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2 IPO-Desaster, von denen eines riesige Kurspotenziale bietet

Foto: Getty Images

Der öffentliche Börsenhandel war für die folgenden zwei IPO-Aktien bisher ein regelrechtes BlutbadSmileDirectClub (WKN: A2PRCJ) wurde für seinen Börsengang am 12. September mit 23 US-Dollar je Aktie bepreist, wodurch das Kieferorthopädie-Start-up zu einem Börsengewicht von knapp 9 Milliarden Dollar kam. Doch der Markt war nicht überzeugt, weshalb in wenigen Wochenfast 4 Milliarden an Marktkapitalisierung verloren gingen.

Ebenso schlecht erwischte es Peloton Interactive (WKN: A2PR0M), das am 25. September für 29 Dollar je Aktie an die Börse ging, was eine Marktkapitalisierung von 8,1 Milliarden ergab. 24 Stunden später, nach Ablauf des ersten Handelstags, war davon eine Milliarde weg.

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Tatsächlich war der letzte Monat für viele hoch bewertete Wachstumsaktien ein ziemlich schlechter. Der Aktienkurs des großartigen Unternehmens Shopify (WKN: A14TJP) hat in den letzten Wochen Dollar für Dollar verloren und dadurch 20 % seines Börsenwerts, oder 8 Milliarden Dollar, eingebüßt. Roku (WKN: A2DW4X) hat 40 % seiner Marktkapitalisierung verloren, was 7 Milliarden Dollar entspricht. In meinem Wachstumsaktien-Universum wüten derzeit die Bären, und der Nasdaq blutet aus.

Anders gesagt war das Timing für einen Börsengang für Wachstumsaktien absolut fürchterlich: Niemand lässt sich vom Hocker reißen, jeder ist verängstigt. Und daran liegt es auch, dass eine eigentlich sehr beeindruckende Aktie mit tollen Finanzdaten sinkt wie die Titanic …

Einmal lächeln bitte, wir sind günstig!

Als Investoren finden wir es natürlich super, Aktien zu kaufen, die steigen. Es kann ziemlich nervtötend sein, eine Aktie zu kaufen, die schon viel Geld vernichtet hat – sagen wir, vier Milliarden. Unser Unterbewusstsein flüstert uns zu: „Dieses Aktie könnte auch mein Erspartes verbrennen!” Wenn dies passiert, dann sollten wir unserem Unterbewusstsein auf die Beine helfen, indem wir es dazu bringen, sich die wichtigen Kennzahlen anzusehen. Denn die Performance der Aktie ist egal, die Performance des Unternehmens ist entscheidend! Und SmileDirectClub geht in dieser Hinsicht richtig ab.

Das Unternehmen steigert seine Umsätze um phänomenale 113 %. Es gibt Softwareunternehmen, die solche Umsatzwachstumsraten nicht erreichen – und hier reden wir von einem Kieferorthopädie-Business.

Dennoch ist grundsätzlich jeder Getränkestand dazu in der Lage, seine Umsätze zu verdoppeln. Interessant wird es bei der Größenordnung: eine Milliarde Dollar. SmileDirectClub hat in den letzten zwölf Monaten 586 Millionen an Umsätzen eingefahren, in den nächsten zwölf werden über eine Milliarde erwartet. Die Zwei-Milliarden-Marke sollte 2021 fallen.

Wie machen die das? Nun, in den USA gibt es 124 Millionen Leute, die eine kieferorthopädische Behandlung brauchen. Das bedeutet eine riesige Marktchance von 234 Milliarden Dollar für das Unternehmen – allein in den Staaten. Weltweit ist der adressierbare Markt 500 Millionen Menschen groß – das Marktpotenzial liegt hier fast bei einer Billion Dollar (945 Milliarden, genauer gesagt). Und diese Zahl wird weiter wachsen, da 85 % der Weltbevölkerung kein perfektes Gebiss haben. Anders gesagt benötigen weltweit ganze 6,5 Milliarden Menschen eine kieferorthopädische Behandlung, jedoch kann sich ein Großteil diese nicht leisten.

