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3 tödliche Fehler beim Investieren und wie man sie vermeidet

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In seinem Buch Eine kurze Geschichte der Menschheit schreibt Yuval Noah Harari, dass der Mensch (oder zumindest der Homo sapiens) vor 100.000 Jahren noch ein unbedeutendes Tier war, das unauffällig in einem abgelegenen Winkel des afrikanischen Kontinents lebte. Erst vor 11.000 Jahren begann die landwirtschaftliche Revolution, als unsere Vorfahren mit dem Ackerbau und der Tierhaltung anfingen.

Was technologische und intellektuelle Fortschritte angeht, haben wir es, wie mein Kollege Ryan Newman so schön schreibt, seitdem extrem weit gebracht, unser Gehirn hatte jedoch nicht die Chance, mitzuhalten. Denn gemessen an einer evolutionären Zeitlinie (laut Harari hat der Mensch zum ersten Mal vor 2,5 Millionen Jahren angefangen, sich zu entfalten) sind ein paar Tausend Jahre gar nichts. 

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Unser Gehirn ist weiterhin darauf aus, unser tägliches Überleben zu sichern, und dafür ausgestattet, als ob wir noch immer in der Savanne leben würden. Diese bis vor einigen Tausend Jahren wichtigsten Routinen unseres Gehirns sind für uns Anleger jedoch eher schädlich als hilfreich. 

Anstatt uns das Überleben zu sichern, können sie zum finanziellen Ruin führen. Im besten Fall bringen sie uns nur Verluste ein, wo langfristig eigentlich Gewinne warten. Das Gute dabei ist, dass diese Routinen – wir nennen sie Behavioural Biases – in den letzten zwei Jahrzehnten immer mehr erforscht und verstanden wurden – sodass wir uns heute dagegen schützen können.

Hier sind einige der für Anleger wichtigsten, weil schädlichsten Behavioural Biases und Vorschläge, wie wir uns dagegen schützen können. Ganz zum Schluss kommt jedoch noch einer, der vielen von uns vielleicht sogar doch behilflich sein kann.

Der Bestätigungsfehler (Confirmation Bias)

Wir haben die Tendenz, nur auf Informationen zu hören, die unseren vorgefassten Meinungen entsprechen. Das ist einer der vielen Gründe, weshalb es uns (mich eingeschlossen) so schwerfällt, eine intelligente, sachliche Unterhaltung über den Klimawandel oder die Elektromobilität zu führen.

Beim Investieren ist das einer der schädlichsten Fehler. Viele Anleger vermeiden es, negative Meinungen über ihre eigenen Unternehmen zu lesen oder sie besser zu verstehen. Genau das sollte man jedoch tun und die besten aller Anleger tun genau das – sie suchen explizit nach Leuten, die eine gegenteilige Meinung zu einem Unternehmen vertreten, und versuchen, die Argumente zu verstehen.

Verlustaversion (Loss aversion)

Verluste wiegen für uns Menschen größer als gleich hohe Gewinne. Es fühlt sich schlimmer an, bei einer Wanderung 5 Euro zu verlieren, als 5 Euro nicht zu finden, weil sie der Wanderer vor uns zuerst gefunden hat. Beziehungsweise ist der Schmerz eines 1.000-Euro-Verlustes bei einer Investition größer als die Freude über einen 1.000-Euro-Gewinn.

Beim Investieren führt diese Verlustaversion dazu, dass man bei einer sich schlecht entwickelnden Investition ein höheres Risiko eingeht. Man will an Verlierern festhalten, bis sie aus dem roten Bereich sind, oder investiert sogar neues Kapital in sie, um den Break-even schneller erreichen zu können. Beim Investieren zahlt es sich langfristig jedoch aus, mehr auf seine Gewinner zu setzen als auf seine Verlierer.

Diesen Fehler unseres Gehirns zu beherrschen, ist enorm schwierig, selbst wenn man ihn kennt. Was man dagegen tun kann, ist, dass man vor einer Investition die Bedingungen aufschreibt, unter denen man sie verkaufen würde – und sich selbst dazu verpflichtet, zu verkaufen, sollten sie erreicht sein. Ist die Investition im roten Bereich und ist eine der Bedingungen erfüllt, dann muss man sich zwingen, den Verkaufsknopf zu drücken.

