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Börsennachrichten: Marihuana-Aktien erhalten ein weiteres Misstrauensvotum

Die Investoren haben die Handelsgespräche zwischen den USA und China schon lange im Auge, und am 11. Oktober gefiel ihnen endlich das, was sie sahen. Die Anzeichen dafür, dass ein geplantes Treffen zwischen Präsident Donald Trump und hochrangigen chinesischen Beamten stattfinden würde, gaben den Marktteilnehmern mehr Optimismus hinsichtlich der Aussichten auf eine zumindest teilweise Einigung zwischen den beiden Nationen. Darauf hin stieg der Dow Jones Industrial Average (WKN:969420) um 395 Punkte auf 26.891. Der S&P 500 (WKN: A0AET0) war um 42 Punkte auf 2.981 gestiegen, und der Nasdaq Composite (WKN:969427) gewann 129 Punkte auf 8.080.

Doch selbst bei den steigenden Indexwerten äußerten professionelle Marktbeobachter immer noch Bedenken über die Aussichten für einige bestimmte Branchen, insbesondere die legale Cannabis-Industrie. Im letzten Jahr sind die Kurse der Marihuana-Aktien weit von ihren Höchstständen gefallen. Am 11. Oktober rieten weitere einflussreiche Analysten, die sich auf den Cannabis-Bereich konzentrieren, zur Vorsicht. Obwohl die Aktienkurse der wichtigsten Aktien wie Canopy Growth (WKN:A140QA) und Aurora Cannabis (WKN:A12GS7) nicht sehr schnell reagierten, wird viel davon abhängen, wie erfolgreich ihre Geschäftsaktivitäten in den kommenden Monaten sind.

Nach einem langen Hoch

Die Aktien von Canopy Growth handelten einen Bruchteil eines Prozents weniger, nachdem die Analysten von Jefferies Kommentare über den kanadischen Cannabis-Anbauer und die Mitbewerber abgegeben hatten. Jefferies senkte das Rating von Canopy von Kaufen auf Halten und senkte das Kursziel für die Aktie um mehr als zwei Drittel, von 77 CAD auf 25 CAD. In US-Dollar entspricht das etwa 19 US-Dollar pro Aktie an der New York Stock Exchange, was unterhalb dessen liegt, wo Canopy derzeit handelt.

Die meisten Kommentare von Jefferies galten nicht nur für Canopy, sondern für die gesamte Branche. Die Analysten behaupteten, dass es keine unmittelbaren Aussichten für Cannabis-Unternehmen gäbe, dauerhaft profitabel zu werden, und verwiesen auf die Auswirkungen der schlechten Konjunktur auf die Aktienkurse in der gesamten Branche. Bei Aurora Cannabis hat Jefferies sein Kursziel um die Hälfte auf nur 7 CAD reduziert, was etwa 5,30 US-Dollar pro Aktie entspricht. Dennoch liegt das tatsächlich einiges über dem Aktienkurs von 3,75 US-Dollar, den Aurora am 11. Oktober erzielte, ein Plus von 1 % gegenüber dem Schlusskurs am Donnerstag.

Ebenso hart waren die Herabstufungen für einige andere große Anbieter im Cannabis-Bereich. Jefferies hat das Ziel bei Tilray um mehr als die Hälfte auf 25 US-Dollar pro Aktie gesenkt, und Cronos Group hat eine 33-prozentige Senkung auf 10 CAD pro Aktie oder rund 7,50 US-Dollar erhalten.

Können die Marihuana-Aktien wieder auf die Beine kommen?

Die Analysten hofften, dass es irgendwann einige Gewinner für die Investoren im Cannabis-Bereich geben würde. Die Unternehmen, die sich auszahlen werden, sind diejenigen, die in den nächsten 12 Monaten zeigen können, dass sie auf dem Weg zu Gewinnen sind. Um das zu erreichen, bedarf es einer guten Ausführung und einer starken strategischen Vision.

Für Canopy bedeutet das, einen neuen CEO zu finden, der die Ausgaben wie die aktienbasierte Vergütung reduzieren kann. Gleichzeitig wird das Unternehmen jedoch auch aggressiv vorgehen wollen, um die Bekanntheit der Markenprodukte zu erhöhen. Auch wenn der kanadische Cannabis-Markt nicht in dem von vielen erhofften Tempo gestartet ist, nimmt Canopy dort dennoch eine führende Position ein. Die Suche nach Strategien, die in Kanada funktionieren, könnte der Schlüssel zum Erfolg sein, wenn das Unternehmen in Zukunft in andere Märkte geht.

In der Zwischenzeit hat Aurora daran gearbeitet, wertsteigende Cannabis-Produkte hervorzuheben, die bessere Gewinnspannen erzielen können als Massenmarihuana. Massive Projekte zur Steigerung der Produktion geben Aurora auch die Aussicht, einen Betrieb von branchenweit führender Größe zu schaffen, der zur Kostensenkung beitragen könnte. Es wird wichtig sein, sicherzustellen, dass Aurora weiterhin Zugang zu Finanzierungsmitteln hat. Aurora ist jedoch besser positioniert als viele der Mitbewerber, um die Vorteile neuer Möglichkeiten zu nutzen.

Wenn Aurora und Canopy in der Lage sind, sich die Rivalen vom Hals zu halten und ihre Dominanz zu demonstrieren, dann können sie vielleicht den negativen Vorhersagen der Analysten trotzen. Allerdings könnte alles andere als überzeugende Gewinne die Aktien für eine lange Zeit auf der Strafbank lassen.

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Dieser Artikel wurde von Dan Caplinger auf Englisch verfasst und am 11.10.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Jefferies Financial Group Inc.