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Könnte die Aktie von Zoom auf 100 USD steigen?

Foto: Peter Roegner

Getreu dem Namen zoomte Zoom Video Communications (WKN:A2PGJ2) am Tag des Börsengangs im April um 72 % auf 62 USD pro Aktie.

Zoom-Aktien, die heute zu fast 80 USD gehandelt werden, haben sich für die ersten Investoren bereits als echter Gewinner erwiesen – und ein Analyst glaubt, dass sie innerhalb eines Jahres noch höher steigen könnten. Schauen wir doch mal nach.

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Zoom-Analyse

Die Investmentbank R.W. Baird gab neulich bekannt, dass sie das Kursziel für Zoom auf 100 USD setzt.

Zoom existiert erst seit etwa acht Jahren und begann erst vor einigen Jahren mit der Umsatzberichterstattung (60,8 Millionen USD im Jahr 2016, nach Angaben von S&P Global Market Intelligence). Aber schon jetzt ist das Videokonferenz-as-a-Service-Unternehmen nicht mehr wegzudenken. Der Umsatz hat sich zwischen 2016 und 2017 mehr als verdoppelt, genauso im Jahr 2018. Die Dinge haben sich seitdem etwas verlangsamt – aber trotzdem, so Baird, war das Umsatzwachstum von Zoom im zweiten Quartal 2020 mit 95,7 % gegenüber dem Vorjahr ziemlich beeindruckend.

Auch die Gewinne steigen beeindruckend. Das Unternehmen erzielte 2018 erstmals ganzjährige GAAP-Gewinne – rund 7,6 Millionen USD – und erreicht auf 12-Monats-Basis bis zu 12,9 Millionen USD an GAAP-Gewinn.

Bereinigt ergibt sich damit ein Wert von rund 0,08 USD pro Aktie – das Vierfache des im zweiten Quartal 2019 erzielten Gewinns. Und Zoom hat für die Zukunft noch größere Pläne .

Kurz mal rauszoomen

Das Anfang September veröffentlichte Ergebnis für das zweite Quartal zeigte, dass das Zoom-Management eine neue Prognose für dieses Jahr abgab: Der Umsatz steigt um 78 % auf 590 Millionen  USD, und der bereinigte Gewinn wird sich mehr als vervierfachen auf 0,18 bis 0,19 USD pro Aktie.

Baird ist davon überzeugt, dass Zoom Video einen „großen“ Gesamtmarkt vor sich hat. Kunden sind potenziell alle, die von besseren Videokonferenzen profitieren könnten. Er ist beeindruckt, wie schnell das Unternehmen diesen Markt „in nur wenigen Jahren“ erobert hat.

Der Analyst argumentiert, dass neben dem Videoservice der im Januar 2019 eingeführte „Zoom Phone“-Service ein weiterer Schlüssel zum Wachstum sein könnte, der „eine weitere Chance beim Ersatz alter Telefonanlagen“ bei den Kunden eröffnet. In der Telefonkonferenz zum zweiten Quartal bestätigte CFO Kelly Steckelberg, dass der Rollout des Cloud-basierten Telefondienstes „gut läuft, wir haben eine positive Entwicklung bei Zoom Phone in allen Segmenten des Unternehmens gesehen (…) etwa 50 % von Zoom Phone kommt von Kunden mit einem Jahresumsatz von mehr als 100.000 USD oder mehr.“

Bewertung von Zoom

Mit Umsatzwachstumsraten von oder nahe 100 % und einem noch schnelleren Gewinnwachstum kann man durchaus erwarten, dass Zoom-Aktien teuer sind – stimmt!

Im Gegensatz zu „den meisten anderen wachstumsstarken SaaS-Namen“, sagt Baird, „verfügt Zoom bereits über eine starke Rentabilität“. Die GAAP-Gewinne lagen im vergangenen Jahr bei 0,03 USD pro Aktie; der bereinigte Gewinn dürfte bis zum Ende des Geschäftsjahres 2020 sechsmal so hoch sein. Aber für ein Stück dieses Wachstums werden hohe Preise aufgerufen: das 2.742-Fache der vergangenen Erträge (laut Yahoo! Finance) und das 442-Fache der erwarteten Einnahmen.

Baird räumt ein, dass dies durchaus eine Art „Premium-Bewertung“ für die Aktie ist, argumentiert aber auch, dass sie „gerechtfertigt ist durch das branchenführende Wachstum, das geschätzte Aufwärtspotenzial, die starke Rentabilität und das signifikante Potenzial von Zoom Phone.“

Aber hat der Analyst damit auch recht?

Ehrlich gesagt, bin ich mir da nicht so sicher. Viele Analysten prognostizieren, dass Zoom bereits im kommenden Jahr wieder in die GAAP-Unprofitabilität eintauchen wird, da das Unternehmen weiterhin in Wachstum investiert. Darüber hinaus sehen die meisten Analysten GAAP-Verluste zunehmend eher wachsend und nicht schrumpfend – 0,03 USD an Verlusten pro Aktie im kommenden Jahr, 0,21 USD im Jahr 2021 und 0,36 USD im Jahr 2022.

Gut, auch diese Analysten erwarten für die Zukunft, dass die bereinigten Gewinne und der freie Cashflow geradezu explodieren, wobei Zoom im Jahr 2023 möglicherweise mehr als einen Dollar pro Aktie (pro forma) verdient und in diesem Jahr laut S&P Global mehr als 400 Millionen USD freien Cashflow erwirtschaftet. Dennoch ist dies eine lange Zeit, um geduldig herauszufinden, ob sich Zoom tatsächlich als profitables Unternehmen entpuppt. Das gibt Wettbewerbern viel Zeit, das Geschäftsmodell von Zoom zu stören, bevor es jemals dauerhaft profitabel wird.

Also: Trotz Bairds Empfehlung denke ich, dass ich Zoom erst noch etwas beobachten werde.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Zoom Video Communications. Rich Smith besitzt keine der angegebenen Aktien.

Dieser Artikel erschien am 16.9.2019 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

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