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In einen ETF investieren versus Aktiendepot – was ist die bessere Wahl?

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Besonders wenn man neu an der Börse ist, stellt sich die Frage, ob man seine Geldanlage passiv oder aktiv gestalten möchte. Vereinfacht gesagt bedeutet eine passive Geldanlage, dass du beispielsweise einen Fonds auswählst, der gemanagt wird. Die Fondsmanager wählen also, nach zu Beginn festgelegten Rahmenbedingungen, bestimmte Aktien oder auch Anleihen aus, in die sie mit dem Geld der Fondsanleger investieren. Tun die Manager das mit Erfolg, steigen die erworbenen Fondsanteile üblicherweise im Wert.

Haben die Manager des ausgewählten Fonds kein gutes Händchen oder verlangen für ihre Dienste zu hohe Verwaltungs- oder Performancegebühren, bleibt die Rendite für Privatanleger oft auf der Strecke. Mit einem ETF (Exchange Traded Fund) kannst du ganz ohne Manager, die teuer bezahlt werden möchten, passiv in die Aktienmärkte investieren. Die laufenden Kosten bei einem ETF halten sich eher in Grenzen, weshalb sich als Privatanleger normalerweise eine wesentlich bessere Rendite mit dieser Anlageform erzielen lässt.

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In beiden Fällen muss man nicht viel tun, außer zu Beginn einen guten Fonds oder eben einen guten ETF auszuwählen. Schließlich möchte man sein hart erarbeitetes Geld auch gewissenhaft und eben mit guten Renditemöglichkeiten angelegt wissen.

Der aktive Investor bevorzugt es, sich selber mit Aktien auseinanderzusetzen, diese zu analysieren und legt sich schlussendlich die ausgewählten Einzelwerte in sein Depot. Die Renditechancen sind bei dieser Anlageform wesentlich höher, wenn man ordentlich arbeitet und nicht wahllos Aktien kauft. Bessere Renditechancen bedeuten aber auch ein höheres Risiko als bei einer Investition in einen ETF. Nachfolgend möchte ich darstellen, wo die Vorteile des jeweiligen Anlagetyps liegen.

Geldanlage ja, aber bitte ohne großen Aufwand

Es ist vollkommen verständlich, dass nicht jeder die Risikobereitschaft oder die Zeit hat, sich intensiv mit der Auswahl einzelner Aktien zu beschäftigen. Für Sparer, die mittlerweile die Nase voll haben, auf ihr Erspartes fast keine Zinsen zu erhalten, bietet sich ein ETF wunderbar an.

Die Auswahl an ETFs ist groß und daher sollte man zuvor zumindest ein wenig Zeit in die Recherche stecken, um einen passenden ETF für sich zu finden. Wichtige Kriterien bei der Auswahl eines geeigneten ETF sind meiner Meinung nach, unter anderem, die folgenden:

  • Die Größe des ETF (mindestens 100 Mio. Euro verwaltetes Vermögen und nach Möglichkeit nicht mehr als 1 Mrd. Euro)
  • Die Diversifikation (es sollten Aktien aus verschiedenen Ländern, Branchen und Größen im ETF enthalten sein)
  • Je nach persönlichem Geschmack ausschüttend oder thesaurierend
  • Möglichst geringe Kostenstruktur (das TER (Total Expense Ratio) sollte möglichst gering sein)
  • Fondswährung Euro, um keinen Wechselkursschwankungen ausgesetzt zu sein
  • Nach Möglichkeit ein Morningstar-Rating von mindestens 3 Sternen
  • Die Strategie (hier sollte man prüfen, ob eventuell versucht wird, mit Optionen, Derivaten oder Anleihen die Kursperformance zu verbessern)

Selbstverständlich wird es schwierig sein, einen ETF zu finden, der genau alle diese Kriterien erfüllt (und eventuell noch weitere Kriterien, die du voraussetzt).  Ich habe, beim Broker meines Vertrauens, eine Suche mit den oben beschriebenen Kriterien gestartet und bin auf zwei verschiedene ETFs gestoßen.

Zum einen wäre da der Xtrackers Stoxx Global Select Dividend 100 Swap UCITS ETF 1D (WKN: DBX1DG) – ich bin immer wieder erstaunt, wie lang und verschachtelt solche Namen ausfallen können –, der die Wertentwicklung des STOXX (R) Global Select Dividend 100 Index nachbildet. Dazu wird entsprechend in die Wertpapiere investiert und zusätzlich werden derivative Techniken eingesetzt, um die Renditechancen zu erhöhen bzw. Risiken abzusichern. Wie der Name schon sagt, besteht der Großteil der Aktien aus Dividendenpapieren, dementsprechend schüttet der ETF sogar selber eine Dividende an seine Investoren aus.

