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1 Grund, warum der DAX mittelfristig um 442 % zulegen könnte

Foto: Getty Images

Was ist los mit dem DAX? Der allseits deutsche Aktienindex ist seit geraumer Zeit der Lacher an der Börse. Auch 2019 scheint es nicht besser zu werden.

Im Vergleich mit seinem US-amerikanischen Kollegen S&P 500 ist der DAX weit abgeschlagen. Der DAX-Kursindex (der Index, bei dem die Dividenden nicht reinvestiert werden) traut sich aktuell gerade mal wieder in zarten Ansätzen über das Kursniveau von 2007. Der S&P 500 hingegen hat sich im selben Zeitraum fast verdoppelt (Stand für beide Kurse: 01.10.2019).

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Ist der DAX also noch zu retten oder für immer zum Minderleister abgestempelt? Ja, der deutsche Premiumindex beweist auch 2019 seine Trägheit. Dennoch zeigen die folgenden Zusammenhänge, dass sich das demnächst schnell ändern könnte.

Es ist nicht alles schlecht

Eigentlich hat der DAX alles, was für einen durchschlagenden Erfolg benötigt wird. Global agierende Unternehmen, weltweite bekannte Topmarken und eine gut diversifizierte Branchenlandschaft.

Zudem ist mit Wirecard (WKN: 747206) und MTU (WKN: A0D9PT) zuletzt reichlich frisches Blut in den altehrwürdigen Index gespült worden. Ex-Start-ups und Firmen-Dinosaurier, deren Ursprung bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht – was für eine Mischung!

Aber warum läuft es trotzdem nicht? Liegt es an der Autoindustrie, die vor allem schlechte Presse produziert? Ist es der Außenhandel, der im Handelskrieg immer mehr unter die Räder kommt?

Die Sparer sind noch im Tiefschlaf

Alles ist möglich! Aber neben all den fundamentalen Gründen gibt es einen aus meiner Sicht absolut entscheidenden Grund, den ich sehr selten zu hören bekomme – die lächerlich niedrige Aktionärsquote in Deutschland. Nur etwa 15 % der Deutschen betätigen sich hierzulande als Aktionäre (Stand: 2017).

Und der Rest? Der hortet etwa 5 Billionen Euro auf zinslosen Konten sowie in Renten- und Lebensversicherungen.

Noch immer, wohlgemerkt! Wir befinden uns schließlich schon seit ein paar Jahren im Niedrigzinsumfeld. Offenbar ist die Angst vor Aktien noch immer größer als der Leidensdruck.

Der Zins, der das Fass zum Überlaufen bringt

Noch! Denn aus meiner Sicht wird sich das schlagartig ändern, sobald es die Sparer mit Minuszinsen zu tun bekommen. Ganz unrealistisch ist das nicht. Die Banken kennen das schon lange. Kürzlich senkte die EZB die Einlagezinsen zum wiederholten Male auf einen Wert von aktuell minus 0,5 % (Stand: 01.10.2019).

Für Sparer käme ein Minuszins zur Unzeit. Denn viele risikoarme Ausweichmöglichkeiten gibt es nicht mehr. Zehnjährige Bundesanleihen gleiten regelmäßig in die rote Zone. Preiswerte Immobilien in erstklassigen Lagen dürfte es auch nicht mehr allzu viele geben.

Dividendenstarke DAX-Aktien sind aus meiner Sicht die einzige verbleibende Option. Aber wieso gerade die? Die Welt ist doch übersät mit erstklassigen Aktien. Ja, das weißt du und das weiß ich – aber der Sparer auf Sparstrumpfentzug ohne Börsenerfahrung, der weiß das nicht.

Schuld ist der sogenannte Home Bias – die Neigung, erst einmal zu bekannten Marken und Aktien aus dem Heimatmarkt zu greifen. Das ist keine Schande. Ganz im Gegenteil. Vor allem das zu kaufen, was man kennt, ist aus meiner Sicht oberste Investorenpflicht.

Aber was passiert, wenn plötzlich alle Sparer DAX-Aktien kaufen? Nun, aktuell hat der DAX eine Marktkapitalisierung von insgesamt etwa 1,1 Billionen Euro. Kämen 5 Billionen Euro hinzu, wäre das nach meiner Rechnung ein Plus von saftigen 442 % (Stand für alle Werte: 01.10.2019).

Ich glaube nicht an den (ganz großen) Börsencrash

Nein, ich denke nicht wirklich, dass bald alle Sparer DAX-Aktien kaufen werden. Aber an den (ganz großen) Börsencrash glaube ich noch viel weniger.

Nicht, weil es fundamental gerade so gut läuft. Da habe ich schon bessere Zeiten miterlebt. Es gibt einfach keine Alternativen zu Aktien. Das sagen viele Experten schon seit vielen Jahren und trotzdem tut sich wenig. Aber bei Nullzinsen und geleugneter Inflation lässt sich die Realität eben noch zu leicht verweigern.

Bei Minuszinsen ist damit meiner Meinung nach Schluss. Die werden sich nicht mehr ignorieren lassen. Das wird das Ende des geduldigen Sparers sein – und der Beginn einer beispiellosen DAX-Explosion.

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Stefan besitzt keine der erwähnten Aktien.

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