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Achtung, Ticketsteuer! Kommt die Deutsche Lufthansa dadurch unter Druck?

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Nun ist es bekannt: Fliegen wird ab April 2020 teurer werden. Von diesem Zeitpunkt an steigt die Ticketsteuer für Abflüge von allen deutschen Flughäfen. Unsere Bundesregierung hat nämlich, im Rahmen ihres Klimapakets, beschlossen, auch die Luftverkehrssteuer anzuheben. Als ob diese Maßnahme nicht ohnehin schon fragwürdig wäre, wurden die Sätze stärker als geplant angehoben.

Demzufolge soll die Steuer für Inlandsflüge und für Flüge in andere Länder der EU um 5,65 auf 13,01 Euro pro Ticket steigen, wenn der Flug ab einem deutschen Airport stattfindet. Bisher hatte man mit einem Anstieg von 3,75 auf 11,25 Euro je Ticket gerechnet. Bei Strecken bis 6.000 Kilometer ist sogar eine Erhöhung von 9,96 auf 33,01 Euro vorgesehen. Für Fernstrecken, die über diese 6.000 Kilometer gehen, sollen zukünftig 59,43 Euro pro Ticket fällig werden.

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Fliegen wird teurer

Zur Veranschaulichung, wie viel Steuern und Gebühren denn bereits schon heutzutage in den Flugpreisen inbegriffen sind, nachfolgend die detaillierte Kostenaufschlüsselung eines Fluges von Frankfurt am Main nach Rom:

Quelle: Homepage der Deutschen Lufhansa (Flugsuche)

In dem Beispiel habe ich einen Flug für eine Person gesucht. Wie man gut sieht, machen die Steuern, Gebühren und Zuschläge rund 40 % des Gesamtpreises aus. Man könnte jetzt meinen, dass die paar Euro das Kraut nicht fett machen. Ich hingegen bin der Meinung, dass diese Steuererhöhung den Preisdruck in der Flugbranche noch weiter erhöhen wird.

Vor allem auf die Deutsche Lufthansa (WKN: 823212), die durch diesen nationalen Alleingang klare Nachteile erfährt. Andere europäische Fluggesellschaften, die ihren Sitz und ihre Hauptdrehkreuze im Ausland haben, sind weniger davon betroffen, was zu einem Wettbewerbsnachteil der deutschen Fluggesellschaften und auch der Flughäfen führen könnte.

Die erhöhten Ausgaben treffen sicherlich auch ausländische Airlines, die ab deutschen Flughäfen abheben. Doch die Lufthansa ist, was die Inlandsflüge angeht, sehr stark vertreten, vor allem ab den Flughäfen Frankfurt und München. Nur an diesen beiden Flughäfen liegt die Anzahl der Abflüge für den Monat September bei 47.385. Zum Vergleich: In der gesamten Lufthansa Group Airlines lag die Anzahl der Flüge bei 107.357.

Die Deutsche Lufthansa kommt also in die Bredouille: Entweder sie belässt ihre Ticketpreise auf dem gleichen Niveau, dann werden die Ticketpreise für Kunden teurer, oder man senkt die eigenen Ticketpreise, um die Preiserhöhung auszugleichen, was wiederum auf die eigene Bilanz schlägt.

Es gibt jedoch eine Instanz, die sich über diese Thematik freut. Das ist nämlich das Finanzministerium, denn hier wird, infolge der höheren Ticketsteuern, mit Mehreinnahmen von etwa 740 Mio. Euro im Jahr gerechnet – was übrigens etwa einem Drittel des Gewinns der Deutschen Lufthansa im Geschäftsjahr 2018 entspricht.

Gut gemeint, schlecht gemacht

Der Schutz unserer Umwelt ist schon eine feine Sache und ich bin selber der Meinung, dass wir in vielen Bereichen umdenken müssen und veraltete, umweltbelastende Praktiken durch innovative und umweltschonende Alternativen ersetzen sollten. Wie die Bundesregierung jedoch hierbei vorgeht, ist für mich nicht nachvollziehbar.

Man schädigt durch die Einführung einer nationalen Steuer die Unternehmen im eigenen Land, zumindest dann, wenn diese in Konkurrenz zu Unternehmen im Ausland stehen, die von dieser Wettbewerbsverzerrung profitieren können. Unter dem Deckmantel „Klimaschutz“ hat die Politik es bereits geschafft, die deutsche Autoindustrie zu demontieren und deutsche Autobauer in Schwierigkeiten zu bringen.

Nun schwächt man mit dieser Steuererhöhung Initiativen der deutschen Fluggesellschaften in Richtung Klimaschutz. Die Ressourcen, die der Deutschen Lufthansa hier abhanden kommen, hätte sie in klimaschützende Maßnahmen investieren können, wie beispielsweise emissionsärmere Flugzeugflotten und Kraftstoffe auf Basis von erneuerbaren Energien.

Unterstellt man den Damen und Herren, die diesen Entwurf verabschiedet haben, ökologische und zugleich ökonomische Kompetenzen, müsste man meinen, dass es sinnvollere Alternativen gäbe. Durchaus vorstellbar wäre doch, gewisse Steuern zu senken und somit die Forschung und Entwicklung in Richtung emissionsärmeren Fliegens zu subventionieren. Mit dem aktuellen Beschluss entsteht leider der Anschein, dass es nicht wirklich um den Klimaschutz geht, sondern um höhere Steuereinnahmen.

An dieser Stelle passt folgendes Zitat von Helmar Nahr hervorragend:

Politik ist die Kunst, stets neue Gründe für neue Steuern zu entdecken.

In dem Fall ist es zwar keine neue Steuer, aber ich denke, es ist klar, was gemeint ist.

Es bleibt nun abzuwarten, wie sich das Gesetzgebungsverfahren entwickelt. Denn ganz endgültig ist die Anhebung der Ticketsteuer in dieser Art und Weise noch nicht. Bei Umfang und Höhe der Abgaben kann es noch zu Änderungen kommen. Darauf könnten deutsche Fluggesellschaften, wie die Deutsche Lufthansa, nun hoffen.

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Caio Reimertshofer besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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