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ETF – smartes Anlagevehikel oder gigantisches System- und Privatanleger-Risiko?

Foto: Getty Images

An dem Anlageverhikel ETF (börsengehandelter Fonds) scheiden sich die Geister. Für die einen ist es die genialste Vermögensvermehrungsmaschine des Planeten. Für die anderen ist es nichts weiter als der Brandbeschleuniger der nächsten Megakrise.

Insbesondere den im Alltag gefesselten Privatanleger dürfte das Ping-Pong zwischen Warnung und Lob verwirren. Das mit der „hundertprozentig sicheren Anlage“ haben zuvor ja schließlich schon viele versprochen.

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Ich kann sowohl die ETF-Warner als auch die ETF-Verehrer verstehen. Das schöne ist: Man kann sogar beides sein, und trotzdem profitieren.

Der ETF kam, sah und siegte

Auch wenn heutzutage praktisch jeder halbwegs aktive Investor scheinbar gleich mehrere ETFs im Depot hat, ist diese Art des Investierens weder selbstverständlich noch von langen Traditionen geprägt.

John Bogle, der leider Anfang des Jahres verstorbene Gründer des US-amerikanischen Finanzdienstleisters Vanguard, war es, der 1976 den weltweit ersten ETF auf den Markt brachte. Das ist gerade einmal 43 Jahre her. Manche DAX-Aktie ist um ein Vielfaches älter.

Noch heute werden börsengehandelte Fonds unter US-amerikanischen Investoren gerne als „Mom & Pop“ – Investment belächelt. Mit anderen Worten: Gut für die Rente, aber schlecht für die Rendite und irgendwie mehr für Weicheier.

Zu recht? Ja, ein Index-ETF ist keine Netflix (WKN: 552484)-Aktie. Dennoch konnte der Vanguard S&P 500 UCITS ETF (Dis) (WKN: A1JX53) in den letzten Jahren um über 150 % zulegen (Stand: 11.10.2019). Dividenden exklusive!

Wer meint, hier die Augen verdrehen zu müssen, muss mir erst einmal erklären, welcher Weg für den Wald-und-Wiesen-Anleger besser geeignet wäre, um sich die 500 größten US-Unternehmen (und deren Dividenden!) ins Depot zu holen.

Ja, mehr als die Marktrendite ist hier natürlich nicht drin. Aber die gibt es dafür ohne Zeitaufwand und mit jährlichen Kosten, die heutzutage in den überwiegenden Fällen eine Null vor dem Komma haben.

Wenn alle wissen, wie man reich wird, weiß es niemand mehr

Bei all dem Lob, das ich über das Anlagevehikel ETF ausschütte, gibt es natürlich auch Schattenseiten. Der alte Witz der New Yorker Hedgefonds-Manager, dass eine Strategie nicht mehr funktioniert, sobald sie veröffentlicht wurde, könnte vielleicht auch bald über ETFs erzählt werden.

Das sieht wohl auch Michael Burry so. Der legendäre Investor verdiente sich nicht nur eine goldene Nase mit der korrekten Vorhersage der US-Immobilienkrise 2007, sondern prophezeit auch kürzlich den ETF-Investoren ein böses Erwachen.

Nach seiner Rechnung hat über die Hälfte der im US-amerikanischen S&P 500 enthaltenen Unternehmen ein tägliches Handelsvolumen von unter 150 Mio. US-Dollar. Wenn man bedenkt, dass allein der Vanguard S&P 500 UCITS ETF (Dis) beinahe 21 Milliarden Euro schwer ist, wirken diesen niedrigen Umsätze schon recht merkwürdig (Stand: 11.10.2019).

Wenn es dann doch einmal zu einer Verkaufsorgie kommen sollte, könnten viele in den ETFs enthaltenen Aktien auf eine viel zu dünne Käuferschicht treffen. Theoretisch könnte das den Schock vervielfachen und ein Blutbad anrichten, das viele Privatanleger in Angst und Schrecken versetzen dürfte.

Ich fahre immer auf Sicht

Zugegeben: Ganz von der Hand zu weisen sind die Schlussfolgerungen von Michael Burry nicht. Aber sollte man deshalb jetzt gleich seine handverlesene ETF-Sammlung verkaufen?

Nun, das lässt sich aus meiner Sicht pauschal nicht so einfach mit Ja oder Nein beantworten. Denn hier kommt es meiner Meinung nach auf die ganz persönliche Situation und die konkrete Positionierung des Anlegers an!

Ja, so ein Index kann schon mal um 50 % oder mehr in die Knie gehen. Ganz gleich, ob dieser Index DAX oder S&P 500 heißt. Aber ist dann gleich alles verloren? Nein – denn solange du nichts verkaufst, hast du immer noch die gleiche Anzahl an ETF-Einheiten wie vor dem Kurseinbruch.

Im günstigsten Fall hast du neben einem prall gefüllten Depot auch noch eine Bargeld-Position, die es dir ermöglicht, Durststrecken von ein bis zwei Jahren zu überbrücken. Wenn du dazu in der Lage bist, kannst du den Sturm unbeteiligt an deiner Windschutzscheibe abprallen lassen. Wie hoch genau deine Bargeld-Position sein muss, um so etwas leisten zu können, kannst nur du alleine wissen. Das ist bei jedem anders.

Festzuhalten ist, dass es in nächster Zeit sehr wohl zur großen ETF-Schmelze kommen kann. Ist der ETF deshalb ein schlechtes Anlagevehikel? Nein, auf keinen Fall!

Trotzdem denke ich, dass auch ETFs mit dem börsenüblichen Maß an Vorsicht behandelt werden wollen. Am Ende ist das Glück für gewöhnlich mit denen, die vorbereitet sind. Gehörst du auch dazu?

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Stefan besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Netflix.

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