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Nur diese 3 Cannabis-Aktien sind im vergangenen Jahr gestiegen

In nur zwei Wochen wird die Cannabis-Industrie mehrere neue Meilensteine erreichen. Am Donnerstag, den 17. Oktober, wird es ein Jahr her sein, dass der Freizeitkonsum in Kanada legal wurde. Das Datum markiert auch die offizielle Verabschiedung der Regelungen zu Derivaten, die in Kanada eingeführt werden sollen – Derivate sind cannabishaltige weiterverarbeitete Produkte wie Lebensmittel, aufgegossene Getränke, Vapes, Konzentrate und Cremes.

Man sollte meinen, dass für die nordamerikanische Cannabis-Industrie alles gut laufen würde, aber eigentlich ist genau das Gegenteil der Fall. Kanada hat seit dem ersten Tag der Legalisierung vor fast einem Jahr mit Angebotsengpässen Probleme gehabt, während ausgewählte US-Bundesstaaten mit einem Überangebot und hohen Steuersätzen kämpfen. Das Ergebnis sind ein widerstandsfähiger Schwarzmarkt und eine brutal schlechte  Performance der Marihuana-Aktien in den letzten zwölf Monaten.

Wie schlimm war es denn? Während des Zeitraums von einem Jahr bis zum vergangenen Wochenende hat der erste börsengehandelte Fonds, der sich auf Cannabis konzentrierte, der Horizons Marijuana Life Sciences ETF, 48 % seines Wertes verloren – und zwar einschließlich der Dividenden, die an die Aktionäre gezahlt wurden. Reine Pot-Aktien, die seit einem Jahr an der Börse notierten, sind fast auf der ganzen Linie zwischen 20 und bis zu 90 % gesunken.

Doch es gab ein paar Überraschungen. Abgesehen von Unternehmen, die nur einen kleinen Teil ihres Jahresumsatzes mit Marihuana erzielen (z. B. Scotts Miracle-Gro), sowie solchen, die während der gesamten Zwölfmonatsperiode nicht öffentlich gehandelt wurden, ragten drei Marihuana-Aktien aus dem Paket heraus und sind deutlich gestiegen.

Innovative Industrial Properties: Steigerung um 98 %

Wenn es darum geht, reine Marihuana-Aktien zu übertreffen, liegt der Cannabis Real Estate Investment Trust (REIT) Innovative Industrial Properties (WKN:A2DGXH) vor allen anderen. Während eine Reihe von Marken-Pot-Aktien von der Wall Street gnadenlos ausverkauft wurden, hat sich Innovative Industrial Properties im Laufe des vergangenen Jahres praktisch verdoppelt.

Das Schöne an IIP, wie das Unternehmen auch genannt wird, ist, wie einfach und berechenbar sein Geschäftsmodell ist. Innovative Industrial strebt wie ein typischer REIT danach, Grundstücke und Gebäude zu erwerben, diese dann über einen längeren Zeitraum zu vermieten und damit die Früchte der laufenden Mieteinnahmen zu ernten. Aber im Falle von IIP geht es auch um den Erwerb und die Vermietung von Anlagen für den Anbau von medizinischem Cannabis, das in landwirtschaftlichen Betrieben angebaut und verarbeitet wird. Bis heute hat das Unternehmen 31 Immobilien in einem Dutzend US-Bundesstaaten erworben. Und zwar ausgehend von elf Immobilien, mit denen es das Jahr begonnen hat, was zeigt, wie aggressiv IIP im Jahr 2019 war.

Aber es ist die Vorhersehbarkeit des Geschäftsmodells von Innovative Industrial, die die Wall Street vor Begeisterung in Ohnmacht fallen lässt. Die gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit der Immobilien beträgt 15,9 Jahre bei einer aktuellen Rendite des investierten Kapitals von 14,5 %. Wenn man es aus einer anderen Perspektive betrachtet, sollte das Unternehmen in der Lage sein, eine vollständige Amortisation seines investierten Kapitals in Höhe von 293,1 Mio. US-Dollar in etwa fünf Jahren zu erzielen.

Vielleicht ist der einzig wahre Fehler am Modell von IIP im Moment die Notwendigkeit, Stammaktien auszugeben, um Kapital für den Erwerb neuer Immobilien zu beschaffen. Dieser Bedarf an einer regelmäßigen Verwässerung ist bei Investitionen in Innovative Industrial Properties zu beachten.

