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Wirecard startet Aktienrückkauf: Warum das ein guter und ein schlechter Zeitpunkt sein könnte

Foto: Getty Images

Es scheint in diesen Tagen fast ein wenig nebensächlich zu sein, doch das Management von Wirecard (WKN: 747206) hat es nun also getan: Es hat weitere Informationen rund um die Aktienrückkäufe durchsickern lassen, die eigentlich als weitere Kursstütze gedacht gewesen sind.

Zugegeben, in diesen Tagen scheint die Wirkung zu verpuffen, denn immerhin hat wieder die Financial Times Einzug gehalten und in den vergangenen Tagen reichlich Börsenwert vernichtet. Ein stinknormaler Aktienrückkauf wird diese Auswirkungen wohl nicht kompensieren können.

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Nichtsdestoweniger dürften sich viele Investoren dennoch fragen, ob der innovative Zahlungsdienstleister nun gutes oder ganz mieses Timing mit dieser Ankündigung gezeigt hat. Lass uns diesbezüglich mal ein paar Foolishe Überlegungen anstellen.

Das Timing ist gut, weil …

Doch bevor es ums Timing selbst geht, ein paar Basics zu den aktuellen Aktienrückkäufen. Wie das Management des innovativen Zahlungsdienstleisters nun verkündet hat, werde man für rund 200 Mio. Euro eigene Papiere einziehen und aus dem Handel nehmen. Der Zeitraum dieser Rückkäufe soll sich über die kommenden zwölf Monate erstrecken, wobei ab sofort einzelne Aktien eingezogen werden sollen.

Einerseits scheint es nun natürlich, als habe der innovative Zahlungsdienstleister mit dieser Maßnahme ein hervorragendes Timing bewiesen. Die Kurse der Wirecard-Aktie sind momentan wieder ordentlich rückläufig. Der Financial Times sei, hm, Dank. Komisch, das zu sagen. Das führt allerdings gegenwärtig dazu, dass jetzt mehr Aktien für den gleichen Betrag eingezogen werden können, was den Effekt der Rückkäufe noch einmal verstärken kann.

Zudem beweist der DAX-Konzern damit, dass noch immer Business as usual gefahren wird, was in diesen Tagen möglicherweise das größte Ausrufezeichen bedeuten könnte. Wirecard lässt sich nicht von den aktuellen Berichten unterkriegen, sondern führt die eigenen Pläne konsequent weiter aus. Dazu gehören nun also auch die Aktienrückkäufe, was durchaus eine beruhigende Signalwirkung für Investoren haben dürfte. Das kann durchaus gefallen.

Das Timing ist mies, weil …

Andererseits könnte das Timing allerdings auch schlecht sein. Einerseits, natürlich, weil niemand weiß, wohin die Reise der Aktie noch geht. Vor allem der Zeitraum von 12 Monaten könnte hierbei zu lang sein, denn gerade in der aktuellen Korrektur könnten sich schließlich viele Käufe anbieten. Dieser lange Zeitraum könnte daher darauf hindeuten, dass sich das Management selbst nicht der Aktienkursentwicklung sicher ist. Was möglicherweise auf weiter turbulente Zeiten hindeuten könnte. Wer weiß?

Zudem ist das Volumen in dieser Zeit doch vergleichsweise gering. Ursprünglich wurde berichtet oder spekuliert, dass Wirecard für in etwa ein Drittel der Zahlung des SoftBank-Deals eigene Aktien einziehen wollen würde. Das entspräche jedoch einem Betrag von 300 Mio. Euro und nicht von 200 Mio. Euro, was möglicherweise gerade aktuell zu Verunsicherung führen könnte.

Wieso hat das Management nun die Kürzung des Programms beschlossen? Wieso nicht noch mehr Mittel, gerade in Anbetracht des Financial Times-Dilemmas, freigegeben? Oder zumindest die ursprünglich kolportierte Summe, die diesen Effekt nun noch einmal verstärkt hätte? Fragen über Fragen, die momentan zu Verunsicherung führen, was sich ebenfalls im Abverkauf am heutigen Freitag von knapp 6 % widerspiegelt.

Verzwickte Aktienrückkäufe

Eigentlich könnten die Aktienrückkäufe daher zeitlich durchaus passend terminiert sein. Die Financial Times hat nun eine günstige Gelegenheit geschaffen, damit das Management hier nun mehr Aktien einziehen kann. Zumindest, wenn hier nun bald Nägel mit Köpfen gemacht werden und ein Großteil der 200 Mio. Euro in den kommenden Wochen bereits investiert werden.

Nichtsdestoweniger hat das Timing und das merkwürdige und vor allem vergleichsweise geringe Volumen des Rückkaufpakets zu Verunsicherung geführt. In einer Zeit, wohlgemerkt, in der sowieso ein nervöses Umfeld herrscht, wo man solche Überraschungen eigentlich nicht auch noch gebrauchen konnte.

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Vincent besitzt Aktien von Wirecard. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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