Der Ankereffekt (Anchoring Bias)

Unsere Sicht auf eine aktuelle Situation hängt stark von Informationen ab, die zum Zeitpunkt der Entscheidung bestanden haben. Wir kaufen eine Aktie für 10 Euro und sie verteuert sich auf 15 Euro. Wir neigen dann dazu, die Gewinne mitzunehmen. 

Was wir dabei vergessen, ist, dass es für die Aussichten des Unternehmens überhaupt keine Rolle spielt, zu welchem Kurs wir die Aktie einmal gekauft haben. Für jemanden, der die Aktie vor uns für 20 Euro gekauft hat, besteht genau dasselbe Potenzial wie für uns, die wir die Aktie für 10 Euro gekauft haben. Weder der eine noch der andere sollte seine Verkaufs- bzw. Halteentscheidung vom Kaufkurs abhängig machen.

Auch hier hilft es nur, sich bewusst zu machen, dass dieser Effekt unsere Entscheidungen beeinflussen möchte. Wir sollten bewusst überlegen, was sich seit der Zeit getan hat, in der die Aktie von 10 auf 15 Euro gestiegen ist. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass es Entwicklung gab, die die Perspektiven des Unternehmens seither verbessert haben.

Der gute Bias: Der Besitztumseffekt (Endowment Bias)

Unsere Wertschätzung für ein Objekt in unserem Besitz ist höher als die Wertschätzung desselben Objekts, wenn wir es nicht besitzen. Übertragen auf Aktien bedeutet das: Es ist wahrscheinlicher, dass wir an einer Aktie festhalten, die wir besitzen, als dass wir dieselbe Aktie zu demselben Kurs kaufen würden, würden wir sie noch nicht besitzen.

Auch dieser Effekt kann eine negative Auswirkung auf einzelne Investitionen haben – insbesondere in Kombination mit der Verlustaversion. Zum Beispiel wenn sich herausstellt, dass das Geschäft eines Unternehmens, dessen Aktien wir besitzen, zu einem Großteil auf Betrug beruht (es gibt leider auch heute noch zahllose Unternehmen, auf die das zutrifft, und wo es Jahre dauert, bis sich das offenbart). Wir würden niemals Aktien eines Unternehmens kaufen, von dem wir wissen, dass es in einen Betrug verwickelt ist. Besitzen wir jedoch Aktien eines solchen Unternehmens, dann besteht eine Chance, dass wir aufgrund des Besitztumseffekts an diesem festhalten würden (und noch wahrscheinlicher wird das, wenn wir im Minus sind – Verlustaversion).

Die gute Nachricht ist jedoch, dass die meisten Unternehmen an der Börse nicht von Betrug leben. Und es gibt immer mehr Studien und Anekdoten, die belegen, dass Anleger (sowohl private, aber vor allem auch professionelle) im Durchschnitt ganz schlechte Verkaufsentscheidungen treffen. Die meisten Anleger würden wohl viel bessere Renditen erzielen, wenn sie einmal gekaufte Aktien niemals verkaufen würden – zumindest, wenn der Kauf einst wohlüberlegt war und auf langfristigen Argumenten beruhte.

Wenn das schwer zu glauben ist, dann lade ich dich dazu ein, all deine eigenen Verkaufsentscheidungen seit deinem ersten Aktienkauf zu analysieren. Die Opportunitätskosten muss man dabei natürlich auch berücksichtigen (Aktien, die man nicht hätte kaufen können, ohne andere Aktien zu verkaufen). Wäre man besser oder schlechter gefahren, hätte man irgendeine je gekaufte Aktie niemals verkauft?

Berücksichtigen würde ich dabei nur vollständige Verkäufe und nicht solche, die aus Risikogesichtspunkten (zum Beispiel weil eine Aktie einen zu großen Anteil des eigenen Portfolios ausmachte) getroffen wurden. Ich schätze, dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass der Großteil von uns ohne diese Verkäufe heute ein größeres Portfolio hätte, als wir es jetzt haben.

Trotzdem sollte man dabei nicht vergessen, dass uns unser Gehirn in der Regel einen Strich durch die Rechnung machen möchte, wenn es um finanzielle Entscheidungen geht. Wer sich dessen bewusst ist und wer seine eigenen Biases kennt und mit diesen umzugehen weiß, der hat die besten Aussichten, ein großartiger Investor zu sein.


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