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Dividendenperle Royal Dutch Shell: Das ist der Befreiungsschlag (aber warum nicht für die Aktie?)!

Die Berichtssaison ist inzwischen in vollem Gange und auch der britisch-niederländische Öl- und Erdgasmulti Royal Dutch Shell (WKN: A0ER6S) hat nun sein Zahlenwerk für das dritte Quartal sowie die ersten neun Monate präsentiert.

Nachdem der Konzern im zweiten Quartal noch mit ordentlich schwächeren Zahlen auf sich aufmerksam gemacht hat, war die Erwartungshaltung nun entsprechend hoch. Doch wie es scheint, konnte der Ölmulti wieder nicht liefern, denn immerhin notierte die Aktie zwischenzeitlich im mittleren einstelligen Prozentbereich im Minus.

Werfen wir dennoch einen Foolishen Blick auf dieses Zahlenwerk und schauen im Folgenden, wo womöglich der Schuh gedrückt hat und warum es sich hierbei dennoch um einen kleineren Befreiungsschlag gehandelt haben könnte.

Ein Blick auf die Ergebnisse

Um an dieser Stelle gleich zum Wesentlichen zu kommen: Eigentlich konnte Royal Dutch Shell mit diesem Zahlenwerk in Anbetracht der Ölpreise von lediglich 60 US-Dollar Pi mal Daumen im Durchschnitt ein starkes Ausrufezeichen präsentieren. Der auf die Anteilseigner entfallende Quartalsüberschuss belief sich mit einem Wert von 5,88 Milliarden US-Dollar sogar marginal höher als der Vorjahreswert. Das ist definitiv eine spannende Entwicklung.

Auf Sicht der einzelnen Aktie betrug das Ergebnis sogar 0,76 US-Dollar, womit die Dividende wieder mehr als vom Gewinn gedeckt werden kann. Selbst bereinigt beläuft sich dieser Wert sogar noch auf 0,59 US-Dollar, was definitiv mehr als ausreichend ist, um die Ausschüttung von 0,47 US-Dollar vom Gewinn zu übertrumpfen. Die weiteren Mittel können daher wohl für Aktienrückkäufe oder ähnliche Maßnahmen genutzt werden, die der Öl- und Erdgasriese ebenfalls verfolgt.

Auf Basis der ersten neun Monate liegt der auf die Aktionäre entfallende Überschuss hingegen bei 14,87 Milliarden US-Dollar, was rund 16 % unter dem Vorjahreswert liegt. Hier dürfte sich speziell das schwächere zweite Quartal bemerkbar machen, wobei Royal Dutch Shell mit diesem Zahlenwerk nun eindrucksvoll demonstriert hat, dass man weiterhin für eine operative Überraschung gut ist, selbst wenn die Ölpreise niedriger sind.

Was aktuell auf die Stimmung drückt

Nichtsdestoweniger gab es bei diesem Zahlenwerk ein kleineres Aber. Denn speziell bei den Aussichten könnten Äußerungen von CEO Ben van Beurden für etwas Pessimismus gesorgt und das brisante Zahlenwerk ein wenig entwertet haben. Wobei wir den Konjunktiv dieser Worte betonen sollten.

Demnach bestünden nämlich weiterhin einige Unsicherheiten, die für die Öl- und Erdgasbranche in den kommenden Monaten von entscheidender Bedeutung sein dürften. Gemeint sind hiermit wohl die konjunkturelle Lage sowie die handelspolitischen Aussichten, die sich noch immer nicht einfinden wollen.

Deshalb könne es sein, dass man bei den eigenen Zielen beim Schuldenabbau und den Aktienrückkäufen hinter dem Zeitplan zurückbliebe. Eine Perspektive, die so manchem Investor mit Sicherheit nicht schmeckt, was wohl den aktuellen Abverkauf erklären dürfte.

Nicht auf das Hätte, Wäre, Wenn und Aber versteifen

Investoren sollten sich dennoch nicht auf den Konjunktiv versteifen, sondern erst mal das aktuelle Zahlenwerk zu würdigen wissen. Mit diesem hat Royal Dutch Shell nun ein starkes Ausrufezeichen gesetzt und eindrucksvoll demonstriert, dass die seit vielen Jahrzehnten ungekürzte Dividende weiterhin operativ sicher zu sein scheint.

Alles weitere wird sich herausstellen. Und wie es handelspolitisch und konjunkturell weitergeht, darauf haben wir sowieso keinen Einfluss. Das wird die Zeit zeigen.

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Vincent besitzt Aktien von Royal Dutch Shell. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.