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Alibaba zielt darauf ab, bis 2024 jährlich über 1 Milliarde Käufer zu bedienen

Foto: Getty Images

Alibaba (WKN:A117ME) hat kürzlich den Investoren mitgeteilt, dass das Unternehmen bis zum Ende des Geschäftsjahres 2024 weltweit über 1 Mrd. aktive Kunden jährlich bedienen wird. Das Ziel klingt sehr optimistisch, doch Alibaba hat im vergangenen Jahr bereits rund 860 Mio. aktive Verbraucher bedient, darunter 730 Mio. aktive Käufer auf den chinesischen Plattformen und rund 130 Mio. auf den grenzüberschreitenden und ausländischen Marktplätzen.

Das bedeutet, dass Alibaba erwartet, dass die aktive Kundenzahl in den nächsten fünf Jahren mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von etwa 3 % wachsen wird. Dieses kontinuierliche Wachstum ist beeindruckend für ein Unternehmen, das laut eMarketer bereits über die Hälfte des chinesischen E-Commerce-Marktes kontrolliert. Es deutet auch darauf hin, dass es für die Konkurrenten wie JD.com (WKN:A112ST) und Pinduoduo (WKN:A2JRK6) schwieriger werden könnte, Schritt zu halten.

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Doch kann Alibaba wirklich das Kerngeschäft im Handel weiter ausbauen, das im letzten Quartal 87 % des Umsatzes erzielte? Lass uns die drei Säulen dieses Geschäfts genauer betrachten.

1. Konzentration auf kleinere Städte in China

Man könnte denken, dass Alibaba sein Wachstumspotenzial in China langsam verliert, doch das gilt nur für die hoch entwickelten Metropolen wie Peking und Shanghai. Alibaba stellt fest, dass 85 % der chinesischen Käufer in den entwickelten Regionen bereits die Marktplätze von Alibaba nutzen, während die Durchdringungssrate in weniger entwickelten Regionen nur 40 % beträgt.

Um diese unterversorgten Märkte mit niedrigen Einnahmen zu erschließen, hat Alibaba vor einigen Jahren einen Flash-Sale-Marktplatz namens Juhuasuan ins Leben gerufen und kürzlich eine schnäppchenorientierte „Special Offer“-Version der mobilen App von Taobao eingeführt.

Alibaba steht in diesen Märkten jedoch bereits in einem harten Wettbewerb mit den Konkurrenten wie Pinduoduo, das es den Käufern ermöglicht, sich zusammenzuschließen, um von Großbestellungen und niedrigeren Preisen zu profitieren, und JD, das kürzlich eine ähnliche Gruppenkauf-App namens Jingxi auf den Markt brachte. Pinduoduo und Jingxi regen die Käufer an, andere Käufer über Tencents (WKN:A1138D) WeChat zu rekrutieren, sodass Alibaba Schwierigkeiten haben könnte, die Käufer von beiden Apps wegzuholen.

2. Expansion ins Ausland

Alibaba ist vor allem als chinesisches E-Commerce-Unternehmen bekannt, bedient jedoch auch ausländische Kunden mit AliExpress und südostasiatische Kunden mit Lazada.

AliExpress ist laut Ecommerce News Europe die führende E-Commerce-Plattform in Russland und wächst schnell in ganz Europa. Vor kurzem eröffnete sie in Madrid ihren ersten europäischen AliExpress-Store mit über 1.000 Produkten von mehr als 60 Marken.

Lazada ist der führende E-Commerce-Marktplatz in den meisten südostasiatischen Märkten. Der Top-Rivale Sea Limiteds Shopee ist konsequent unrentabel und hat Probleme, mit Lazada Schritt zu halten, da Alibaba die Dienstleistungen aggressiv ausbaut. Alibaba behauptete, dass Lazada die Bestellungen pro Jahr im vergangenen Quartal mehr als verdoppelt hat.

Doch das ist noch nicht alles. Alibaba expandiert auch in Lateinamerika und Indien über Investitionen und hat kürzlich den Business-to-Business-Marktplatz Alibaba.com für US-Händler geöffnet und NetEases Kaola erworben, um die Position als grenzüberschreitender Top-Marktplatz für chinesische Käufer zu stärken. All diese Schritte dürften die Präsenz von Alibaba im Ausland in den kommenden Jahren verstärken.

3. Alipay und die Zukunft des Smart Retail

Alibaba besitzt ein Drittel von Ant Financial, dem Fintech-Unternehmen, das von Alibabas Mitbegründer und ehemaligen Vorsitzenden Jack Ma kontrolliert wird. Ants Alipay, das Zahlungen für die chinesischen Marktplätze von Alibaba abwickelt, ist neben Tencents WeChat Pay eine der beiden führenden mobilen Zahlungsplattformen in China.

Der anhaltende Kampf zwischen Alipay und WeChat Pay ist ein wichtiger Punkt im anhaltenden Ökosystemkrieg zwischen Alibaba und Tencent. Beide Unternehmen arbeiten mit einer wachsenden Liste von konventionellen Einzelhändlern zusammen (oder investieren in diese), um mehr Käufer an ihre Zahlungsökosysteme zu binden. Alipay und WeChat hosten auch „Mini-Apps“ von Drittanbietern, die an ihre Zahlungsdienste angebunden sind.

Alipay hat jährlich etwa 900 Mio. aktive Nutzer in China. Die Ausweitung dieses Dienstes auf mehr physische Geschäfte, Unternehmen und mobile Apps könnte Alibaba helfen, mehr Daten über einzelne Kunden zu sammeln, was die Entwicklung besser gestalteter, gezielter Einkaufserlebnisse auf den Marktplätzen fördern würde.

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Dieser Artikel wurde von Leo Sun auf Englisch verfasst und am 27.09.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt JD.com, NetEase und Tencent Holdings.

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