SmileDirectClub könnte genau das ändern: Das Unternehmen ist die günstige Alternative zu Align Technology (WKN: 590375) und allen anderen Akteuren auf dem Markt. Eine Zahnspange kostet meist zwischen 5000 und 8000 Dollar – SmileDirectClub verlangt 1895. Alternativ ist auch eine Ratenzahlungsoption mit 85 Dollar pro Monat und einer Anzahlung von 250 Euro möglich.

SmileDirectClub könnte die erste 3D-Druck-Aktie werden, die ihre Investoren reich macht. Und es gibt sogar noch einen zweiten technologischen Trend, den man mit der Aktie spielen kann: SmileDirectClub nutzt Telemedizin. Statt mehrerer persönlicher Termine untersucht ein Zahnarzt das Gebiss des Patienten über das Internet. Das Unternehmen nutzt dann 3D-Druck, um eine individuelle Zahnschiene herzustellen, die per Post nach Hause kommt.

Smile Direct people opening Smile Direct boxes

Bildquelle: SmileDirectClub.

Die Peloton-Aktie gibt’s zum Rabattpreis, doch laufen ist gratis

Peloton ist heute eindeutig günstiger als noch vor ein paar Tagen. SmileDirectClub hat ein Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von 9, das von Peloton liegt etwas über 7. Das ist, gerade im Vergleich mit der hohen Wachstumsrate, wenig. Peloton macht aktuell 915 Millionen Dollar Umsatz und steigert diesen um 109 % im Jahr. Wo ist also der Haken?

Mein Problem mit Pelaton ist, dass seine Laufbänder 4295 Dollar kosten. Diese Geräte konkurrieren mit … einem Spaziergang an der frischen Luft. Wenn dein größter Wettbewerber gratis und kinderleicht erreichbar ist, dann ist es schwer, sich durchzusetzen. Selbst wenn es regnet, kannst du dir in einem Shoppingcenter die Füße vertreten. Oder du gehst ins Fitnessstudio.

Überleg mal, dass der Weltmarkt für Laufbänder auf 4,8 Milliarden Dollar geschätzt wird. Der für Ergometer ist mit 500 Millionen noch kleiner – das sind wirklich winzige Märkte. Ich sehe Peloton als sehr kleines Unternehmen, das einen winzigen Nischenmarkt bedient. Das Unternehmen selbst wird mit sieben Milliarden Dollar bewertet, was fast zwei Mal so hoch ist wie das Volumen der Märkte, in denen es operiert. Wie soll das zusammenpassen?

Das ist der große Unterschied zwischen den beiden Unternehmen. SmileDirectClubs adressierbarer Markt ist fast eine Billion Dollar groß. Petolon hat einen adressierbaren Markt, der kleiner ist als sein Börsenwert.

Ein weiterer Punkt ist, dass SmileDirectClub nahezu kein Vorratsrisiko hat, da die Zahnschienen auf Auftrag gefertigt werden. Dadurch erzielt es herausragende Bruttomargen von aktuell 75 %, die auch noch jedes Jahr weiter steigen. Im Vergleich dazu ist Pelotons Bruttomarge mit 42 % deutlich schlechter. Und das Vorratsrisiko wird immer ein Problem für Peloton bleiben. Bei SmileDirectClub gibt es daher für Investoren viel zu lachen – von Peloton sollte man derweil eher Abstand halten.

Buffetts Mega-Milliardenwetten zum Nachahmen

Bis zu 130 Mrd. US-Dollar investiert Investorenlegende Warren Buffett in nur ein einziges Unternehmen. Das zeugt von riesigem Vertrauen in das Zukunftspotential.

Buffett hat so einige Mega-Milliardeninvestments in seinem Portfolio. Wir haben sie näher analysiert, und angesehen, inwieweit sie sich zum Nachahmen eignen.

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Taylor Carmichael besitzt Aktien von Roku und Shopify. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Align Technology, Roku und Shopify. Dieser Artikel erschien am 1.10.2019 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

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