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3 Cannabis-Aktien, bei denen die Wall Street eine Verdreifachung erwartet

Wahrscheinlich muss ich dir nicht extra sagen, dass legales Marihuana ein Markt ist, der sprichwörtlich – und auch wortwörtlich – aufblüht. Je nachdem, wen du an der Wall Street fragst, könnte dieser Markt in einem Jahrzehnt auf ein jährliches Umsatzvolumen von 200 Milliarden Dollar kommen.

Die Frage, die sich Investoren angesichts dieses bevorstehenden Wachstums stellen müssen, ist denkbar einfach: Welche Marihuana-Aktien sollte ich nun kaufen, um davon zu profitieren?

Würdest du deine Renditeerwartungen alleine von Analystenkurszielen ableiten, gäbe es drei Aktien, die hier besonders herausstechen würden. Zwar erwarten die Wall-Street-Experten bei so ziemlich jeder Grasaktie Kursgewinne – doch für die hier genannten Aktien steht eine Verdreifachung im Raum! Schauen wir uns genauer an, ob es sich bei den drei Titeln um echte Fundstücke oder doch nur um Katzengold handelt.

Aleafia Health

Den Anfang macht Aleafia Health (WKN: A2JHC5), dessen Aktie in Kanada zuletzt mit 0,90 Kanadischen Dollar gehandelt wurde, aber ein durchschnittliches Kursziel von 3 Kanadischen Dollar aufweist.

Im Jahresverlauf schloss das Unternehmen seine Übernahme von Emblem ab. Beide Unternehmen sind auf Cannabis für medizinische Zwecke spezialisiert. Genauer gesagt betreiben die Unternehmen Kliniken, in denen medizinisches Cannabis verschrieben wird. Das Ziel ist es, die Patienten dort möglichst mit den eigenen In-House-Cannabis-Produkten zu versorgen. Marihuana für medizinische Zwecke ist meist mit höheren Margen verbunden als solches für den Freizeitgenuss, weshalb die Übernahme, die im März stattfand, für gehörigen Optimismus sorgte.

Die Kombination von Aleafia Health und Emblem bildete einen soliden gemeinsamen Cash-Bestand und eine Produktionskapazität von 138.000 Kilo jährlich. Die Übernahme hat Aleafia zu einem großen Player im Marihuana-Markt gemacht. Zudem besitzt das Unternehmen eine Produktionsanlage, die nach Fertigstellung eine Verarbeitungskapazität von 50.000 Kilo haben soll und ein eigenes, über 2.300 Quadratmeter großes Innovation Center beinhaltet. Somit ist das Unternehmen vom Setzling bis zum Verkauf vertikal integriert.

Die Frage bei Aleafia Health ist, ob das Unternehmen seine Produkte diversifizieren und in diesem wettbewerbsstarken Markt Lieferverträge in ausreichend großer Höhe abschließen kann. Ein großer Produzent zu sein reicht nicht aus: Aleafia wird Kapital benötigen, um seine Produkte zu vertreiben, seine Marke aufzubauen und letztlich das ambitionierte Wall-Street-Kursziel zu erreichen. Insgesamt finde ich den Analystenkonsens etwas aggressiv, doch ich mag das Wertversprechen von Aleafia Health.

iAnthus Capital Holdings

Eine weitere Cannabis-Aktie, für die riesiges Wachstum erwartet wird, ist der vertikal integrierte US-Apothekenbetreiber iAnthus Capital Holdings (WKN: A2DPCW). iAnthus beendete den Handel letzte Woche bei 2,13 Dollar je Aktie. Dem steht ein durchschnittliches Kursziel von 8,23 Dollar gegenüber. Dies impliziert eine potenzielle Rendite von 286 %.

