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Warum das fliegende Taxi die bessere Wette als das Wasserstoffauto sein könnte

Die Mobilität der Zukunft ist bunt. Während heute E-Scooter die Gemüter in unseren Städten erregen, könnten in ferner Zukunft Hyperloop-Röhren die Metropolen dieser Welt verbinden.

Schon in weniger als zehn Jahren könnten wir hingegen bereits eine größere Anzahl an Brennstoffzellenautos oder auch Flugtaxis sehen. Der Wettbewerb um die besten Konzepte intensiviert sich zusehends. Aber bei welchem Thema sind Anleger besser aufgehoben?

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Was gegen das Brennstoffzellenauto spricht

Wenn es um die Elektrifizierung des Autos geht, dann läuft im Moment alles auf die Batterie als Hauptenergiespeicher hinaus. Die Leistungsfähigkeit der Lithium-Ionen-Zellen nimmt ständig zu und die Kosten sinken dank der Massenfertigung schneller, als von vielen Experten in früheren Jahren erwartet.

Egal ob Langlebigkeit, Schnellladefähigkeit oder Sicherheit: Für alle kritischen Aspekte der Batterie haben findige Ingenieure Lösungen gefunden. Wenngleich es natürlich auch bei der mobilen Brennstoffzelle große Fortschritte gibt, kann sie da einfach nicht mithalten.

Die deutschen Autohersteller fahren entsprechende Projekte auf Sparflamme und verschieben die Einführung von Automodellen weit in die Zukunft. Es ergibt im Moment einfach nur wenig Sinn, einen privaten Pkw hauptsächlich mit Wasserstoff zu betreiben. Erstens fehlt die Infrastruktur, zweitens ist es ein teurer Spaß und drittens kann grüner Wasserstoff in anderen Anwendungen viel effizienter eingesetzt werden.

Wenn erst einmal Zement-, Stahl- und Düngemittelfabriken CO2-neutral geworden sind und Lkw- und Fernbusflotten emissionsfrei fahren, können wir intensiver über das Wasserstoffauto nachdenken. Das kann noch dauern.

Beim Flugtaxi tut sich einiges, aber die Richtung ist noch unklar

Hersteller wie Volkswagen (WKN: 766403) organisieren globale Wertschöpfungsketten für die Elektromobilität und senken dadurch auf allen Stufen die Kosten. Dadurch entsteht ein Burggraben für die Batterie, der durch konkurrierende Technologien wie die Brennstoffzelle kaum überwunden werden kann. Wir konnten Ähnliches in Bereichen wie der Photovoltaik beobachten, wo die in gewissen Aspekten überlegene Konzentratortechnik letztlich keine Chancehatte  gegen die bereits massengefertigten kristallinen Solarmodule.

Ob die Brennstoffzelle in zukünftigen Flugtaxis eine Chance gegen die Batterie hat, mag ich gar nicht entscheiden (zum Beispiel das Startup Alaka’i glaubt daran). Allerdings möchte ich behaupten, dass diese luftige Mobilitätsinnovation sich schon bald in bestimmten Bereichen durchsetzen könnte.

Nicht nur die Flugzeuggiganten Boeing (WKN: 850471) und Airbus (WKN: 938914) haben bereits erste Modelle vorgestellt, sondern auch die Geely (WKN: A1CS02)-Schwester Terrafugia sowie die deutschen Pioniere Lilium und die neue Daimler (WKN: 710000)-Beteiligung Volocopter. Ende September hat Hyundai (WKN: 917199) verkündet, einen Geschäftsbereich für urbane Luftmobilität gegründet zu haben.

Da solch ein Flugtaxi ein Zwischending aus Auto, Hubschrauber, Quadcopter und Drohne ist, verwundert es nicht, dass die Wettbewerber aus all diesen Ecken kommen. Während die Technik seit Jahrzehnten Science-Fiction-Fans fasziniert, gibt es jedoch auch viele Kritiker. Im Januar war auf Bloomberg zu lesen, dass das alles doch letztlich nichts anderes als alter Wein in neuen Schläuchen sei. Bereits heute hoppen die Superreichen in einigen Metropolen per Hubschrauber von Hochhaus zu Hochhaus, während alle anderen unten im Stau stecken.

Der auf den Personenkilometer bezogene Energieverbrauch sei unglaublich hoch und das Fliegen einer noch wenig erprobten Technik über dicht besiedeltem Gebiet ergäbe wenig Sinn aus Sicherheitsüberlegungen heraus, insbesondere, wenn die Passagiere sich dann auch noch einer künstlichen Intelligenz anvertrauen sollen. Flugtaxis wären dann eher Ausdruck des Versagens der städtischen Infrastrukturplaner.

Warum es für das Flugtaxi trotzdem einen Markt gibt

Aber wer sagt eigentlich, dass Flugtaxis unbedingt über Städten fliegen müssen? Wäre es nicht klüger, solche Vehikel dafür zu nutzen, um eine Schnellverbindung für das ländliche Umland und küstennahe Inseln zu schaffen? Im Notfall könnten Menschen so sehr schnell und zu viel geringeren Kosten als mit dem Hubschrauber zu einem Krankenhaus gebracht werden. Das routinemäßige Besuchen von abgelegenen Orten durch Behördenpersonal könnte viel effizienter organisiert werden. Biologen könnten emissionsfrei in Naturschutzgebiete gelangen. Mir fallen Dutzende nützliche Anwendungsfälle ein und du hast wahrscheinlich noch bessere Ideen.

Im dicht besiedelten Deutschland mit seinen 234 Menschen pro Quadratkilometer und dem eng geknüpften Straßennetz mag sich das weniger relevant anhören, aber in Ländern wie Algerien, Argentinien oder Kasachstan ist die Landschaft um den Faktor 10 bis 30 weitläufiger. Jede Siedlung an die Verkehrsinfrastruktur anzuschließen, ist in solchen Regionen eine echte Herausforderung. Wenn man dort in direkter Luftlinie von Ort zu Ort kommen könnte, anstatt eine kurvige und hügelige Piste abzufahren, wäre es nicht nur eine riesige Zeitersparnis, sondern womöglich auch günstiger.

Während also das Brennstoffzellenauto noch Jahrzehnte davon entfernt ist, außerhalb von einigen Pionierregionen eine Lösung für die weltweite Mobilität zu sein, könnte sich das Flugtaxi relativ schnell zu einem begehrten Verkehrsmittel in vielen Regionen auf allen Kontinenten entwickeln – sobald die Technik das hält, was sie verspricht.

Dazu muss nicht nur die künstliche Intelligenz besser werden, sondern auch die Energiespeichertechnik und die Serienfertigung von Leichtbaukomponenten aus faserverstärktem Kunststoff. Erst dann gelingt der Spagat zwischen Kosten, Sicherheit und Reichweite. Da sich in all diesen Bereichen aktuell eine Menge tut, könnte es sich für Anleger lohnen, hier aufmerksam die weitere Entwicklung zu verfolgen.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien.

The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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