Village Farms International: Steigerung um 67 %

Ein weiterer Spitzenreiter im vergangenen Jahr ist Village Farms International (WKN:A0YJNB) mit Sitz in British Columbia. Obwohl die Aktien von Village Farms volatil sind, sind sie im Laufe des vergangenen Jahres um 67 % gestiegen. Der Anstieg des Aktienkurses scheint mit großen Erfolgen von Cannabis-Joint-Ventures, dem Einstieg in den Hanfmarkt und der Stabilität der traditionellen Geschäfte des Unternehmens im Gemüseanbau verbunden zu sein.

Im Jahr 2017 schlossen sich Village Farms und Emerald Health Therapeutics zusammen, um Pure Sunfarms zu gründen. Das Joint Venture hat zwei Anlagen (1,1 Mio. Quadratfuß pro Stück) von Village Farms erworben, die jeweils verwendet werden, um mindestens 75.000 kg Marihuana pro Jahr anzubauen, also insgesamt 150.000 kg. Die Delta-3-Anlage ist bereits fertiggestellt und läuft mit voller Kapazität, wobei die Delta-2-Anlage voraussichtlich in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres mit voller Kapazität betrieben wird. In Anbetracht der drei Jahrzehnte langen Erfahrung von Village Farms im Gemüseanbau hat die stabile Performance die Wall Street bisher deutlich beeindruckt.

Das ist auch ein Unternehmen, das einen großen Vorstoß in den Hanfbereich gemacht hat. Wie du vielleicht weißt, hat die Unterzeichnung des neuen Landwirtschaftsgesetzes im Dezember 2018 die Produktion von industriellem Hanf und von aus Hanf gewonnenem Cannabidiol (CBD) legalisiert, wobei CBD das Cannabinoid ist, das am bekanntesten für seinen wahrgenommenen medizinischen Nutzen ist, was einen aber nicht high macht. Das Potenzial beim CBD-Umsatzwachstum in den USA ist unübertroffen, was Village Farms ermutigt hat, zwei  Joint Ventures einzugehen. Mehr als 280 Hektar Hanf wurden bisher in diesem Jahr gepflanzt, wobei bei der Verarbeitung von Hanfbiomasse mit einer hohen Marge durch die Extraktion von CBD gerechnet wird.

Schließlich bietet das Gemüsegeschäft von Village Farms dem Unternehmen, obwohl es in letzter Zeit etwas schleppend war, eine recht große Vorhersagbarkeit bei Umsatz und Cashflow. Man addiere diese Faktoren und es ergibt sich die Formel für einen Top-Winner.

Charlotte’s Web Holdings: Steigerung um 21 %

Vielleicht ist es nicht verwunderlich, dass die dritte und letzte Pot-Aktie, die im Laufe des letzten Jahres zugelegt hat, ein weiteres Unternehmen mit Schwerpunkt Hanf ist: Charlotte’s Web Holdings (WKN:A0Q4DC). Während seine Konkurrenten gestolpert sind, hat Charlotte’s Web im Laufe der letzten zwölf Monate einen gesunden Gewinn von 21 % eingefahren.

Die Begeisterung über dieses Unternehmen hängt mit dem Potenzial für CBD-Produkte in den Vereinigten Staaten zusammen, wie ich bereits erwähnt habe. Der jüngste Bericht der Brightfield Group prognostiziert bis 2023 einen CBD-Umsatz von 23,7 Mrd. US-Dollar, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von mehr als 100 % zwischen 2018 und 2023 entspricht. In Anbetracht der Tatsache, dass Charlotte’s Web das führende Unternehmen bei CBD-Produkten ist, haben die Investoren schnell zwei und zwei zusammengezählt.

Charlotte’s Web hat auch seine Reichweite erweitert. Nachdem das Unternehmen das Jahr mit seinen aktuellen Produkten in den Regalen von 3.680 Einzelhandelsläden begonnen hatte, schloss es kürzlich einen Deal mit Kroger ab, um seine CBD-Produkte in 1.350 Geschäften in 22 Staaten zu platzieren und damit seine Reichweite auf über 8.000 US-amerikanische Einzelhandelsstandorte auszudehnen.

Das Unternehmen ist auch im Bereich der Hanfpflanzung tätig. Nachdem Charlotte’s Web 2018 über 120 Hektar gepflanzt hatte, kündigte es eine Steigerung der Pflanzung um 187 % auf knapp 350 Hektar im zweiten Quartal an. Die Nachfrage nach CBD-Produkten ist eindeutig vorhanden und die Margen dieser Derivaten sind viel zu gut, als dass das Unternehmen darauf verzichten könnte.

Schließlich ist zu erwähnen, dass Charlotte’s Web seit mehreren Quartalen operativ profitabel ist – eine absolute Seltenheit im Cannabis-Bereich.

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Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 03.10.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt Aktien von Charlotte's Web Holdings. The Motley Fool empfiehlt Charlotte's Web und Innovative Industrial Properties.