Das riesige Potenzial des US-Marktes ist es, was US-Apothekenunternehmen so interessant macht. Im Vergleich mit Kanada dürften die USA schon bald die wesentlich höheren legalen Cannabis-Verkäufe aufweisen, was das vertikal integrierte Geschäftsmodell so attraktiv macht. iAnthus besitzt mehr als vier Dutzend Vertriebslizenzen und betreibt 27 Arzneiausgaben in elf Bundesstaaten, wie das Unternehmen in seiner neuesten Pressemitteilung angibt.

Durch eine kürzlich erfolgte Übernahme hat iAnthus Präsenzen in einem der lukrativsten US-Märkte: Nevada. Zwar ist die Einwohnerzahl Nevadas recht klein, doch laut Prognosen soll dort im Jahr 2024 der Cannabis-Konsum pro Kopf am höchsten sein. iAnthus verfügt außerdem über eine solide Präsenz in Florida, wo Cannabis derzeit ausschließlich für medizinische Zwecke legalisiert ist. Arcview Market Research und BDS Analytics sehen Florida im Jahr 2024 dennoch als den drittgrößten Markt für Cannabis, was die gesamten jährlichen Verkäufe angeht.

Jedoch scheint iAnthus für seine Übernahme von MPX Bioceutical, die im Jahresverlauf abgeschlossen wurde, viel zu viel bezahlt zu haben. Im letzten Quartalsbericht waren 440,7 Millionen Kanadische Dollar an Firmenwerten in der Bilanz zu sehen, die einer Bilanzsumme von 811 Millionen gegenüberstehen. Das ist ein Warnsignal für Investoren, da iAnthus sich in Zukunft gezwungen sehen könnte, eine Abschreibung auf diese Firmenwerte vorzunehmen. Vielleicht ist das der Grund, weshalb sich die iAnthus-Aktie so weit vom Analystenkonsens der Wall Street entfernt hat.

Greenlane Holdings

Wenn es um Aufwärtspotenzial bei Marihuana-Aktien geht, dann schlägt niemand Greenlane Holdings (WKN: A2PG65). Greenlane ist eins von etwa einem Dutzend Marihuana-Unternehmen, die an einer großen US-Börse gehandelt werden, und ging letzte Woche mit 4,54 Dollar aus dem Handel. Die Wall Street hat ein durchschnittliches Kursziel von 20,10 Dollar, was 343 % Aufwärtspotenzial entspricht.

Was die Wall Street an Greenlane so fasziniert, ist die überlegene Position des Unternehmens als Hersteller von Tabak- und Cannabis-Zubehör. Greenlane vertreibt seine Produkte über mehr als 11.000 Läden in Nordamerika und ist eine Art Alleskönner, wenn es um Cannabis-Zubehör geht. Gerade Hersteller von Zubehör sollten davon profitieren, wenn Kanada in weniger als drei Monaten derivative Cannabis-Produkte an den Start gehen lässt.

Jedoch gibt es zwei Belastungsfaktoren, mit denen sich Greenlane herumschlagen muss. Der erste Punkt ist der Handelskrieg zwischen den USA und China. Nicht wenige von Greenlanes Produkten werden in China gefertigt und in die USA importiert. Zölle auf diese Produkte werden die Kosten ansteigen lassen, was die Umsätze und/oder die Margen negativ beeinflussen könnte.

Zudem gibt es Bedenken in den USA, was Vaping angeht. Die US-Behörde Centers for Disease Control and Prevention registrierte bis Ende letzter Woche 530 Fälle von Lungenkrankheiten und acht Tote, die mit Vaping zusammenhängen. Das ist zwar ein relativ kleiner Anteil der Anwender – doch der Sachverhalt könnte dennoch für Unsicherheit sorgen, da die genaue Ursache für die Lungenkrankheiten unklar ist. Der Verkauf von Vaporisatoren trug zu einem großen Teil zu Greenlanes Erfolg bei. In diesem Kontext sieht das hohe Wall-Street-Kursziel derzeit eher wie ein Märchen aus.

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Sean Williams besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien. Der Artikel erschien am 24.9.2019 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.