Zum anderen bin ich auf den iShares Dow Jones Global Titans 50 UCITS ETF (WKN: 628938) gestoßen, der den Dow Jones Global Titans 50 Index nachbildet. Dieser Index misst die Wertentwicklung der 50 größten börsennotierten Unternehmen der Welt. Zugegeben, mit Diversifikation auf kleinere Unternehmen hat dieser ETF rein gar nichts zu tun, aber dennoch konnte er langfristig gesehen gut performen und schüttet ebenso Dividenden an seine Investoren aus.

Ein Blick auf den langfristigen Chart beider ETFs zeigt, dass beide Wertpapieranlagen in der Vergangenheit gut gelaufen sind. Das bedeutet natürlich nicht zwangsläufig, dass es zukünftig auch so sein wird, aber ich denke, die Wahrscheinlichkeit dafür ist doch gegeben – mehr Rendite als auf einem Sparbuch sollten sie passiv orientierten Anlegern jedenfalls einbringen, außer die Europäische Zentralbank beschließt, den Leitzins auf 3 bis 5 % oder mehr anzuheben (bei dem Gedanken musste ich eben schmunzeln).

Aktives Investieren bedeutet Leidenschaft

Entscheidet man sich für die Variante, eigenständig in Einzelwerte zu investieren, ist das mit Arbeit verbunden, da brauchen wir uns nichts vorzumachen. Man könnte sich auch die Arbeit sparen und einfach, mehr oder weniger willkürlich, in verschiedene Aktien investieren, und schauen, was dabei herauskommt. Ich denke aber, dass die wenigsten bei dieser Vorgehensweise ihr gesamtes investiertes Kapital wiedersehen werden.

Kann man sich hingegen für die Beobachtung, Analyse und Bewertung von Unternehmen begeistern und hat eventuell noch ein glückliches Händchen bei der Aktienauswahl, so kann man sich durchaus ein attraktives Nebeneinkommen in Form von Dividenden ermöglichen oder aber man findet mit einem Value-Ansatz großartige Unternehmen zu einem fairen Preis, die langfristig und nachhaltig zu erfreulichen Kursgewinnen führen.

Das Schöne am aktiven Investieren ist, dass man seine Strategie völlig frei bestimmen kann und alle Zügel – zumindest, was die Geldanlage an sich angeht – in der Hand hält. Um dir einen passenden Vergleich zu den wichtigen Kriterien bei der ETF-Auswahl zu schaffen, nachfolgend noch ein paar wichtige Kriterien bei der Aktienauswahl.

  • Blue Chips oder Nebenwert (große Unternehmen sind weniger volatil als kleine Nebenwerte mit Start-up-Charakter, die zusätzlich meist unsicherer sind)
  • Diversifikation (gestalte dein Depot mit Aktien aus verschiedenen Ländern, Branchen und Größen)
  • Entscheide dich für Dividenden-, Value- oder Growth-Aktien (oder kreiere deinen eigenen Mix, Stichpunkt Diversifikation)
  • Signifikante Beteiligung des Managements am Unternehmen
  • Visionäre Führungskräfte
  • Beliebtheit der Produkte, die das Unternehmen verkauft
  • Vorhandensein eines Burggrabens

Was ist dir lieber?

Ich persönlich liebe es, aktiv zu investieren. Geschäftsberichte zu lesen, Unternehmen zu analysieren und zu bewerten und vieles mehr – das alles bereitet mir Freude und ich nehme mir gerne dafür Zeit. Wenn es dir genauso geht, könntest du dir überlegen, ebenfalls als aktiver Investor tätig zu werden. Falls du hingegen keine Lust auf diese Arbeit hast, es dir keinen Spaß macht oder du vielleicht einfach keine Zeit dafür hast, wäre eine passive Anlageform vermutlich die bessere Möglichkeit, am Börsengeschehen teilzuhaben. So oder so, die Entscheidung liegt ganz bei dir und wir Fools begleiten dich gerne mit unseren Artikeln auf deiner weiteren Reise.

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Caio Reimertshofer besitzt keine der erwähnten Wertpapiere. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien. 

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