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Die besten Marihuana-Aktien, die du im vierten Quartal kaufen kannst

Einerseits soll Marihuana ja die größte Wachstumschance seit Ewigkeiten sein. Der weltweite Absatz von Cannabis hat sich in den letzten vier Jahren mehr als verdreifacht, und er könnte sich in den nächsten zehn Jahren nach Prognosen der Wall Street verfünffachen – oder sich sogar bis auf das 18-Fache erhöhen.

Andererseits ist die Branche seit Ende März für Investoren eine Katastrophe. Der Horizons Marijuana Life Sciences ETF, der erste börsengehandelte Fonds, der sich auf Cannabis konzentriert, hat in einem Zeitraum von sechs Monaten 40 % seines Wertes verloren. Und das schließt die Dividenden ein, die der ETF ausgezahlt hat.

Probleme mit der Cannabisversorgung in Kanada, hohe Steuersätze in ausgewählten US-Bundesstaaten, die die Kunden eher auf den Schwarzmarkt geführt haben, schlechte Betriebsergebnisse und eine anhaltende aktienbasierte Verwässerung waren nur einige der Probleme, die den Anlegern Kopfschmerzen bereitet haben.

Während es ziemlich offensichtlich ist, dass die Branche einiges angehen muss, gibt es einige wenige Cannabis-Aktien, die wie echte langfristige Schnäppchen aussehen. Schauen wir doch einmal, welche davon für das letzte Quartal des Jahres gute Käufe sein können.

Planet 13 Holdings

Der vertikal integrierte Apothekenbetreiber Planet 13 Holdings (WKN:A2JPJ2) ist mit Abstand eine der aufregendsten Cannabis-Aktien für das vierte Quartal. Während die meisten Marihuana-Aktien mit Transparenz zu kämpfen hatten sowie damit, sich in einem zunehmend überfüllten Feld abzuheben, hat Planet 13 diese Probleme eben nicht

Planet 13 betreibt die größte Einzelhandels-Apotheke der Welt, westlich des Las Vegas Strip, und kann monatliche Daten über Kundenzahlen veröffentlichen, außerdem Daten dazu, wie viel diese Kunden monatlich im Durchschnitt dort lassen. Seit der Eröffnung des SuperStores im vergangenen November hat sich der durchschnittliche Kundenverkehr mehr als verdoppelt (bis August), der durchschnittlich dort gezahlte Betrag ist seitdem um 11 USD gestiegen. Planet 13 ist zudem für etwa 10 % der gesamten im US-Staat Nevada getätigten Cannabis-Verkäufe verantwortlich. Das ist beeindruckend, wenn man bedenkt, dass Nevada nach einigen Aussagen der lukrativste Markt in den USA sein könnte.

Planet 13 bietet zudem etwas Einzigartiges: einen 112.000 Quadratfuß großen SuperStore. Bald wird es auch eine 40.000 Quadratfuß große Niederlassung in Santa Ana geben, nur wenige Minuten von Disneyland entfernt. Die Apotheken von Planet 13 sind ein Muss für Cannabis-Fans, die Produktvielfalt ist beispiellos, die Technologien sind schlau miteinander verwoben und alles dreht sich um das Produkt.

In der Cannabisbranche gibt es einfach nichts Vergleichbares zu Planet 13. Da das Unternehmen möglicherweise auf dem Weg zu einem Ganzjahresgewinn im Jahr 2020 ist, dürfte es als Kauf gelten.

OrganiGram Holdings

Der Züchter OrganiGram Holdings (WKN:A12AQF) trägt die einzigartige Auszeichnung, dass der Ex-CEO von Canopy Growth, Bruce Linton, den Investoren die Aktie als Kauf empfohlen hat. Das ist ein ziemlich hohes Lob – immerhin stammt es von einem der bekanntesten Visionäre der Branche.

Eine Sache, die OrganiGram so einzigartig macht, ist der wachsende Standort. Es handelt sich um den einzigen großen Züchter im Osten Kanadas. Mehr als 100.000 Kilo werden pro Jahr erwartet. Der Standort Moncton in New Brunswick sollte 113.000 Kilo jährlich produzieren, wenn die Produktion dort auf Hochtouren läuft. Von dort aus sollte man klare Vorteile haben, wenn es um die Versorgung der Kunden im Osten Kanadas geht. Auch wenn die Bevölkerung dort nicht groß ist, ist der Konsum von Cannabis dort doch überdurchschnittlich hoch.

Darüber hinaus hat OrganiGram einige der besten Erträge der gesamten kanadischen Cannabisbranche. Das Management hat an seiner jährlichen Produktion von 113.000 Kilogramm festgehalten, womit sich der Ertrag auf 230 Gramm pro Quadratfuß belaufen sollte. Die meisten der Konkurrenten produzieren zwischen 75 und 125 Gramm pro Quadratfuß. Das von OrganiGram entwickelte dreistufige Anbausystem zeichnet sich durch seine überlegene Effizienz aus.

