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3 smarte Alternativen zum Emerging Markets-ETF

Gerd Kommer gilt als absolute Koryphäe, was die passive Geldanlage in ETFs betrifft. Zu Recht – seine Bücher kann ich jedem Börsenneuling nur empfehlen. In einem Punkt allerdings vertrete ich einen anderen Standpunkt als Kommer – ich würde niemals einen ETF kaufen, der den MSCI Emerging Markets Index abbildet.

Warum ich wenig vom MSCI Emerging Markets-ETF halte

Es gibt drei Gründe, weshalb ich mir niemals einen Emerging Markets-ETF ins Depot legen würde.

Grund 1

Der MSCI Emerging Markets Index investiert in Länder, in die ich auf keinen Fall im großen Stil investieren möchte. Ich denke hier beispielsweise an Griechenland, Ägypten, Kolumbien oder Pakistan. Niemals würde ich breit gestreut in diese Länder investieren wollen – warum sollte ich mir dann einen ETF ins Depot holen, der genau das tut?

Grund 2

Unter den Top-Holdings des MSCI Emerging Markets Index befinden sich Unternehmen wie China Construction Bank, China Mobile oder ICBC. Mein Problem mit diesen Unternehmen? Sie befinden sich allesamt mehrheitlich in Staatsbesitz.

Wir Aktionäre müssen bei solchen Unternehmen davon ausgehen, dass stets die Interessen Chinas an erster Stelle stehen. Nicht die Kunden, nicht die langfristige Entwicklung des Unternehmens und erst recht nicht wir Aktionäre. Für mich ein klassischer Interessenkonflikt, den ich bei meinen Investments definitv vermeiden möchte.

Da die chinesische Regierung am längeren Hebel sitzt als ich kleiner mitteleuropäischer Fool mit meiner Handvoll Aktien, kann das Fazit für mich nur lauten: Investieren unmöglich!

Grund 3

Die Performance des MSCI Emerging Markets Index war in den letzten zehn Jahren erbärmlich schlecht – seit 2009 legte er um gerade mal 36 % zu (Stand: 01.11.2019). Zur besseren Einordnung hier ein paar Vergleichsindizes.

10-Jahres-Performance
DAX             + 137,6 %
S&P 500             + 191,1 %
MSCI World             + 144,9 %

Quelle: onvista.de (Stand: 01.11.2019)

Meiner Meinung nach führten Investments in äußerst zweifelhafte Volkswirtschaften (Griechenland, Ägypten und Co.) in Kombination mit großen Investments in Staatskonzerne dazu, dass der MSCI Emerging Markets Index in den letzten zehn Jahren deutlich schlechter abschnitt als praktisch jeder relevante Vergleichsindex.

Ich persönlich glaube nicht, dass sich daran in naher Zukunft etwas ändern wird – deshalb möchte ich dir heute drei Alternativen zum MSCI Emerging Markets Index vorstellen!

Alternative 1: Immobilien-ETF

Ich selbst habe mir den iShares Asia Property Yield (WKN: A0LEQL)-ETF erst vor Kurzem ins Depot gelegt – hierbei handelt sich um einen Immobilien-ETF. Ich denke, dass er den MSCI Emerging Markets-ETF zumindest teilweise ersetzen kann.

Branche                        Immobilien
Anlageschwerpunkt Japan/Hongkong/Australien/Singapur
Fondsvolumen                       391 Mio. Dollar
Gesamtkostenquote TER                            0,59 %
Replikationsmethode                          physisch

Quelle: justETF.com

Klar – er investiert nicht direkt in Unternehmen aus den Emerging Markets – sondern ausschließlich in Immobilienunternehmen aus den umliegenden Ländern. Sollten sich die asiatischen Emerging Markets – beispielsweise China, Indonesien, Indien und Vietnam – dynamisch entwickeln, wovon ich persönlich ausgehe, dann sollten die umliegenden Länder wie Japan, Hongkong, Australien und Singapur davon ebenfalls in nicht unerheblichem Maße profitieren.

