstrahlung – sind die Erzeugungskapazitäten von Windkraftanlagen und PV-Anlagen manchmal nicht dann vorhanden, wenn man sie brauchen würde. Und umgekehrt sind sie genau dann vorhanden, wenn man sie nicht braucht. Zur Überbrückung des zeitlichen Auseinanderfallens von Angebot und Nachfrage ist eine Speicherung notwendig.

Die Speicherung könnten natürlich Batteriespeicher übernehmen. Genauso gut könnte mit dem gerade nicht gebrauchten Strom von Windkraftanlagen mittels Elektrolyse aber auch Wasserstoff erzeugt werden. Dieser Wasserstoff kann fossiles Erdgas ersetzen und beispielsweise über Gasrohre dorthin geleitet werden, wo er gebraucht wird: zur Stromerzeugung im Gaskraftwerk, zum Heizen im Winter, für Prozessgase in der Industrie oder aber zur Wasserstofftankstelle für den Schwerlastverkehr.

Das ist heute natürlich noch Zukunftsmusik. Damit diese Musik aber überhaupt spielen könnte, müssten neben den genannten 70 Milliarden Euro in die Stromnetze weitere 7 Milliarden Euro in die Gasinfrastruktur fließen.

So geht es nun für MBB weiter

Das sind großartige Chancen für die beiden Neuzugänge unter den MBB-Beteiligungen. Beide Unternehmen erwirtschaften heute zusammen einen Jahresumsatz von über 190 Millionen Euro. Das ist ein starkes, weniger zyklisches Gegengewicht zu den bisher dominierenden Automobilzulieferern Delignit und Aumann im MBB-Portfolio. Noch dazu eines mit großartigen Wachstumsaussichten.

Leider lassen uns die jüngsten Pressemitteilungen der Berliner Investoren rätseln, mit welchem Umsatz man für das kommende Jahr rechnen kann. Sprach man bei der Vorwerk-Übernahme noch von einem annualisierten Jahresumsatz von über 600 Millionen Euro, waren es bei der Verkündung der Übernahme von Bohlen & Doyen lediglich über 660 Millionen Euro – und das, obwohl mit Bohlen & Doyen ein Jahresumsatz von über 90 Millionen Euro hinzukommen wird. Auch das mittelfristige Umsatzziel aller MBB-Beteiligungen wurde angepasst. Präsentierte man bisher immer ein Umsatzziel von 750 Millionen Euro im Jahr 2020, sprach man bei der letzten Investorenpräsentation von einem Umsatzziel von einer Milliarde Euro – allerdings erst für das Jahr 2025.

Am 15. November präsentiert das Unternehmen die Zahlen für das dritte Quartal. Vielleicht erhalten wir dann ja mehr Informationen darüber, wo sich die fehlenden 30 Millionen Euro versteckt haben.

Ist dies die nächste Wirecard?

Wirecard stieg um fast 2.000 %. Jetzt gibt es einen aussichtsreichen „Nachfolger“, der schon bald die Spitze einnehmen könnte. Erst im vergangenen Jahr kam die Aktie an die Börse. Mit +49 % Umsatz-Wachstum (2018) und einer traumhaften Marge von 52 % (vor Steuern und Abschreibungen) fasziniert das Unternehmen die Analysten, während seine Plattform die Internet-Händler in der ganzen Welt mit der besten Performance begeistert und so bereits über 3 Milliarden Menschen erreicht. Wächst hier ein ganz neuer Tech-Gigant heran? Alle Details liest du hier:

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Sven besitzt Aktien von MBB. The Motley Fool empfiehlt MBB.