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Was tun, wenn die Dividende gekürzt wird? Drei Tipps für den Fall der Fälle

Foto: Getty Images

Es gibt viele Strategien, um erfolgreich Vermögen zu bilden. Eine Möglichkeit, für die sich immer mehr Investoren interessieren, ist der Aufbau eines Dividendendepots, welches langfristig sowohl eine gute Rendite als auch einen hohen passiven Geldfluss aus den erhaltenen Ausschüttungen generieren soll.

Denn in Zeiten, wo es so gut wie keine Zinsen mehr auf festgelegtes Geld gibt und auch andere Alternativen fehlen, werden die Dividenden für den Einzelnen immer wichtiger, um regelmäßige Erträge aus seinen Anlagen zu erwirtschaften. Und so kalkulieren viele Anleger die Ausschüttungen der Unternehmen, in die sie investiert haben, als festen Bestandteil in ihre Vermögensplanung mit ein.

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Aber leider sind eben die Dividenden nicht die neuen Zinsen und viele sind erstaunt, wenn ein Unternehmen die Ausschüttung unerwartet senkt oder, schlimmer noch, ganz ausfallen lässt. Doch in einem solchen Fall sollte man keinesfalls überstürzt oder unüberlegt handeln, sondern sich an diesen Artikel mit folgenden drei Tipps für den Fall der Fälle erinnern.

Wie könnte man also mit der Nachricht umgehen, dass eines der Unternehmen im Depot die Kürzung seiner Dividende angekündigt hat?

1. Ruhe bewahren

Als wenn es nicht schon ärgerlich genug wäre wenn ein Konzern, in den man investiert hat, eine Kürzung seiner Dividende bekannt gibt, ist dies eventuell auch mit durchaus negativen Meldungen über diese Unternehmen verbunden. Denn entschließt sich eine Aktiengesellschaft zu so einem unpopulären Schritt, hat dies meistens handfeste Gründe, die nicht selten mit einem eingetrübten Geschäftsverlauf einhergehen.

Doch sollte man hier als Anleger besonnen bleiben und auf keinen Fall vorschnell seine Konsequenzen ziehen und die Aktie womöglich verkaufen. Ist ein Unternehmen in eine etwaige finanzielle Schieflage geraten, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass es jetzt zu einer Katastrophe kommen muss.

Es kann immer einmal Phasen geben, in denen es wirtschaftlich nicht ganz so gut läuft oder andere Störfeuer wie der aktuelle Handelskrieg einen Konzern belasten können. Doch solche Verwerfungen sind meistens kein langfristiger Begleiter, sondern verschwinden, sobald sich die wirtschaftliche Lage wieder aufhellt und sich auch die anderen Probleme abgeschwächt haben.

2. Nach der Ursache suchen

Sollte es bei einem seiner Unternehmen zu einer Senkung der Dividende kommen, muss man unbedingt gut hinschauen, was die Gründe dafür sind. Denn auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht nicht so scheint, kann sich eine solche Maßnahme für den betreffenden Konzern in der Zukunft sogar positiv auswirken.

Hierzu ein Beispiel:

Im Jahr 2009 hat der US-Pharmakonzern Pfizer (WKN:852009) seine Dividende um 50 % gekürzt. Was von den Anlegern sehr ärgerlich aufgenommen wurde, hatte aber einen handfesten Grund. Man hatte sich damals entschlossen, den Biotechnologie-Spezialisten und Konkurrenten Wyeth zu übernehmen, um so seine Marktstellung noch weiter auszubauen.

Um sich finanziell nicht zu übernehmen, wurde die Quartalsdividende ab Juni 2009 von 0,32 US-Dollar je Aktie auf 0,16 US-Dollar je Aktie halbiert und damit wurden weitere finanzielle Mittel frei, um diese wichtige Akquisition umzusetzen. Die Übernahme hat sich für Pfizer ausgezahlt und auch die Aktionäre können sich mittlerweile wieder über eine Quartalsdividende in Höhe von 0,36 US-Dollar je Aktie freuen.

Man sollte also immer genau hinschauen, warum ein Konzern sich zu einer Dividendenkürzung entschließt, und sich erst dann für oder gegen eine Weiterführung seines Investments entscheiden.

3. Chancen nutzen

Wird die Dividende zusammengestrichen, kann dies auch mit massiven Kursverlusten einhergehen. Denn wie schon erwähnt können ja auch wirtschaftliche Gründe eines Unternehmens diesen Schritt notwendig machen. Doch hier können für mutige Investoren auch Chancen lauern.

Ein solches Beispiel könnte in diesem Jahr der US-Konzern Kraft Heinz (WKN:A14TU4) darstellen. Dieser schockte seine Aktionäre am 22.02.2019 mit der Mitteilung über eine Dividendenkürzung und einer Abschreibung von 16 Mrd. US-Dollar auf den Wert vieler seiner Marken.

Die Ausschüttung schrumpfte somit von 0,63 US-Dollar je Aktie auf nur noch 0,40 US-Dollar je Aktie pro Quartal. Und auch der Aktienkurs musste mächtig Federn lassen. In den letzten zwölf Monaten verlor die Kraft Heinz-Aktie gut 50 % an Wert und bietet somit trotz Dividendenkürzung beim aktuellen Kurs von 27,84 US-Dollar (19.10.2019) eine Dividendenrendite von 5,75 %.

Ob die Probleme bei Kraft Heinz wirklich unlösbar sind, bleibt abzuwarten. Hat man die Aktie im Depot, könnte man also durchaus an einen Nachkauf denken. Erstens um seinen Einstandskurs zu reduzieren und zweitens um auf eine wieder steigende Ausschüttung zu spekulieren.

Fazit

Eine Senkung der Dividende ist für jeden Investor ärgerlich, doch sollte man immer besonnen bleiben, die Ursache der Kürzung untersuchen und unter Umständen könnte man sogar die betroffene Position weiter aufstocken, um so mutig und zukunftsorientiert zu investieren.

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Andre Kulpa besitzt Aktien von Pfizer. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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