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Alles für den Turnaround: Deutsche Bank bricht Tabu, Commerzbank saniert mit fragwürdigem Verkauf

Die Aktien der Commerzbank (WKN: CBK100) und der Deutschen Bank (WKN: 514000) machen weiterhin eine schwierige Zeit durch. Alleine die Aktienkursverläufe zeigen, trotz kleinerer Erholungen in diesen Tagen, das Ausmaß der Probleme der vergangenen Jahre. Nichtsdestoweniger arbeiten beide Geldhäuser weiterhin an ihrem Turnaround.

Auch in diesen Tagen gab es erneut spannende Meldungen über Maßnahmen, die hierbei hilfreich sein sollen. Sogar Teilverkäufe sind im Gespräch, bis hin zu einer Geschäftspraktik, die den Kunden definitiv nicht gefallen dürfte. Zumindest einigen.

Werfen wir im Folgenden daher einen Blick auf diese Maßnahmen und schauen einmal, was Kunden diesbezüglich wissen müssen. Sowie, was diese Schritte langfristig wohl bringen könnten.

Deutsche Bank: Strafzinsen für vermögende Kunden

Wie die Deutsche Bank in diesen Tagen verkündet hat, werde man künftig auf Strafzinsen setzen, zumindest teilweise. Um dem aktuellen Niedrigzinsumfeld zu entgehen beziehungsweise ebenjenes an die Kunden weiterzugeben, die über signifikante Einlagen verfügen, wird das Geldhaus nun diesen Schritt gehen. Und bricht somit in gewisser Weise mit einem Tabu.

Strafzinsen dürften schließlich viele Kunden verschrecken und sind der Albtraum sämtlicher Sparer. Entsprechend alternativlos scheint dieser Weg nun zu sein, den die Deutsche Bank hier geht, wobei nicht alle Kunden gleichermaßen von diesem Schritt bedroht sind. Letztlich werden die Strafzinsen nämlich lediglich Großkunden treffen, die über eine Million Euro besitzen und auf ihren Konten bunkern. Definitiv eine interessante Entwicklung.

Die Deutsche Bank folgt hiermit wohl dem aktuellen Bankenumfeld. Viele Banken, an der Zahl sogar bereits 134, haben inzwischen Negativ- beziehungsweise Strafzinsen eingeführt, wobei die Deutsche Bank betont, dass man mit den Kunden ins Gespräch gehe. Ziel sei es, ein Umdenken zu bewirken und in andere Anlageformen umzuschichten. Eine Werbemaßnahme für künftige Neukunden sieht unterm Strich dann doch jedenfalls anders aus, zumal künftig womöglich weitere Kundenkreise zu diesem nicht gerade beneidenswerten Kreis dazukommen könnten.

Commerzbank: Ein problematischer Verkauf

Für weiteres Aufsehen sorgt in diesen Tagen außerdem die Commerzbank. Im Rahmen der Strategie 5.0 hat das Geldhaus bereits vor einiger Zeit wesentliche Maßnahmen präsentiert, mit denen man mittelfristig zurück in die Spur finden möchte. Neben einer weiteren Ausdünnung des Filialnetzes waren hierbei insbesondere Investitionen im Fokus des Managements, deren Finanzierung nun vielleicht auf der Kippe steht.

Der Grund hierfür ist eigentlich relativ einfach erklärt: Ursprünglich wollte die Commerzbank die polnische mBank zu Finanzierungszwecken verkaufen. Allerdings grassieren derzeit Rechtsstreitigkeiten über Kredite in Schweizer Franken, die vor wenigen Jahren für Aufruhr gesorgt haben. Je nach Rechtsauffassung könnte es passieren, dass die Commerzbank diese faulen und strittigen Kredite in ihrem Portfolio halten muss, was entweder den Verkauf unmöglich macht oder den Kaufpreis drücken dürfte. Definitiv schlechte Neuigkeiten im Kontext des Konzernumbaus.

Die Commerzbank wird daher möglichst kurzfristig eine Antwort auf diese Streitigkeiten finden müssen, wobei eine Lösung in jedem Fall teuer oder langwierig sein wird. Beides keine sonderlich tollen Optionen für eine Bank, bei der weder Geld noch Zeit im Überfluss vorhanden sein dürfte.

Es scheint einfach nicht zu laufen

Wie wir es auch drehen und wenden, sowohl bei der Commerzbank als auch bei der Deutschen Bank scheint es einfach nicht zu laufen. Die Commerzbank könnte nun Schwierigkeiten bei der Finanzierung des eigenen Umbaus bekommen, die Deutsche Bank hat sich hingegen scheinbar eingestanden, dass es keine besseren Optionen gegen die niedrigen Zinsen gibt, als diese an die Kunden weiterzugeben.

Wenn du mich fragst, stimmen beide Maßnahmen daher nicht sonderlich optimistisch. Möglicherweise sollten Investoren daher erneut kritisch hinterfragen, wie solide es hier um die Turnaroundpläne der jeweiligen Geldhäuser bestellt ist.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.