Da der Verkauf von Cannabis-Derivaten in Kanada bis Mitte Dezember beginnen soll und OrganiGram bereit ist, eine Reihe von Cannabis-Schokoladen, eine Nanoemulsifikationstechnologie in Pulverform für Getränke sowie Vape-Konzentrate auf den Markt zu bringen, wirkt es so, als wäre man mit der erste kanadische Züchter, der dauerhaft profitabel wird.

MediPharm Labs

Wie schon oft gesagt: Derivate spielen für die Zukunft der Cannabis-Aktien eine wichtige Rolle. Denn Derivate wie Lebensmittel, Vapes, Getränke und Konzentrate bieten viel bessere Margen als herkömmliches getrocknetes Cannabis. Und genau hier setzt der Extraktionsdienstleister MediPharm Labs (WKN:A2N7AA) an.

Das Geschäftsmodell von MediPharm ist wunderbar einfach. Man sichert Verträge für ein oder mehrere Jahre zur Verarbeitung von Hanf und/oder Cannabis-Biomasse für Cannabinoide oder Konzentrate. Anschließend kann man diese Waren an den Vertragspartner liefern oder als White-Label-Produzent für bestimmte Produkte, wie beispielsweise Cannabidiolöl, selbst verarbeiten. Die zunehmende Wichtigkeit von Derivaten macht MediPharm Labs zu einem unverzichtbaren Player, der sehr vorhersehbare Cashflows generieren dürfte und von den Verträgen profitiert.

Obwohl MediPharm bereits eine Reihe von Anbauern verpflichtet hat, besteht sein wichtigster Deal darin, der Cronos Group Cannabis-Konzentrate im Wert von 30 Millionen USD über einen Zeitraum von 18 Monaten zur Verfügung zu stellen. Der Deal könnte über zwei Jahre auf 60 Millionen USD verdoppelt werden, je nach Nachfrage. Darüber hinaus setzt Cronos MediPharm als Auftragsfertiger für seine COVE-Vape-Produktlinie ein.

Am beeindruckendsten ist vielleicht, dass MediPharm trotz beginnender Extraktionsarbeiten im vergangenen November bereits im zweiten Quartal 2019 ein positives Betriebsergebnis erzielt hat. Da die Extraktionskapazität auf bis zu 500.000 Kilogramm pro Jahr steigen sollte, kann man sich ja denken, über welche tollen Möglichkeiten MediPharm Labs bald verfügen wird.

Flowr Corp.

Kommen wir am Ende zum kanadischen Züchter Flowr Corp. (WKN:A2PBSH). Flowr hat kürzlich Aktien ausgegeben, um die Übernahme von Holigen zu finanzieren. Außerdem hat man sich dagegen entschieden, an der Nasdaq-Börse gelistet zu werden. Deswegen erfolgte jüngst ein Kursverlust. Aber der könnte für die Anleger eine große Chance sein.

In der Cannabis-Branche braucht man Alleinstellungsmerkmale, und genau damit kann Flowr glänzen. Im Gegensatz zu seinen Konkurrenten konzentriert sich Flowr auf die Herstellung von hochwertigen Blüten und Derivaten. Dort gibt es nur sehr wenig Wettbewerb, was praktisch keinen Preiswettbewerb und hohe Margen bedeutet.

Ebenso wichtig ist, dass Flowr mit der Scotts Miracle-Gro-Tochter Hawthorne Gardening zusammenarbeitet, um die Produktivität am Standort Kelowna in British Columbia zu steigern. Flowr hat bereits 2019 einen Ertrag von 300 Gramm pro Quadratfuß angestrebt, wobei die beiden Unternehmen zusammen bis 2022 auf einen Ertrag von 400 Gramm pro Quadratfuß hinarbeiten. Diese Produktionseffizienz wäre dann unübertroffen.

Es gibt auch die bereits erwähnte Übernahme von Holigen, mit der eine 7 Millionen Quadratmeter große Outdoor-Farm in den Betrieb eingebracht wird. Wenn die Aljustrel-Farm in Portugal vollständig in Betrieb ist, könnte sie 500.000 Kilo pro Jahr für die medizinische Cannabis-Branche in Europa produzieren. In Kombination mit den 50.000 Kilogramm in Kelowna sowie dem angrenzenden Flowr Forest steht dieses Unternehmen kurz davor, etwas ganz Besonderes zu werden.

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The Motley Fool empfiehlt den Nasdaq und Aktien von Organigram Holdings. Sean Williams besitzt keine der angegebenen Aktien.

Dieser Artikel erschien am 1.10.2019  auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.