Denn das Wachstum Chinas, Indiens und Co. sollte auch die Nachfrage nach Immobilien aus den umliegenden Ländern beflügeln – weshalb man den iShares Asia Property Yield-ETF als eine Art indirektes Investment in die asiatischen Emerging Markets betrachten könnte.

Eines ohne chinesische Staatskonzerne, ohne Griechenland, Ägypten und Co. – dafür mit einem deutlichen besseren Track-Record: In den letzten zehn Jahren legte dieser ETF um 96,5 % zu – obendrauf gibt’s rund 3 % Dividendenrendite.

Alternative 2: Aktiver gemanagter Fonds

Ja – ich weiß: Aktiv gemanagte Fonds sind teurer als ETFs und aktuell völlig aus der Mode. Wenn ein Fondsmanager jedoch aufgrund seiner Fähigkeiten in der Lage ist, seinen Vergleichsindex outzuperformen, dann macht es in meinen Augen Sinn, etwas mehr für sein Produkt zu bezahlen.

Genau das ist beim Fidelity Funds – Emerging Asia Fund A (WKN: A0NFGM) der Fall. In den letzten zehn Jahren legte dieser Fonds um 105 % zu – der MSCI Emerging Markets schaffte wie oben erwähnt nur 36 % (Stand: 01.11.2019). Der Grund für diese Outperformance ist meiner Meinung nach Teera Chanpongsang – der Fondsmanager des Fidelity Funds Emerging Asia Fund A.

Sein großer Vorteil: Der gebürtige Thailänder kennt die Märkte, Gegebenheiten und Unternehmen in Asien gut – ein westlicher Fondsmanager hätte es hier deutlich schwerer. Gleichzeitig kann er auf das Know-how von hoch qualifizierten Analysten aus dem renommierten Fondshaus Fidelity zurückgreifen.

Das beeindruckende Resultat dieser schlagkräftigen Kombination: Chanpongsang hat seine Peer Group in neun von zehn Jahren outperformt – nur ein einziges Mal hatte er das Nachsehen (Quelle: Trustnet). Genau so jemandem vertraue ich mein Geld gerne an – insbesondere, wenn es um schwierige Märkte wie die Emerging Markets geht.

Dafür bin ich auch bereit, ein paar Euro mehr Gebühren im Jahr zu bezahlen – entsprechend könnte dieser Fonds der erste in meinem Portfolio werden.

Alternative 3: Einzelaktien

Die dritte Alternative ist denkbar einfach – wir sind unser eigener Fondsmanager! Es gibt großartige Unternehmen in den Emerging Markets, die massiv vom Wachstum der Schwellenländern profitieren dürften. Zum Beispiel MercadoLibre (WKN: A0MYNP) – das gerne als das ebay Lateinamerikas bezeichnet wird.

Oder Tencent (WKN: A1138D) – das chinesische Pendant zu Facebook (WKN: A1JWVX), WhatsApp und Co. Man könnte diese Auflistung noch weiter fortführen – was ich damit sagen möchte: Die richtigen Einzelaktien können ein wunderbares Mittel sein, um vom Aufstieg der Emerging Markets zu profitieren – wenn man weiß, wonach man suchen muss.

Eine Strategie, der Wille, eine umfangreiche Aktienanalyse durchzuführen, und eine etwas höhere Risikotoleranz aufgrund der schlechteren Diversifikation sollten Anleger bei Einzelaktien aus den Emerging Markets allerdings mitbringen.

Mein Fazit zu den Alternativen zum Emerging Markets-ETF

Statt den vor sich hindümpelnden MSCI Emerging Markets Index zu besparen, bevorzuge ich eine Mischung aus an den Emerging Markets angrenzenden Immobilienunternehmen, gute gemanagten Fonds und ausgewählten Einzelaktien. In der Vergangenheit war diese Kombination deutlich attraktiver als der MSCI Emerging Markets Index – und ich bin zuversichtlich, dass das auch zukünftig so sein wird.

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Randi Zuckerberg, eine frühere Leiterin der Marktentwicklung und Sprecherin von Facebook sowie Schwester von CEO Mark Zuckerberg, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von MercadoLibre und Tencent und empfiehlt eBay. Thomas Brantl besitzt Aktien von Facebook und Anteile des iShares Asia Property Yield-ETF.